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Mondkalender"Das Wissen über den Mond war nie geheim"

Auf welche Weise beeinflusst der Mond die Natur und das Leben? Manfred Neuhold, Autor des Mondkalenders 2021, ist überzeugt, dass es ideale und weniger ideale Tage für das Pflanzen von Bäumen, Entschlackung und vieles andere gibt.

Beautiful magic blue night sky with clouds and fullmoon and stars
© volhavasilevich - stock.adobe.co
 

Herr Neuhold, Sie beschäftigen sich seit Jahrzehnten mit dem Einfluss des Mondes. Auf welcher Basis berechnen Sie die Daten, die Sie in Ihrem Mondkalender anführen?

Manfred Neuhold: Ich muss zunächst klarstellen: Sternzeichen und Sternbilder sind nicht dasselbe! Sternzeichen sind in der Astrologie gebräuchlich. Jedem der zwölf Sternzeichen wird pauschal ein Winkel von 30 Grad zugeordnet. Sternbilder dagegen bilden den tatsächlichen, astronomisch exakt berechneten Zustand des uns umgebenden Universums in einem bestimmten Kreissektor ab. So steht der Mond, von der Erde aus gesehen, immer vor einem bestimmten Sternbild. Der Kreissektor, den der Mond vor diesem Sternbild durchläuft, ist je nach Sternbild unterschiedlich groß. Die Einflüsse des Mondes stammen nur zu einem geringen Teil von ihm selbst, im Wesentlichen geht es um die Gravitation.

Mondkalender 2021

Der Mondpultkalender, das Mondjahrbuch und ein Jahreskalender von Mondexperten Manfred Neuhold sind als Paket exklusiv für Vorteilsclubmitglieder in allen Büros der Kleinen Zeitung, auf shop.kleinezeitung.at und unter
0800 5566 40526 um 10,90 Euro erhältlich. Solange der Vorrat reicht.


Was sagen Sie jenen, die die Tipps aus Mondkalendern in den Bereich der Esoterik verweisen?

Da müssen wir zuerst den Begriff „Esoterik“ abklären. Das Wort kommt vom griechischen „esoterikos“, also „innerlich“ und meint in seiner ursprünglichen Bedeutung einen „inneren Kreis“, dem ein bestimmtes Wissen zugänglich ist. Also ein „Geheimwissen“, im Gegensatz zur „Exoterik“, Wissen, das allgemein zugänglich ist. Das Wissen um die Mondeinflüsse war nie ein „Geheimwissen“. Man war immer um die Verbreitung bemüht. Schon die ersten Verfasser von Mondkalendern, die sumerische Priesterschaft, haben ihre Erkenntnisse publiziert – auf einer Steintafel, die jeder ansehen konnte. Sonst hätten sie auch den Zweck ihrer Forschung nicht erreicht: eine bessere Weizenernte. Bis in die jüngste Vergangenheit waren die wichtigsten Träger des Mondwissens Bauern und Bauernkalender. Von Esoterik kann da nicht die Rede sein!
Inwieweit gibt es bei der Berechnung der Mondeinflüsse eine Überschneidung mit der Astrologie?

Da gibt es keine Überschneidung. Die Daten der Mondeinflüsse sind für den Alltagsgebrauch berechnet, für Gesundheit, Kosmetik, Haushaltsarbeit, Garten und Pflanzen. Die Astrologie ist in Methode und Zweck ganz anders ausgerichtet. Bei der Astrologie geht es um das Erkennen der persönlichen Disposition und der Potentiale.

Verraten Sie uns, warum der Neumond-Tag der ideale Entschlackungstag und der Vollmond-Tag ein Fasttag sein soll?

Der Umlauf des Mondes um die Erde bewirkt einen Zyklus. Er gibt einen gewissen Takt an, einen Rhythmus der Natur. Diesen Rhythmus merken wir auch bei unserer Ernährung. Auch bei gleichbleibenden Ernährungsgewohnheiten haben wir bei zunehmendem Mond viel häufiger ein Völlegefühl und nehmen auch rascher zu als bei abnehmendem Mond. Im zunehmenden Mond ist der Körper auf Speichern ausgerichtet. Am schlimmsten ist der Vollmondtag, da ist der Energiespeicher wie ein Schwamm. Wenig von der zugeführten Energie wird direkt verwertet, der Großteil wird gespeichert. Deshalb ist es sinnvoll, den Vollmondtag als Fasttag zu nutzen. Ganz anders im abnehmenden Mond. Da gibt der Körper ab, was er loswerden will. Es ist also die Phase der Entschlackung mit dem Höhepunkt am Neumond-Tag. Wer diesen als Entschlackungstag – etwa mit Brennnesseltee – nutzt, kann vieles gut machen.

Als Beweis für den Einfluss des Mondes wird gerne auf die Gezeiten, auf Ebbe und Flut verwiesen. Wissenschaftler behaupten aber, dass sich dieser Einfluss keineswegs auf den Menschen übertragen lässt.

Was mit naturwissenschaftlichen Methoden nicht bewiesen werden kann, darf es offensichtlich nicht geben. Dass es auch anders geht, hat die ETH Zürich gezeigt mit einer fachübergreifenden Studie über das Mondholz. Die Mondstellung – nicht nur die Mondphasen – beeinflusst nicht bloß den Wassergehalt im lebenden Baum und im geernteten Holz, sondern sogar die Struktur der Zellen.

Bäume sind aber keine Menschen.

Nein, aber zweifelsfrei ist der Einfluss auf Bäume belegt. Skeptiker müssen sich somit die Frage gefallen lassen: Warum sollen Bäume als einzige Lebewesen dem Einfluss des Mondes ausgesetzt sein?

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Danke für Ihr Verständnis.

hbratschi
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Lesenswert?

und solche "experten"...

...dürfen hier ihre weisheiten von sich geben. das liegt halt daran, dass geld nicht stinkt und sich dieses mit hilfe des mondes (bzw der leichtgläubigkeit vieler) ja erstaunlich leicht vermehren lässt. so gesehen hat herr neuhold genau das richtige gemacht. aber es gibt ja auch wirklich menschen, die an die wirkung des mondes glauben, obwohl das immer wieder zweifelsfrei widerlegt worden ist. na gut, glauben heißt halt nix wissen. die trumpwähler glauben ja auch noch immer, dass ihrem präsidenten unrecht geschieht...