Rote Smoothies im TestZwei von drei sind Zuckerbomben

In einem Test der Arbeiterkammer Oberösterreich enthielten zwei von drei roten Smoothies aus dem Kühlregal zu viel Zucker. Sie enthielten mehr als die Hälfte des Tagesbedarfs.

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Obst und Gemüse in den Mixer geworfen und in eine Flasche abgefüllt: Fertige Smoothies klingen wie ein flüssiger Snack, der einen bequem dabei unterstützen kann, sich gesünder zu ernähren. Aber sind die Getränke tatsächlich gesund? Die Arbeiterkammer Oberösterreich hat "rote" Smoothies in etlichen Geschmacksrichtungen untersucht, die man in Flaschen aus dem Kühlregal kaufen kann. Zwei Drittel davon sind Zuckerbomben, die mehr als der Hälfte des Tagesbedarfs enthalten.

Für den Test wurden 20 Smoothie-Fläschchen mit einer Füllmenge zwischen 237 und 300 Milliliter in verschiedenen Geschäften gekauft, die Preisspanne lag bei 40 Cent bis 1,08 Euro pro 100 Milliliter hin. Allerdings sagt der Preis nichts über den Inhalt aus, stellten die Konsumentenschützerinnen und -schützer fest: Teurer heißt nicht automatisch gesünder.

Der Test zum Download

Fruchtanteil und Zusätze

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) setzt für einen guten Smoothie einen Anteil von mindestens 50 Prozent an "ganzem" Obst oder Gemüse als stückige Bestandteile oder Pürees voraus. Im Test enthielt einer der günstigsten Smoothies – Erdbeere, Banane und Cranberry von Clever – den mit 71 Prozent größten Anteil an Fruchtpüree beziehungsweise -mark, während im teuersten Drink – True Fruits Purple – nur 49 Prozent davon steckten.

Smoothies: Am besten selbst gemacht

Bei Fertig-Smoothies gehen beim Pasteurisieren oftmals wichtige Nährstoffe wie hitzelabile Vitamine teilweise verloren. Außerdem werden Obst und Gemüse zumeist geschält, sodass es zu einem Verlust an wertvollen Ballaststoffen kommt. Daher lautet die Empfehlung, Smoothies aus frischem, saisonalem Obst und Gemüse inklusive Schale selber zu machen. So bleiben alle wertvollen Inhaltsstoffe erhalten und man weiß genau was drin ist.

Am wenigsten Frucht enthielt mit 27,8 Prozent ein Produkt, dem Süßkartoffelextrakt beigemengt war, und das – wie ein weiteres, beide von der Marke Innocent – mit "den DGE-Empfehlungen wenig entsprechend" beurteilt wurde. Drei Smoothies entsprachen den Empfehlungen nur "mäßig", fünf "bedingt" und zehn waren einwandfrei. Laut den DGE-Empfehlungen sollten in den Smoothies keine Zusätze wie Zucker, Aromen, Lebensmittelzusatzstoffe oder isolierte Nährstoffe zu finden sein.

Zwei Drittel enthielten viel Zucker

Zucker ist in den Mischungen immer enthalten, auch wenn keiner zugesetzt wird, kommen rund 23 bis 32,5 Gramm fruchteigener Zucker vor. Das ist laut den Experten nicht wenig, bedenkt man die WHO-Empfehlung von maximal zehn Prozent der Gesamtenergiezufuhr, was bei 2000 Kilokalorien am Tag maximal 50 Gramm Zucker bedeute. Zwei von drei Testprodukten enthielten mehr als die Hälfte der Tagesdosis Zucker. Deshalb sollten Smoothies nur gelegentlich eine Portion Obst oder Gemüse am Tag ersetzen.

Der Begriff "Smoothie" ist lebensmittelrechtlich nicht klar definiert. Im Allgemeinen versteht man darunter ein Mischgetränk aus Fruchtsaft und püriertem Obst und/oder Gemüse, das eine sämige Konsistenz aufweist. Laut der allgemeinen Lebensmittelinformations-Verordnung sind Prozentangaben nämlich nur für explizit beworbene Früchte verpflichtend.

Für „rote Smoothies“ beispielsweise werden oft rote Früchte wie Erdbeeren, Johannisbeeren oder Himbeeren verwendet. Aber auch die Kombination nicht roter Früchte mit Trauben- oder Rote-Rüben-Saft können eine Rot­färbung ergeben. Deshalb fordern die Konsumentenschützerinnen und -schützer eine rechtlich verbindliche Regelung für die Smoothies.

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