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Umdenken notwendigWie man Magersucht erfolgreicher behandeln kann

Die Krankheit Magersucht hat nicht nur psychologische Ursachen. Bisher nur dürftige Erfolge in der Therapie.

Magersucht: Ein Umdenken ist notwendig
Magersucht: Ein Umdenken ist notwendig © (c) AP (DIANE BONDAREFF)
 

Magersucht ist keine rein psychologische Erkrankung, daran sind auch Veränderungen in Stoffwechselgenen beteiligt, fand ein Forscherteam mit österreichischer Beteiligung heraus. Wenn man dies in der Therapie berücksichtigt, könne man die bisher mangelnden Erfolge im Kampf gegen die Krankheit vielleicht in Zukunft verbessern. Die Studie erschien in der Fachzeitschrift "Nature Genetics".

Ein Team um Cynthia Bulik von der University of North Carolina (USA) fand mit Erbgutvergleichen bei 17.000 Magersucht-Patienten und 55.500 anderen Personen Gene, die bei Patienten mit der Essstörungs-Krankheit anders sind als bei Nicht-Betroffenen. An der Studie arbeiteten auch Forscher der Medizinischen Universität Wien mit.

Hintergrund

Magersucht (Anorexia nervosa) betrifft bis zu vier Prozent der Frauen. Männer sind viel seltener betroffen (0,3 Prozent), aber zum Beispiel war der österreichische Schriftsteller Franz Kafka laut Experten magersüchtig und schilderte die Krankheit in der Erzählung "Der Hungerkünstler" aus der Sicht eines Betroffenen.

Sie ist teils erblich und die Todesrate ist bei Magersucht höher als bei anderen psychiatrischen Störungen. Bis heute sind die Behandlungserfolge "inakzeptabel dürftig", so die Forscher in der Fachzeitschrift.

Sie fanden zwischen Magersucht-Patienten und anderen Personen Unterschiede bei Genen, die in Gehirnregionen für die Ess-Motivation und Belohnung nach Nahrungsaufnahme aktiv sind. Zusätzlich unterschieden sich Gene, die im Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsel eine Rolle spielen.

Demnach müsse man umdenken und die Anorexia nervosa (was so viel wie "nervlich bedingte Appetitlosigkeit" bedeutet) als sowohl psychiatrische wie Stoffwechsel-Erkrankung ansehen und behandeln, erklären sie.

Umdenken ist notwendig

Bisher habe man den niedrigen Body-Mass-Index (BMI) bei den betroffenen Personen rein als Folge psychologischer Symptome, wie einem zwanghaften Willen, schlank zu sein und der Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper, angesehen. "Diese Sichtweise hat versagt, Interventionen hervorzubringen, die verlässlich zu einer anhaltenden Gewichtszunahme und psychologischen Genesung führen", schrieben die Forscher.

Offensichtlich würden grundlegende Stoffwechsel-Fehlsteuerungen zu den Problemen der Patienten beitragen, einen gesunden BMI aufrecht zu halten, selbst wenn sie therapeutisch aufgepäppelt wurden. Berücksichtigt man dies, könnte man die Therapiechancen bei der oft tödlichen Krankheit möglicherweise entscheidend verbessern, meinen sie.

Kommentare (1)

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brosinor
8
7
Lesenswert?

Bitte

bitte nicht Schlanke gleichsetzen mit Magersüchtigen.
Magersucht ist eine Krankheit.
Schlanksein ist eine gesunde Lebenseinstellung.
Die Frau auf dem Foto ist schlank

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