RatgeberDas hilft gegen den Winter-Blues

Das fehlende Sonnenlicht führt zum Stimmungstief. Doch eine einfache Therapie kann Linderung bringen.

Winter-Blues
Winter-Blues © (c) Antonioguillem - stock.adobe.com
 

Müde, schlapp, schlecht gelaunt: Die „Winterdepression“, die eigentlich saisonale Verstimmung heißt, ist eine  Erkrankung bedingt durch die Jahreszeit: Sie tritt an zumindest 90 Kalendertagen und immer zur selben Zeit auf. Der Schlüssel ist das Licht: Im Herbst werden die Tage kürzer, das Sonnenlicht verliert an Intensität.

Dadurch trifft auch weniger Licht auf der Netzhaut auf. Das wiederum beeinflusst den Hormonhaushalt im Gehirn. „Durch Sonnenlicht wird die Serotonin-Produktion angeregt“, sagt Psychiater Dietmar Bayer. Dieses sogenannte Muntermacher-Hormon trägt seinen Namen zu Recht, geht mit einem Serotonin-Mangel doch auch ein Energiemangel einher. Gleichzeitig steigt das Schlafbedürfnis, da durch die vermehrte Dunkelheit auch mehr des „Schlafhormons“ Melatonin ausgeschüttet wird.

Dass wir bei wenig Sonnenlicht müde und energielos sind, ist ganz normal.

Dietmar Bayer, Psychiater

Von "normal" zu krank

„Dass wir bei wenig Sonnenlicht müde und energielos sind, ist ganz normal“, sagt Bayer. Der Körper schaltet auf Wintermodus um. Bei manchen Menschen komme es nun aber zu einer überschießenden Verstimmtheit. Die Symptome ähneln einer Depression, unterscheiden sich aber in wesentlichen Punkten: Bei der saisonalen Verstimmung ist die Müdigkeit ein großes Problem, während man bei einer Depression an Schlaflosigkeit leidet. Bei der saisonalen Verstimmung nimmt man Gewicht zu, bei der Depression verliert man Gewicht.

Treten Symptome auf, sollte man diese zuerst ärztlich abklären lassen. Denn hinter Energie- und Antriebslosigkeit können auch Mangelerscheinungen stecken: Ein Mangel an B-Vitaminen, Eisen, Zink oder Selen könne Einfluss auf den Energiehaushalt haben, Infektionskrankheiten können auch solche Symptome verursachen. Aber: Tritt die Verstimmung jedes Jahr zur gleichen Zeit auf, spricht man von einer saisonalen Verstimmung.

Therapie mit Licht
Therapie mit Licht Foto © (c) PhotoSG - Fotolia

Therapie mit Licht

Da das fehlende Licht das Problem ist, wird auch mit Licht therapiert: Dafür gibt es spezielle Lichttherapie-Geräte. Diese müssen mindestens 7000 bis 10.000 Lux haben und man sollte ein bis zwei Mal pro Tag mindestens eine halbe Stunde davor sitzen, mit einer Armlänge Abstand.

Dadurch wird das Wohlfühlhormon Serotonin wieder vermehrt hergestellt – und das Wohlbefinden steigt. "Manchmal ist aber auch ein mildes Antidepressivum notwendig", sagt Bayer.

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Danke für Ihr Verständnis.

büffel
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von hinten nach vorne bzw. von unten nach oben

Ich habe wieder einmal das Ende des Artikels zuerst gelesen ob der immensen Spannung, die ich nicht zu ertragen glaubte.
Jedenfalls stieß ich gleich "am Anfang" auf den Satz "'Manchmal ist aber auch ein mildes Antidepressivum notwendig', sagt Bayer."
Dies gab mir doch etwas zu denken, bis sich der Träger des Namen "Bayer" weiter oben im Artikel zu erkennen gab....

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krickente
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Natürliche Mittel gegen depressive Verstimmungen

Mir schlägt der Winter auch schon von Kindesbeinen an auf's Gemüt und ich habe verschiedene Sachen ausprobiert und bin für mich selbst zu dem Schluss gekommen, dass ich an verschiedenen Stellschrauben drehen muss, damit es für mich passt. Ich versuche mich auch im Winter an der frischen Luft aufzuhalten und achte ganz bewusst auf meine Ernährung, denn Körper und Geist stehen in enger Wechselwirkung. Ich war auch schon mal kurz davor zu einem milden Antidepressivum zu greifen, aber mein Arzt hat mir geraden zuerst mal Shyx Premium mit einem pflanzlichen Wirkstoffkomplex zu versuchen. Das nehme ich seit dem Herbst ein und habe damit so gute Erfahrungen gemacht, dass kein Antidepressivum mehr notwendig war. Wenn möglich, versuche ich es gerne zuerst einmal mit einem natürlichen Mittel. Abgesehen davon ist es für mich auch wichtig, mir im Alltag immer wieder kleine Wohlfühloasen zu schaffen, das hilft dem inneren Gleichgewicht auch. Und wenn man generell auf sich achtet, kann man es auch besser durch die kalte Jahreszeit schaffen. Und schon bald werden die Tage ja wieder länger!

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robins
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Vitamin D

An UV Licht und/oder VizaminD Tropfen denkt keiner:
Was sind das nur für Experten!

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Ichweissetwas
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Das Um und Auf ist Bewegung und

täglich seiner Arbeit nachgehen bzw. den Tag strukturiert verbringen! Es gibt keine Winterdepression, die macht man sich selbst!

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perkinelmer
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Wieso

wird einem von den Medien immer indoktriniert, dass man im Herbst eine Depression zu haben hat. Kein Mensch in meinem Umfeld ist davon betroffen. Mit ausreichenden Saunagängen und viel Bewegung im phantastischen Blätterherbst, ist das die schönste Jahreszeit!!

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büffel
12
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Bewegung ist das Um und Auf

Hier gebe ich durchaus Recht, besonders an der frischen Luft und nicht in einem neonlichtdurchfluteten Studio. Saunagänge müssen jedoch nicht sein bzw. tragen genausoviel zum allgemeinen Wohlbefinden bei wie ein Pokerabend (je nachdem, ob man darauf anspricht oder (wie ich in beiden Fällen) nicht).
Der Herbst ist eine phantastische Jahreszeit mit all ihren Eigenheiten, genauso wie Winter, Frühjahr und auch Sommer....

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