Erwartungsvoll blickt Neda Rusjan Bric dem Jahr 2025 entgegen. Am 8. Februar zelebriert sie den Auftakt, mit dem sich Nova Gorica in Slowenien in Partnerschaft mit dem benachbarten Gorizia in Friaul-Julisch Venetien neben Chemnitz in Deutschland als offizielle Kulturhauptstadt Europas vorstellt. „Go borderless!“ – Grenzen überwinden, Völker verbinden, hat die Kulturmanagerin als Thema für das Jahresprogramm von „GO!2025“ vorgegeben, welches das einstige Görz und sein Umland eng verbindet.
Mit einer grenzenlosen Parade zwischen den Bahnhöfen wird das Eröffnungsfest „Von Station zu Station“ am 7. Februar 2025 gefeiert. „Die Besucher werden bei Musik und Streetfood eingeladen sein, von der Piazza della Vittoria in Gorizia zum Trg Evrope nach Nova Gorica zu wandern. Im Beisein der erwarteten Staats- und Regierungschefs beider Länder wird am Nachmittag der Festakt auf dem neuen Europe Square gefeiert, der zur Hälfte in Slowenien und Italien liegen wird“, verrät Rusjan Bric. Am Abend klingt der historische Tag mit Künstler-Auftritten und DJ-Klangwolke aus.
Drei weitere Großevents sind übers Jahr geplant: vom 1. bis 9. Mai ein „Marsch für Europa“, der an die friedensfördernden Märsche der 70er- und 80er-Jahre über die Grenze erinnert und mit köstlichem Nudelessen endet. Am 9. Mai wird in Nova Gorica „Epic“ eröffnet, ein Museum, das die Grenzkonflikte und ihre Überwindung mit Zeitzeugen dokumentiert. Im Sommer werden Ausstellungen, Konzerte und die Tanzgruppe Borderless Body Höhepunkte setzen.
Kultur in der ganzen Region
Nicht nur Nova Gorica und Gorizia stellen ihr Kulturerbe und zukunftsweisende Kunstaktivitäten zur Schau. Die ganze Region zeigt unter dem Motto „GO!2025 & Friends“ mit besonderen Kulturaktivitäten auf. Einen sehenswerten Höhepunkt setzt bereits jetzt die Region Friaul-Julisch Venetien mit einer Ausstellung von Bildern des amerikanischen Starfotografen Steve McCurry im Salone degli Incanti direkt an der Hafenmole von Triest.
150 Fotos haben die Kuratoren Biba Giachetti und Gianno Mercurio aus dem gewaltigen Bilderschatz des mehrfach zum „Photographer of the Year“ ausgezeichneten McCurry ausgewählt. Als Querschnitt seines Wirkens von zahlreichen Kriegsschauplätzen eröffnen McCurrys Porträts alle Dimensionen des Menschseins. Aus jedem einzelnen Gesicht vermag man beim Betrachten Geschichten von allem Erdulden und aller Hoffnung der Welt lesen.
„Wenn du wartest, werden die Menschen deine Fotokamera vergessen, und ihre Seele wird sich zeigen“, beschreibt McCurry selbst die Einfühlsamkeit, mit der er sich den Menschen und ihren Schicksalen nähert. Auf seinen zahlreichen Reisen in geschundene Länder wie Afghanistan und Myanmar, nach Afrika oder Indien, ins zerfallene Jugoslawien oder in den Irak dokumentierte der 74-jährige Amerikaner das Menschsein und die Welt in aller Fragilität und Würde zugleich. Er hoffe, „für ein tieferes Verständnis für die Welt beizutragen“, sagte McCurry bei der Eröffnung via Videobotschaft und gab seiner Freude Ausdruck, damit Teil von GO!2025 Nova Gorica/Gorizia Kulturhauptstadt Europas & Friends zu sein.
Bereits 2021 machte McCurry mit seinen Fotos in der Messe Graz Furore. Der für die Schau verantwortliche Fotograf und Galerist Christian Jungwirth setzte die Ausstellung zudem im Sommer des Vorjahres auch im Semperdepot in Wien imposant in Szene. Der Auftaktreigen im Vorfeld der Europäischen Kulturhauptstadt 2025 geht schon am 20. Dezember in Gorizia weiter. Im Palazzo Attems Petzenstein wird eine Ausstellung „Andy Warhol. Beyond Borders“ mit immersivem Erleben der Kunst des amerikanischen Popart-Stars eröffnet.