Gute FrageHilft das Reparaturbier gegen den Kater?

Warum „Weitertrinken“ den Kater nur zeitlich verschiebt und was die besseren Katermittel sind.

Reparaturbier?
Reparaturbier? © boule1301 - Fotolia
 

Die Frage sorgt beim internen Redaktionsgespräch nicht nur für Gelächter, sondern auch für heftiges Nicken: „Na sicher hilft das Reparaturbier. Man darf nur nicht nüchtern werden“, heißt es da von anonymen Wortspendern mit viel Augenzwinkern. Doch ist da wirklich was dran? Um den Kater nach einem feuchtfröhlichen Abend abzufedern, gleich wieder zum Bier greifen? „Elektrolythaushalt“ und „gesunder Hopfen“ sind die etwas bemühteren Rechtfertigungen für das „Bier danach“ - doch die Ernährungsexpertin und Pathophysiologin Sandra Holasek (Med Uni Graz) winkt ab: „Ein Bier gegen den Kater ist sicher nicht zu empfehlen.“

Dass wir uns nach zu viel Alkohol schlecht fühlen, liegt daran, dass wir dehydriert sind.

Pathophysiologin Sandra Holasek

Diese Beurteilung lässt sich durch die Vorgänge, die Alkohol im Körper auslöst, stützen. „Dass wir uns nach zu viel Alkohol schlecht fühlen, liegt daran, dass wir dehydriert sind“, sagt Holasek. Alkohol beeinflusst nämlich jenes Hormon (Vasopressin) im Körper, das unseren Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt kontrolliert. Durch Alkoholkonsum scheiden wir mehr Flüssigkeit aus, als gut für uns ist, dadurch dehydrieren wir und verlieren notwendige Elektrolyte. „Trinkt man nun trotz Kater weiter, wird dem Körper nur weiterhin Flüssigkeit entzogen“, sagt Holasek.

Leichter Rausch überspielt den Kater

Zwar sei es nachvollziehbar, dass man sich durch ein Reparaturbier kurzzeitig besser fühlt: Das ist die neurologische Wirkung des Alkohols, ein leichter Rausch, der das Unwohlsein des Katers überspielt. Denn tatsächlich erreichen die Symptome des Katers - Übelkeit, Kopfschmerzen, Benommenheit - ihren Höhepunkt, wenn der Alkoholpegel im Körper auf null sinkt.

Durch den „Nachschub“ dank Bier wird dieser Zeitpunkt hinausgezögert. Doch: Das Einzige, was man durch ein Reparaturbier gewinnt, ist ein bisschen Zeit - und dann folgt der völlige Einbruch, sagt Holasek.

Tomatensaft statt Bier

„Viel besser ist es, Mineralwasser zu trinken, um die Dehydrierung zu bekämpfen.“ Denn woran es dem Bier - selbst wenn man auf die alkoholfreie Variante setzen würde - besonders fehlt, ist das Natrium. „Daher hat man auch oft Heißhunger auf Salziges, wenn man verkatert ist“, sagt Holasek. Ein gutes Katergetränk sei daher ein Tomatensaft, verfeinert mit Salz. Die allerbeste Lösung jedoch: von vornherein vorsorgen, nur in Maßen konsumieren und zu jedem Glas Alkohol ein Glas Wasser trinken.

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