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Laut AnschoberKostenlose Grippe-Impfung für Kinder kommt

Für kostenlose und möglichst schonend erfolgende Grippe-Impfungen für die Kleinen stehen laut Gesundheitsminister Anschober 3,2 Millionen Euro bereit. Bei der Suche nach einem Corona-Impfstoff soll es keinen Alleingang einzelner EU-Staaten geben.

© (c) YakobchukOlena/Fotolia
 

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) zeigt sich trotz der zuletzt wieder steigenden Corona-Infektionszahlen nicht alarmiert. Nach dem Ministerrat am Dienstag sprach Anschober von einer "eigentlich recht stabilen Situation". Er pochte aber auf die Einhaltung von Mindestabstand und Hygieneregeln. Außerdem wird die Grippeimpfung für Kinder und Jugendliche heuer gratis.

Die Gesundheitsreferenten der Länder hatten Ende Mai eine Grippeimpfung auf Krankenschein für Alle gefordert. Dies wird nicht umgesetzt. Immerhin nimmt die Regierung aber 3,2 Millionen Euro in die Hand, um die Grippeimpfung mit zusätzlich 200.000 Dosen ins Kinderimpfprogramm aufzunehmen. Somit wird die Influenza-Impfung - neben den bisherigen Impfstoffen wie Masern-Mumps-Röteln, HPV und Pneumokokken - für Kinder und Jugendliche gratis. Außerdem kann die Impfung Kindern als Spray verabreicht werden, also ohne Nadel.

Bei Erwachsenen sieht Anschober weniger den Preis als Hindernis, denn die mangelnde Verfügbarkeit des Influenza-Impfstoffes. Dieser hat nämlich eine lange Vorlaufzeit. Heuer können die Bestellungen laut Anschober daher nur um 20 bis 25 Prozent erhöht werden. Mittelfristig strebt Anschober aber eine deutliche Steigerung der Grippe-Durchimpfung an. Denn die aktuell acht bis neun Prozent empfindet er als "beschämend gering". Für eine Herdenimmunität wären nach Ansicht der Landesgesundheitsreferenten von Ende Mai 40 bis 50 Prozent Durchimpfung nötig.

Die Entwicklung der Covid-19-Pandemie in Österreich bewertet Anschober weiterhin positiv. Er verweist darauf, dass es in den vergangenen 24 Stunden mehr Genesene als Neuinfizierte gegeben habe. Die Zahl der aktuell Erkrankten sei dadurch um 17 von 600 auf 583 gesunken. Die Situation sei eigentlich recht stabil, zumal sich seinen Angaben zufolge nur noch 64 Patienten im Spital befinden - davon sechs auf einer Intensivstation. In den seit März wieder geöffneten Bereichen gab es laut Anschober "keine negative Entwicklung": "Meine Sorge würde dann steigen, wenn wir bei einzelnen Clusterbildungen nicht wüssten, woher die kommen."

Sehr wohl kritisch sieht der Gesundheitsminister, dass das Risikobewusstsein bei einem "überschaubar kleinen Teil der Bevölkerung" abgenommen habe. Er appellierte daher neuerlich, weiterhin Mindestabstand und Hygienebestimmungen einzuhalten: "Alle sehnen sich nach einem schönen Sommer - aber bitte mit Verantwortung."

Bei der Suche nach einem Corona-Impfstoff geht Anschober davon aus, dass es keinen Alleingang einzelner EU-Staaten geben wird. Die EU habe eine gemeinsame Steuerungsgruppe zur Beschaffung eines Impfstoffes eingerichtet, um bei allen potenziellen Großproduzenten gemeinsame Vorreservierungen abzugeben. Österreich wird dabei vom Sonderbeauftragten im Gesundheitsministerium, Clemens Auer, vertreten.

Kommentare (13)

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ni2k
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Jetzt reicht's, Rudi

Nur 9% der Österreicher sind gegen Grippe geimpft. Die meisten werden trotzdem krank. Die Grippeimpfung ist einer der großen Ladenhüter der Pharmaindustrie. Nicht ohne Grund, denn diese Impfung ist selbst unter Schulmedizinern umstritten. Der Rudl entwickelt sich leider vom Gesundheitsminister zum Krankheitsminister. Eltern, die ihre Kinder gegen Grippe impfen lassen, riskieren für ein paar Monate Impfschutz einen Impfschaden. Einem gesunden Menschen kann weder Grippe noch Corona viel anhaben. Wäre es nicht klüger, gratis Äpfel in die Schulen zu stellen, das freut die Apfelbauern, fördert die Gesundheit und die Abwehrkräfte unserer Kinder und schadet bestimmt niemandem. Aber die unsinnigste aller Impfungen gratis auszugeben halte ich nicht nur für falsch, sondern in der von Covid (das ja auch eher eine Gefahr für schlecht aufgestellte Gesundheitssysteme und nicht so sehr für einzelnr Menschen ist) verängstigten Zeit für gesundheitspolitisch fahrlässig.

redbull
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Wie kommen Sie darauf,

dass Corona gesunden Menschen nicht viel anhaben kann? Sind Sie Arzt? Haben Sie schon Lungen von vorher gesunden Menschen, die an Corona erkrankt waren, untersucht?

ni2k
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Lungenschau

Bin kein Arzt und untersuche keine Lungen. 'Corona' ist eine Gruppe von schnell mutierenden Viren, man 'hat' das nicht.
Aber wenn jemand keine oder nur leichte Symptome verspürt (der Normalfall bei gesunden Menschen) gehe ich davon aus, daß die Lunge aussieht wie bei jedem gesunden Menschen.
Aber Ihr Kommentar klingt ja so, als könnten Sie uns hier etwas über den Zustand der Lungen nach einer Erkrankung berichten, daß würde zumindest mich sehr interessieren...

erstdenkendannsprechen
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nein, da liegen sie falsch.

an der uniklinik inssbruck wurden die folgen bei erkrankten menschen untersucht. und man kam zu dem ergebnis, dass irreversible lungenschäden bei vollkommen gesunden menschen, die nur einen leichten verlauf mit kaum symptomen hatten, vorkommen. einer der patienten war zb. sportler, taucher um genau zu sein.
auch andere - keine risikopatienten, jung, gesund, müssen mit den folgen leben.
die innsbrucker-uni-klinik-ärzte hätten sich aber ihre untersuchungen sparen und einfach sie fragen können. oder den patienten einen apfel anbieten...

Alexm
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Impfen? Was und wie viel denn noch?

In unserer Familie hat noch keiner jemals die Grippe gehabt. Meine Kinder sind gegen fast alles geimpft aber gegen Grippe und Covid falls der jemals auf den Markt kommt, werde ich das sicher nicht auch noch reinpulver.

plolin
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Alexm

da bin ich ganz bei dir !

lombok
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Um welchen Influenza-Stamm geht es denn im kommenden Herbst?

Kann mir die Politik bitte sagen, wie man wissen will, gegen welchen Grippe-Stamm geimpft wird? Dieser mutiert ja jährlich! Und andererseits wissen wir, wie lange für eine Impfung geforscht werden muss!

Das passt für mich jetzt also nicht zusammen. Man ruft zum Impfen auf, weiß aber nicht, welche Mutation im kommenden Herbst zu bekämpfen sein wird.

Ich will hier im Forum nicht anecken oder gegen die Impfung mobilisieren! Ich will es einfach verstehen, ob ich richtig denke ...

erstdenkendannsprechen
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meine güte - das ist ja nicht neu,

informieren sie sich halt, über die grippeimpfung, deren durchführung, entstehung, forschung, das grippemonitoring usw. gibt es genug - mehr als genug - information.
sich zu informieren ist ihnen anscheinend zuviel arbeit, und sie fabulieren lieber irgendwas herum.
es wird nicht gegen "einen stamm" geimpft, sondern immer gegen mehrere. "der grippestamm mutiert jährlich" - welcher? alle? jährlich - also nach dem kalender? das ist bullshit, sorry.
es kommen in jeder saison mehrere grippestämme vor, regional unterschiedlich, in westösterreich war es heuer zb influenza a h3n2, in ostösterreich gemischt, in osteuropa hauptsächlich ein influenza b-stamm. kann nächstes jahr anders kommen. natürlich mutieren die viren, aber nicht "jährlich". hier geht es eher darum, zu erraten, welche stämme sich in der grippesaison verbreiten werden. um einmal kurz anzuschneiden. aber wie gesagt: es gibt genügend quellen, wo man sich über influenza, impfung, vorkommen usw. informieren kann.

redbull
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Südhalbkugel

Da die Grippewellen hauptsächlich im Winter auftreten, weiß man im Herbst schon, welche Grippeviren im Sommer auf der Südhalbkugel (wo zu der Zeit Winter ist) aufgetreten sind. Das kann sich natürlich noch ändern bis bei uns Winter ist, aber es ist schon hilfreich.

ni2k
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Wahrsagekugel

Das hat in etwa die Trefferquote einer 3 wöchigen Wetterprognose...
Würdest du deinem Kind so etwas verabreichen?
Und mit welchem Ziel?
Grippe ist für gesunde Kinder in der Regel harmlos.
Und ja, da ist ein Restrisiko.
Für wen das ein Problem ist, der sollte aber erstmal nicht mehr autofahren (wesentlich gefährlicher). Das Leben ist halt lebensgefährlich..

erstdenkendannsprechen
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da geht es weniger um die kinder - denen die impfung nichts ausmacht - und ja, da ist ein restrisiko

sondern um die verbreitung der grippe.
bei grippe (je nach stamm) sind nämlich schon die kinder die treiber der epidemie (so eine starke grippesaison am anrollen wäre). und eine starke grippewelle und corona will man nicht haben. ob das wirklich was wirkt kann ich auch nicht beurteilen.

lombok
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@redbull

Gute These!

scionescio
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Im Vergleich zu den anderen Corona-bedingten Kosten, sollten alle Impfungen gratis sein (von Zecken bis HPV) ...

... und am besten die entsprechenden Tests auch gleich dazu - unter Garantie billiger als die Folgekosten!