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Neue Einkaufshilfe des WWFWelches Fleisch man mit gutem Umweltgewissen genießen darf

Weil einem Fleisch nicht wursch sein kann: Die neue Einkaufshilfe des WWF soll "weniger und besserem Fleisch" bewegen.

© Schwoab/stock.adobe.com (Bernd Schmidt)
 

Auch wenn die Zahlen leicht gesunken sind, liegt Österreich liegt beim Konsum von Fleisch- und Wurstwaren im europäischen Spitzenfeld. Zu viel Fleisch schadet nicht nur unserer Gesundheit, sondern auch der Umwelt. Deshalb hat die Umweltschutzorganisation WWF Österreich eine neue Orientierungshilfe für möglichst nachhaltigen Fleisch-Einkauf erarbeitet. Das Ergebnis: Grünes Licht gibt der Ratgeber nur für umgerechnet vier Prozent des in Supermärkten erhältlichen Fleischs.

Foto © KLZ/Infografik

Sechs Kriterien wie Klima, Antibiotika oder Tierwohl sollen den Konsumenten bei der Selektion unterstützen, sie zeigen im Ampelsystem an, wie die Umweltfolgen jeweils bewertet wurden. Sieger von Rind bis Huhn ist dabei jeweils Biofleisch - sowohl aus Österreich wie auch aus der EU. Hier lautet die Empfehlung "in Maßen", während das Rind mit dem AMA-Gütesiegel ein "lieber wenig" erhielt, und es beim AMA-Schwein gleich einmal "Finger weg" heißt.

Fleischkonsum in Österreich

Österreich liegt beim Fleischkonsum im europäischen und weltweiten Spitzenfeld. Insgesamt 1240 Gramm Fleisch werden im Durchschnitt pro Woche und pro Kopf gegessen. Das Gesundheitsministerium empfiehlt aber nur 300 bis 450 Gramm pro Woche – also knapp ein Drittel davon.

Eine Empfehlung die für Fleisch aus konventioneller Tierhaltung aus nicht-österreichischer Produktion durchgehend vergeben worden ist. "Österreichisches Fleisch basiert auf meist gentechnikfreiem Futter und die Tiere haben mehr Platz. Bei österreichischem Schweinefleisch hingegen besteht dringender Nachholbedarf, sowohl in der Fütterung wie auch beim Tierwohl. Hier gibt es oft nur geringe Qualitätsunterschiede zu importierter Ware", erläuterte Thomas Lindenthal von der Universität für Bodenkultur (BOKU) Wien und vom Forschungsinstitut für Biologischen Landbau (FiBL) diese Beurteilungen.

Der ökologische Fußabdruck unserer Ernährung

Insgesamt verursacht die Ernährung in Österreich pro Kopf etwa 2500 Kilogramm CO₂-Äquivalente pro Jahr. Vergleichbar ist dies mit den Emissionen, die bei einer Autofahrt von Wien nach Peking und zurück entstehen würden. Wenn man noch die indirekten Treibhausgase (die etwa bei der Umwandlung von Wald auf Ackerland entstehen) berücksichtigt, ginge sich umgerechnet zusätzlich noch ein Ausflug nach Istanbul aus. Der größte Anteil, nämlich etwa zwei Drittel der Treibhausgas-Emissionen, lässt sich auf Produkte tierischen Ursprungs wie Fleisch, Milch und Käse zurückführen, obwohl das Konsumvolumen hier nur 23 Prozent ausmacht. Fleisch ist hier eindeutig der größte Faktor: Nur 9 Prozent des konsumierten Volumens verursachen 43 Prozent der Treibhausgas-Emissionen.

Wichtig ist auch eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung in Handel, Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung. „Die Konsumentinnen und Konsumenten sollen wissen, was auf ihren Teller kommt. Das würde importiertes Billigfleisch zurückdrängen und zugleich den heimischen Landwirten beim Absatz ihrer Produkte helfen“, betont WWF-Expertin Helene Glatter-Götz.

So viel Fläche frisst die Fleischproduktion

Die Erzeugung eines Kilogramms Rindfleisch beansprucht in Deutschland etwa 27 m² an Fläche, ein Kilogramm Schweinefleisch knappe 9 m² und ein Kilogramm Geflügel schlägt auch noch mit 8 m² zu Buche. Im Gegenzug dazu sind pflanzliche Produkte flächenmäßige Platzsparer: Für ein Kilogramm Erdäpfel benötigt man gerade einmal 0,25 m². Ähnliche Werte können auch für Österreich angenommen werden.
Etwa 70 Prozent der weltweiten landwirtschaftlichen Fläche wird von der Tierhaltung beansprucht. Vor allem die Produktion der Futtermittel nimmt enorme Flächen in Anspruch.

Ein Wunsch, denn auch die Konsumenten teilen, wie eine aktuelle Umfrage von Greenpeace zeigt: Demnach wollen 84 Prozent der Befragten Informationen zu Herkunft, Haltung, Futtermittel und Tierwohl auf der Verpackung sehen. Und für das Tierwohl waren die Befragten auch mehrheitlich bereit, mehr zu zahlen.

Kommentare (1)

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Gotti1958
3
11
Lesenswert?

Fleisch

Ganz einfach: Das, was gekauft wird, auch essen und nicht wegwerfen und schon wird weniger benötigt.

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