Der Fußballer, der sich beim Zweikampf das Kreuzband reißt. Die Skifahrerin, die sich bei einem Sturz neben dem Kreuzband auch noch den Meniskus verletzt. Oder der Pensionist, den auch nachts der Arthroseschmerz plagt – so wie sie leiden Millionen Menschen unter Beschwerden des Knies, dem größten und einem der wichtigsten Gelenke des Menschen. „Es wird mechanisch sehr stark belastet. Ohne ein gesundes Knie ist es schwer, sich adäquat fortzubewegen“, sagt Stephan Schwarz, Kniechirurg und Gelenksspezialist in Graz. Sicher, eine Verletzung oder Abnützung des komplexen Gelenks mag gravierend und schmerzhaft sein, resignieren muss man aber nicht. Schwarz macht Betroffenen Mut: „Die Behandlungsmethoden sind heute schonend, der Aufenthalt im Spital nicht allzu lange und die Rekonvaleszenz verkraftbar“, sagt er.
Das Kreuz mit den Bändern. Beispiel Kreuzbandriss: Selbst wenn das Knie gesund ist, reicht dafür oft schon eine bestimmte Bewegung oder Einwirkung.m„Kreuzbänder wachsen nicht mehr zusammen“, hält der Facharzt fest, der in dem Fall eine Operation empfiehlt. Dabei gehen die Ärzte heute – wie auch bei Eingriffen beim Meniskus – arthroskopisch vor. Sie nutzen also die Vorteile der Knopflochchirurgie, wenn sie das Band durch eine Sehne ersetzen. Gearbeitet wird durch kleine Öffnungen im Körper, Kameras und Spezialwerkzeuge ermöglichen den Eingriff, der für Patienten schonend ist. „Das Transplantat wird dabei vernäht, verankert, durch Kanäle im Ober- und Unterschenkel gezogen und läuft wie das Kreuzband auch durch das Knie durch“, so Schwarz. Gut zwei bis drei Monate dauert es, bis der Patient be- schwerdefrei ist, erfolgreiche Re- habilitation vorausgesetzt.
Ausweg Knieprothese. Nach einer ähnlichen Zeitspanne können sich heute auch schon Patienten mit einer Knieprothese wieder schmerzfrei bewegen. In den meisten Fällen sind es ältere Personen mit abgenützten Knorpeln, die sich für ein neues Kniegelenk entscheiden.