WeinverkostungMaster Sommelier Alex Koblinger über den Furmint "Aus dem Quarz"

Dem "Chenin blanc des pannonischen Raums", dem Furmint, widmet sich Master Sommelier Alex Koblinger. Konkret dem "Aus dem Quarz" 2019 vom Weingut Wenzel in Rust.

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Alex Koblinger © alexkoblinger.com
 

Alex Koblinger, Chef Sommelier von Döllerers Genusswelten und Service und Qualitätsmanager in Döllerers Weinhandelshaus, widmet sich einer in Österreich raren Rebsorte, dem Furmint.

Furmint aus dem Quarz 2019

... vom Weingut Wenzel in Rust

Furmint ist eine uralte und hochelegante Rebsorte, die man vielleicht noch mit den Süßweinen aus dem Tokaj in Verbindung bringt. In der Zeit der Donaumonarchie war diese Rebsorte eine der beliebtesten Weißweintrauben schlechthin und nach wie vor wird sie in Ungarn, der Slowakei, Slowenien und Österreich angebaut.

Der Furmint hat eine dünne Beerenschale und reagiert auf starken Regen zum Ende der Reifezeit sehr empfindlich. Mit der richtigen Reife und einem optimalen und gekonnten Kellerausbau aber ist diese Rebsorte eine der elegantesten Weißweintrauben schlechthin, für mich der Chenin blanc des pannonischen Raumes.

Furmint aus dem Quarz 2019 Foto © Weingut Wenzel

Historisch gesehen gehört der Furmint seit langem nach Rust – der Ruster Ausbruch lässt grüßen – und seit 1987 ist er in Österreich auch als Qualitätsrebsorte zugelassen. Mit einer Auspflanzfläche von nicht einmal 20 Hektar ist der Furmint in Österreich aber eine Rebsorte, die man suchen muss.

Michael Wenzel und dessen Vater waren und sind Furmint-Vorreiter und haben schon früh das Potential für trockene Weißweine aus dieser Rebsorte erkannt. So gibt es einen Furmint Garten Eden im Portfolio von Michael, der auf den Eden-Klon aus Ungarn hinweist, aber auch Garten als Weingarten. Einige der Furmint-Edelreiser für die Weingärten der Wenzels wurden von Michaels Vater, Robert, in einem Koffer noch durch den damaligen Eisernen Vorhang geschmuggelt.

„Aus dem Quarz“ ist ein unfiltrierter Wein. Jeder Filtrationsprozess nimmt einem Wein auch einen kleinen Teil seiner Aromatik. Daher entschied sich Michael seine Weine nicht zu filtrieren, wie es heute sehr oft üblich ist. Der Wein ist aber keineswegs trüb oder milchig.

Der „Aus dem Quarz“ hat eine sehr spannende Aromatik aus Boskop-Äpfeln, aber auch Quitten und reifen Ringlotten. Am Gaumen weist er eine spannende leichte Herbe auf, die sehr trinkanimierend wirkt, und kann mit Waldhonig, Zitrusfrüchten sowie Bienenwachs weiter punkten.

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