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TherapiehundeDas Glück kommt auf vier Pfoten

Für viele Menschen ist ihr Hund mehr als ihr Haustier – ein Gefährte, Freund und Familien­mitglied. Warum fühlen wir uns mit Hunden eigentlich so wohl? Und kann es der Liebe zum Vierbeiner auch zu viel werden?

Sonja Eherer und Therapiehündin Lila sind ein eingespieltes Team © RoVo Photography
 

Frauen schlafen mit ihrem Hund im Bett besser als mit ihrem menschlichen Partner oder einer Katze – das besagt zumindest eine neue Studie aus den Vereinigten Staaten, die 962 erwachsene Frauen zu ihrem Schlafverhalten befragt hat. „Die Anwesenheit eines Hundes kann bei Menschen sogar blutdrucksenkend wirken. Der Körperkontakt zum Hund entspannt die Muskeln. Evolutionstechnisch hat man sich das folgendermaßen erklärt, dass es immer ein Anzeichen für Gefahr war, wenn ein Hund angespannt ist. Umgekehrt überträgt ein entspannter Hund das Gefühl von Sicherheit", erklärt Sonja Eherer. Die Klinische- und Gesundheits-Psychologin ist seit drei Jahren selbstständig in ihrer Praxis tätig und bietet unter anderem tiergestützte Therapie mit ihrer Labradorhündin Lila an.

Lila kommt zum Beispiel in Schulen oder bei der Arbeit mit Senioren zum Einsatz. Darüber hinaus ist sie Eherers ständige Begleiterin in der Praxis. „Es schafft ganz einfach schon eine positive Grundstimmung, wenn Lila meine Patienten freundlich wedelnd an der Praxistür begrüßt. Das sorgt bei vielen für Erleichterung und Wohlbefinden."

Für einsame Menschen sind Hunde eine gute Gelegenheit, um soziale Kontakte zu knüpfen Foto © bnenin
Für viele Hundebesitzer ist ihr tierischer Freund ein ständiger Begleiter, der oft zu einem Familienmitglied wird. Dass sich die Lebensqualität und Fitness des Herrchens durch einen Hund verbessern, kommt oft allein schon von der regemäßig notwendigen Bewegung im Freien. „Hunde dienen aber auch als sozialer Katalysator und schaffen Freunde", so Eherer. Über einen Hund würden sich leichter Gespräche ergeben und er erleichtert den Kontakt mit Fremden. Darüber hinaus vermittelt ein Hund seinem Besitzer auch in schwierigen Lagen das Gefühl, wichtig und unersetzlich zu sein. „Ein Hund beurteilt niemanden nach Äußerlichkeiten, sondern nimmt dich einfach so an, wie du bist. Das stärkt das Selbstwertgefühl." Für viele sei ihr Hund auch ein stiller Psychiater, der auf den Kummer seines Besitzers reagiert und dem man seine Freude und sein Leid mit-
­teilt.

Nichtsdestotrotz sind aber auch zu enge Bindungen mit seinem Vierbeiner möglich. „Es ist wichtig, dass man seinen Hund auch Hund sein lässt und er seinen Alltag ausleben kann."

Ob Eherer manchen Menschen dazu raten würde, sich einen Hund zuzulegen? „Vorausgesetzt, dass derjenige Hunde mag und sich der Verantwortung gewachsen sieht, ist ein Hund gerade für alte und einsame Menschen sehr sinnvoll. Durch den Hund ergeben sich soziale Kontakte."

Bevor sich jemand einen Hund zulegt, sollte er sich allerdings darüber bewusst werden, dass ein Tier viel Arbeit bedeutet. „Man muss sich auf einen Hund wirklich gut vorbereiten. Immerhin wird er seinen Besitzer die nächsten 15 Jahre begleiten, und er braucht Erziehung, Konsequenz, Bewegung und geistige Arbeit." Darüber hinaus hat jede Rasse andere Ansprüche – es ist wichtig, sich über die richtige Erziehung und die Frage, welche Rasse zu einem passt, schon im Vorhinein Gedanken zu machen.

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