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Mikroplastik in KosmetikWie man seine Hautcreme selbst macht

Von 664 untersuchten Kosmetikprodukten wiesen in einer Untersuchung von Greenpeace 502 Mikroplastik auf. Ein Ausweg? Mit Blütenessenzen und Heilkräutern Cremen einfach selbst herstellen.

Welche Creme für welche Haut? Melissensalbe mit Bienenwachs eignet sich für empfindliche Haut © ADOBE STOCK
 

Wie Mikroplastik vermeiden und die richtige Creme für die eigene Haut finden? Für Aufsehen sorgt das Ergebnis einer Untersuchung von Greenpeace: In 75 Prozent aller Kosmetika war Mikroplastik enthalten, jeder nimmt im Schnitt pro Woche bis zu fünf Gramm Plastik auf. Das entspricht dem Gewicht einer Kreditkarte.

„Das ist ein Grund, warum immer mehr sich ihre Creme selbst machen“, erklärt Bestsellerautor und Kräuterexperte Manfred Neuhold. In seinem Buch „Heilkosmetik aus Blüten und Kräutern“ zeigt er Schritt für Schritt auf, wie Blüten richtig gesammelt und Cremen selbst hergestellt werden können. Wie beispielsweise Weihrauchöl, das eine vorzügliche Basis für Cremen ist.

Buchtipp

Dutzende Rezepte für selbst gemachte Cremen wie eine Rosenblüten-Weihrauch-Creme, Salben und Peelings für jeden Hauttyp beschreibt Manfred Neuhold in: „Heilkosmetik aus Blüten und Kräutern“, 192 Seiten, 16,90 Euro. Exklusiv in Büros der Kleinen Zeitung, auf shop.kleinezeitung.at oder unter Tel. 0800 556640526.

Für medizinische Zwecke wird heute das Harz des indischen Weihrauchbaumes Boswellia serrata genutzt. Es ist im Arzneibuch, der offiziellen Liste der Heilmittel, eingetragen. „Man sollte immer sorgfältig auf Herkunft und Qualität achten. Die am weitesten verbreiteten Weihrauchsorten sind die Harze des Boswellia papyrifera und des Boswellia sacra“, erklärt Neuhold.

Für heilkosmetische Zwecke kommt nur sehr heller Weihrauch von hellgelb-bräunlicher bis fast weißer Färbung infrage. „Das ätherische Weihrauchöl ist in unterschiedlicher Qualität im Handel erhältlich. Bezeichnungen wie ,Duftöl‘ oder ,Aromaöl‘ sind aber ein Hinweis auf mindere Qualität. Solche Öle enthalten nur einen gewissen Anteil an Weihrauchöl und bestehen oft überwiegend aus synthetischen Duftölen“, warnt Neuhold.

So bereitet man Weihrauchöl zu

  • Für 100 Milliliter Weihrauchöl benötigt man 25 Gramm Weihrauch und 100 Milliliter Öl. Das Weihrauchharz wird in einem Mörser zermahlen, bis ein ganz feines Pulver entsteht. Dieses geben Sie in ein hitzefestes Glasgefäß und gießen das Öl darüber. Rühren Sie das Gemisch gründlich durch. Dann stellen Sie das Gefäß in einen Topf, der bis zur halben Höhe des Gefäßes mit Wasser gefüllt ist. Vom Wasser darf keinesfalls etwas in das Gefäß mit dem Weihrauch-Öl-Gemisch gelangen.
  • Nun erhitzen Sie das Wasser auf kleinster Stufe. Das Öl soll auf eine Temperatur von 60 bis 70 Grad Celsius erwärmt werden, darf aber keinesfalls sieden oder Blasen bilden.
  • Unter regelmäßigem Umrühren etwa eine Stunde lang auf dieser Temperatur halten, dann das Gefäß aus dem Wasserbad nehmen und das Öl abkühlen lassen.
    Nach dem Abkühlen auf Zimmertemperatur verschließen Sie das Gefäß und lassen es für drei Tage an einem kühlen und dunklen Ort stehen. Zweimal täglich gut durchschütteln.
  • Danach können Sie das Weihrauchöl durch einen feinen Filter (Kaffee- oder Teefilter) in ein sauberes Glasgefäß abgießen. Das Filtern kann etwas dauern, weil das Öl nur sehr langsam durch den Filter dringt.

Ins selbst gemachte Pflegeprodukt sollte nur ein 100-prozentig reines Weihrauchöl gelangen. Eine andere Möglichkeit ist, das Öl überhaupt selbst zu machen. Dafür braucht man ein gutes Pflanzenöl, am besten Distel- oder Traubenkernöl, und Weihrauchharz, am besten Boswellia serrata. Auch Boswellia papyrifera ist in sehr heller Farbe und damit höchstmöglicher Qualität geeignet.

 

Das selbst gemachte Weihrauchöl bildet die Basis für Salben, Cremen und Lotionen, besonders für eine etwas sensiblere und gereizte Haut. „Weihrauch mildert die Anzeichen der Hautalterung, fördert die Regeneration der Zellen und verbessert die Spannkraft des Gewebes“, erklärt Neuhold. Es helfe aber auch, betont er, bei Dehnungsstreifen und glätte alte, aufgeworfene Narben genauso, wie es frische Narben schneller und glatter verheilen lasse. Und: Es fördert die Elastizität der Haut und kann damit bewirken, dass sich Falten in Grenzen halten.

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