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Neues OGH-UrteilGilt auch die Kopie eines eigenhändig geschriebenen Testaments?

Nach dem Tod einer geschiedenen Frau ohne Kinder im Jahr 2017 gab es nur die Kopie eines eigenhändig geschriebenen und unterschriebenen Testaments von 2004, auf dem die Verstorbene 2003 noch selbst handschriftlich Änderungen durchgeführt und unterschrieben hatte. Der OGH entschied nun im Erbenstreit um die Gültigkeit dieses letzten Willens.

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© (c) reinhard sester - stock.adobe.com (reinhard sester)
 

Bis zu ihrer Übersiedlung in ein Pflegeheim 2014 wohnte die seit damals auch besachwaltete Frau gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten in einem Haus in Niederösterreich. Die Kopie des Testaments samt originalen Änderungen, in dem die Frau ihr Vermögen ihrem Lebensgefährten und, sollte dieser die Erbschaft nicht antreten können, zwei Ersatzerben vermachte, wurde in einem Kuvert in einer verschlossenen Schatulle in eben diesem Haus aufbewahrt. Der Lebensgefährte verstarb 2014. Die beiden „Ersatzerben“ wollten 2017 schließlich mit eben diesem Testament zu gleichen Teilen ihr Erbe antreten und rechtfertigten das Abhandenkommen des Originals der letztwilligen Verfügung mit dem schlechten geistigen Gesundheitszustand der Erblasserin und ihrer damit einhergehenden mangelhaften Fähigkeit, Ordnung zu halten. Es habe sich lediglich um einen zufälligen Verlust der letztwilligen Anordnung und nicht um einen Widerruf gehandelt. Die Verstorbene sei zuletzt ein „Messie“ und das Auffinden des Originaltestaments in ihrem Haus mit Sicherheit nicht möglich gewesen. Dieses sei im Zuge des Verkaufs und der Räumung des Hauses im Jahr 2016 verloren gegangen. Der wahre Wille der Erblasserin sei aufgrund der vorliegenden handschriftlich ergänzten Testamentskopie von 2003 evident, nämlich die Einsetzung des Lebensgefährten als Erben sowie die Nennung seiner Ersatzerben.

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