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StudieStress lässt den Bauch wachsen

Wer unter Mobbing, Familienstreitereien und Lärm leidet oder ständig Angst um seine Existenz hat, isst auch mehr. Das zeigt eine neue Studie, die an Männern durchgeführt wurde.

Männer, die unter psychosozialen Stress leiden, essen mehr
Männer, die unter psychosozialen Stress leiden, essen mehr © (c) Kurhan - stock.adobe.com
 

Psychosozialer Stress wird als ein wichtiger Risikofaktor für eine zu hohe Nahrungsaufnahme und in der Folge Übergewicht angesehen. Gemeint ist mit dieser Art von Stress eine psychische Belastung, der durch das Umfeld der Menschen entsteht. Beispiele sind Mobbing am Arbeitsplatz, schwere Familienverhältnisse oder auch Lärmbelastung und Geldmangel.

Deutsche Forscher aus Lübeck stellten für ihre Studie die Hypothese auf, dass psychosozialer Stress die Nahrungsaufnahme von Menschen beeinflusst und auch Einfluss auf das Energiegleichgewicht im Gehirn nimmt. Dazu führten sie eine Studie mit 14 gesunden Männern durch. Mithilfe eines Stresstests wurde die Hälfte der Männer psychosozialem Stress ausgesetzt, während die andere Gruppe als Kontrollgruppe diente. In einem weiteren Test wechselte die Gruppenzugehörigkeit und diejenigen, die zuvor in der Gruppe waren, die dem Stresstest ausgesetzt war, gehörten dann der Kontrollgruppe an und umgekehrt.

Bei allen Männern wurde die Konzentration von Energieträgern - Stoffe, dessen Energie für den Körper nutzbar gemacht werden kann - im Gehirn und der Gehalt von Stresshormonen im Blut gemessen. Ebenso wurde die Blutzuckerkonzentration bestimmt. Die Männer durften nach dem Test an einem Ess-Buffett so viel essen wie so wollten – die Menge der verzehrten Lebensmittel und deren Energiegehalt wurde dann bestimmt.

Stress erhöht die Nahrungsaufnahme

Es zeigte sich, dass der Stresstest bei allen Männern den Gehalt des Stresshormons Kortison im Blut steigerte. Ebenso erhöhte sich der Fettgehalt der Kost um 25 Prozent und die Lebensmittelzufuhr der durch den Test gestressten Männer stieg um 41 Prozent im Vergleich zu der Kontrollgruppe. Die Blutzuckerkonzentration der Männer wurde durch den Stresstest nicht beeinflusst. Die Konzentration der Energieträger im Gehirn stieg an – in ihrer Hypothese waren die deutschen Forscher gegensätzlich dazu davon ausgegangen, dass die Energieträger im Gehirn nach dem Stresstest abnehmen würden.

Die Studienautoren schlussfolgerten, dass ihre Untersuchung bereits bestehende Annahmen bestätigt, dass psychosozialer Stress die Nahrungsaufnahme erhöht. Die Beobachtung, dass die Energieträger im Gehirn nach dem Stresstest erhöht waren, lässt vermuten, dass die Mechanismen im Gehirn, die das durch Stress ausgelöste übermäßige Essen fördern, auch einen Einfluss auf die Konzentration der Energieträger im Gehirn haben.

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