Bio-Restaurant, das klingt schon einmal gut. Und dann noch in einem altehrwürdigen Schloss aus dem 17. Jahrhundert mit prächtigem Veranstaltungssaal und Fromiller-Wandmalereien. Ja, hier wurde, vor den Toren von Althofen, von den Machern des Tischlein-deck-dich-Caterings Bemerkenswertes umgesetzt. Dementsprechend ist wochenends auch der Besuch, aber wir haben ja vorsorglich reserviert und deshalb einen schönen Platz in den repräsentativen Stuben.

Die Speisekarte hat einen Klassik- und einen Saisonal-Teil (zu unserer Zeit Gansl, das hier pro Portion bemerkenswerte 49 Euro kostet). Vorweg interessiert uns der hausgemachte Lardo vom Gundersdorfer Bio-Mangalitzaschwein. Ja, der weiße Speck ist gut und schön cremig, er ist mit Kräutern und Vogerlsalat dekoriert, leider „badet“ er im Essig der eingelegten Pilze, das stört ein wenig den Genuss. Das Kimchi zur veganen, gemüsig gefüllten, knackigen Frühlingsrolle ist ordentlich scharf, zur Rolle gibt’s auch reichlich Sweet-Chili-Sauce.

Vorbildlich in Fleischqualität und Panade präsentieren sich die großen Schnitzel Wiener Art vom Bio-Schwein bzw. Bio-Masthendl, die Pommes dazu sind okay, gasthaustypisch. Der gegrillte Grafensteiner Lachssaibling ist etwas zu lange gebraten, aber gut, die Beilage Bio-Dinkel-Kürbisrisotto (ähnlich einem Orzotto) ist eher patzig und nicht wirklich charmant.

Die sous vide gegarte Rehkeule ist zartrosa und ziemlich zart, die Soße dazu g’schmackig kräftig und das sehr cremige Topinamburpüree verdient ebenfalls Lob, an der optischen Präsentation dürfte noch etwas gefeilt werden. Preiselbeeren dazu sind extra zu bezahlen.

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Zum Eisreindling, der in Form von zwei Minireindlingen auf sehr wenig Zwetschkenröster serviert wird, wünschen wir uns etwas mehr vom köstlichen Röster – diesem Wunsch wird großzügig und sogar gratis entsprochen.

Getränkemäßig ist das Schloss im Aperitif-Bereich sehr gut aufgestellt, Kärntner Jacques-Pagnier-Sekt aus Taggenbrunn wird offen ausgeschenkt, die Auswahl an glasweisen Weinen ist allerdings etwas klein. Die Preise sind großteils fair, der Service war, wohl ansturmbedingt, etwas schleppend. Etwas störend: Die Küchengerüche waren praktisch überall präsent.