Bitte warten - Ihr Zugang wird eingerichtet.

Experten-WarnrufWas schlechte Haushaltshygiene mit Antibiotikaresistenz zu tun hat

Laut Experten spielt eine bessere Hygiene in unseren Wohnungen und im Alltag eine wesentliche Rolle bei der Bekämpfung der Antibiotikaresistenz.

Sujetbild © digitalefotografien - Fotolia
 

Nach Ansicht der Experten für öffentliche Gesundheit des Global Hygiene Council (GHC), ist die Verfolgung eines risikobasierten Ansatzes für die häusliche Hygiene unerlässlich, um die wachsende Bedrohung durch Antibiotikaresistenzen einzudämmen

Schätzungen gehen davon aus, dass die Resistenzraten gegen häufig verwendete Antibiotika in einigen Ländern bis 2030 40 bis 60 Prozent übersteigen könnten. Wenn keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden, kann die antimikrobielle Resistenz (AMR) bis 2050 das Leben von 10 Millionen Menschen fordern. Daher rufen die Experten des GHC zu einer Überprüfung der Hygienepraktiken im Haushalt und im täglichen Leben auf, um sicherzustellen, dass diese wirksam und angemessen für die aktuellen, dringenden Probleme der öffentlichen Gesundheit sind, wie AMR und COVID-19.

Gute Hygiene ist wichtig

In einem neuen Positionspapier, das von der GHC entwickelt und in der Septemberausgabe des American Journal of Infection Control veröffentlicht wurde, legen die Experten die Beweise dafür dar, dass eine bessere Hygiene in unseren Wohnungen und im Alltag eine wesentliche Rolle bei der Bekämpfung der Antibiotikaresistenz spielt. Eine gute Hygiene trägt auf zweierlei Weise zum Kampf gegen AMR bei:

  1. verhindert sie Infektionen und verringert dadurch die Notwendigkeit der Verschreibung von Antibiotika und
  2. verhindert sie die Ausbreitung von antibiotikaresistenten Infektionen von Mensch zu Mensch.

Das Papier legt Belege dafür vor, dass zur Minimierung der Ausbreitungschancen von Infektionen im häuslichen und kommunalen Umfeld ein gezielterer Ansatz zur Hygiene auf der Grundlage einer Risikobewertung erforderlich sei. Beispielsweise hat sich gezeigt, dass die Entfernung von infektionsverbreitenden Keimen von Hochrisikooberflächen und Händen zu kritischen Zeitpunkten, wie z.B. bei der Zubereitung von Speisen und der Benutzung der Toilette, die Ausbreitung von Infektionen von Mensch zu Mensch minimiert. Eine Interventionsstudie zeigt, dass eine verbesserte Handhygiene bei einer Gruppe von Kindern in einer Tagesstätte den Bedarf an Antibiotika gegen gängige Atemwegsinfektionen um 30 Prozent senken kann.

Tiefenreinigung empfohlen

Sally Bloomfield, Expertin für öffentliche Gesundheit und Mitwirkende an dem Papier, erklärt dazu: "Wir empfehlen dringend, anstatt das eigene Haus einer Tiefenreinigung zu unterziehen, diesen evidenzbasierten Ansatz der "Gezielten Hygiene" zu Hause und im täglichen Leben anzuwenden, und sich dabei auf die Zeiten und Orte zu konzentrieren, an denen sich schädliche Mikroben am ehesten ausbreiten, nicht nur momentan, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, sondern auch langfristig, um zur Bekämpfung von AMR beizutragen."

 

Kommentare (6)

Kommentieren
dude
0
14
Lesenswert?

Unfaßbar, welche "wissenschaftliche Studien" uns beeinflussen sollen!

Dabei ist ja dieses übertriebene Hygienedenken der 70er und 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts mehr als überholt. Nachweislich wachsen Kinder gesünder und widerstandsfähiger auf, wenn sie in regelmäßigem Kontakt mit Erde, mit Waldboden, mit Haustieren, einfach mit "Natur" kommen!
Dieser absolute Antibiotika-Mißbrauch in der Humanmedizin (für jeden Schnupfen ein Antibiotikum) und in der Veterinär-Medizin (Antibiotika in unserer Nahrung) führt zur im Artikel beschriebenen Antibiotikaresistenz!

kropfrob
0
0
Lesenswert?

Da würde ich sofort den Arzt wechseln,...

... wenn ich gegen Schnupfen ein Antibiotikum bekomme. Dann kennt dieser offenbar den Unterschied Viren <-> Bakterien nicht.

kropfrob
0
4
Lesenswert?

Super-Studie, ...

... die gleich alles auf einmal abdeckt und in einen Topf wirft: Bakterien, Mikroben - dazu zählen auch manche Pilze, Algen und Protozoen (der Malaria-Erreger), Viren. Warum soll ich davon ein einziges Wort glauben?

DavidgegenGoliath
0
7
Lesenswert?

Dieser Expertenwarnruf,

Ist das Dümmste, was ich bis jetzt gelesen habe!

differentialrechnung
2
11
Lesenswert?

Dass der Bedarf an Antibiotika gegen gängige Atemwegsinfektionen

... bei entsprechender Handhygiene in Kindertagesstätten um 30% gesenkt werden kann

und wenig darunter

ÄRZTE ZEIGEN AUF
Kinder bekommen viel zu oft Antibiotika verschrieben

So jagt eine sensationelle Überraschung die andere

Krautwickel
10
43
Lesenswert?

Gefälscht

Diese Studie habe ich nicht selbst gefälscht und Zweifel sie deshalb an. Es ist doch bekannt, daß übertriebene Hygiene für Allergien etc. verantwortlich ist und unser Immunsystem eine gewisse Anzahl an Keimen benötigt. Diese Daten können nur durch große Konzerne finanziert worden sein.