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Österreichs Modegeschäfte im Check Nur drei Firmen haben Echtpelz noch nicht aus dem Sortiment verbannt

Die Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" hat die Sortimente von Österreichs Modegeschäften auf Echtpelz untersucht. Drei Unternehmen verzichten bis heute nicht darauf.

© Andrey Kiselev/stock.adobe.com
 

Ein Großteil der österreichischen Modemarken und -händler haben bereits Echtpelz aus ihrem Sortiment verbannt. Drei Unternehmen verzichten allerdings noch nicht darauf, wie der Report der Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" zeigt.

Für die Pelz-Recherche hat "Vier Pfoten" von Herbst 2019 bis Oktober 2020 in Österreich insgesamt 39 Einzelhändler, Handelsunternehmen und Marken untersucht, wurde in einer Aussendung am Dienstag bekannt gegeben. Diese repräsentieren einerseits die umsatzstärksten Modehändler in der österreichischen Bekleidungsbranche und andererseits namentlich bekannte Modeunternehmen, die ihren Firmensitz und mehrere Filialen in Österreich haben.

Der Pelz-Report zum Download

Drei Modehändler - Sportalm, Eisbär und Kleider Bauer - verkaufen Echtpelz weiterhin. Daraufhin haben die Tierschützer den Unternehmen Anfragen geschickt. Sportalm und Eisbär haben geantwortet. Sportalm gab an, nur "nachhaltige" Pelze vom Marderhund zu verwenden, die aus kontrollierten skandinavischen Zuchtbetrieben stammen. "Wir wissen aus jahrelanger Erfahrung und von Recherchen vor Ort: Es gibt keinen ethischen oder nachhaltig produzierten Pelz - egal von wo er kommt und welches Tier dafür sterben musste. Echtpelz ist immer Tierqual", kritisierte "Vier Pfoten"-Kampagnenleiterin Veronika Weissenböck. "Eisbär setzt in seinen neuen Kollektionen immer mehr auf pelzfreie Hauben. Auch im aktuellen Online-Shop gibt es keinen Pelz mehr. Dennoch wollte uns das Unternehmen keine Zusage für einen endgültigen Ausstieg geben."

Eine erfreuliche Rückmeldung auf die "Vier Pfoten"-Anfrage kam hingegen von Jones. Die Modefirma ist nicht nur pelzfrei, sie ist auch im Zuge der Recherche gleich dem "Fur Free Retailer Program" beigetreten. "Es gibt international und national einen ganz starken Trend, Pelz aus dem Sortiment zu verbannen. Namhafte Labels und Designer wie Chanel, Gucci, Prada, aber auch heimische Unternehmen wie Northland, Hervis und Jones sind hier mit gutem Beispiel vorangegangen", sagte Weissenböck.

In mehr als einem Dutzend europäischer Länder ist die Pelztierzucht mittlerweile gesetzlich verboten, seit 2005 auch in Österreich. Nach den massiven Coronavirus-Ausbrüchen auf heimischen Nerzfarmen haben die Niederlande das Ende der dortigen Pelzfarmen auf 2021 vorgezogen. Im September 2020 haben auch die Regierungen in Polen und Frankreich angekündigt, Pelzfarmen verbieten zu wollen, berichteten die Tierschützer.

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