Bei Piercings kann die Wundheilung Monate dauern - am Ohr sogar bis zu einem Jahr. In dieser Zeit ist das Infektionsrisiko ausgesprochen hoch und sorgfältige Hygiene daher besonders wichtig. "Zum Waschen sollten Gepiercte deshalb zwei Mal täglich antibakterielle Seife benutzen und Rückstände auf dem Piercingschmuck mit Salzwasser entfernen", rät Thomas Fendel vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte.

Desinfizieren. Infektionen am Ohr könnten Jugendliche während der Wundheilungsphase zusätzlich durch das Reinigen von Handy und Telefonhörer mit Alkohol vorbeugen. Brillenträger sollten auch ihr Brillengestell regelmäßig säubern.

Risiken und Konsequenzen. Junge Menschen sind laut Fendel in der Regel selten über die Konsequenzen und Risiken ihres Körperschmucks aufgeklärt. Dabei könne auch die Wahl der richtigen Länge eines Piercingstifts von Bedeutung sein: An den Ohren verringerten längere Piercingstifte beispielsweise das Risiko des Einwachsens, bei der Zunge könnten kürzere Stifte eine Sprechbehinderung und die Beschädigung der Zähne minimieren. Besonders empfindlich ist nach Angaben des Arztes der obere Ohrbereich. Im Mundbereich und an der Zunge könne es zu starken Blutungen kommen, die Zunge könne anschwellen und das Atmen behindern.