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Schlechte ReinigungWarentest ergibt: Wasch­nüsse und -kastanien sind nutzlos

Waschkastanien und -nüsse versprechen einen umweltschonenden Gegepol zu herkömmlichen Waschmitteln zu bilden. Doch die Stiftung Warentest warnt: Die Produkte waschen miserabel, lassen die Wäsche vergrauen und die Waschmaschine verkalken.

soap nuts in a bowl on the washing machine and lavender oil, detergent powder, selective focus
Im Warentest durchgefallen: Waschkastanien und -nüsse © (c) nadisja - stock.adobe.com
 

Eigentlich sollen Waschkastanien und -nüsse eine umweltschonende Alternative zu herkömmlichen Waschmitteln bilden. Das heißt konkret: Die beiden Produkte sollen ohne chemische Zusätze sauber waschen. Im Vergleich zu einem getesteten Colorwaschmittel fallen die alternativen Produkte allerdings durch.

Das hat mehrere Gründe: Die Wäsche vergraut rasant und Nüsse und Kastanien schaffen es nicht, Flecken zu entfernen. Und: Nüsse und Kastanien schaffen es nicht, die im Wasch­wasser gelösten Schmutz­partikel in der Schwebe zu halten. Statt­dessen beginnen sich die Partikel mit der Zeit auf den Textilfasern abzusetzen. Das Flüssig-Color hingegen sorgt dafür, dass der Dreck mit dem Spül­wasser am Ende abfließt. 

Auch mit der Fleck­entfernung hadern die Natur­produkte. 20 "alltägliche Verschmut­zungen" wie Tee, Spinat und Schoko-Dessert entfernen sie so gut wie gar nicht. Selbst nach einer 40-Grad-Wäsche sind sie noch deutlich zu sehen.

Gut für die Umwelt? Von wegen!

Auch ökologisch sind die Alternativprodukte kein Fortschritt. Sie behaupteten sich so schlecht, dass Nutzer vermutlich einen neuen Waschgang durchführen müssen. Das bedeutet einen erneuten Strom- und Wasserverbrauch. Außerdem werden gergraute Textilien vermutlich unnötig schnell entsorgt. Ist das Wasser hart, kann zusätzlich die Waschmaschine schnell verkalken, weil die Öko-Mittel keine Wasserenthärter enthalten.

Die durch die Produktion neuer Textilien verursachten Umwelt­belastungen sind höher als die allenfalls geringe Entlastung der Klär­anlagen durch Verwenden der Baumfrüchte.

Problemnuss in Indien

Das gefragte Biowaschmittel sind eigentlich Früchte des Waschnussbaumes "Ritha". Die Nüsse haben in der Regel eine weite Reise hinter sich, denn sie kommen ursprünglich aus Indien. Während im Westen die Nachfrage nach dem Schalengewächs steigt, explodiert im Herkunftsland der Preis. Für die indische Bevölkerung sind die Nüsse kaum noch erschwinglich.

Das Problem: Die indische Bevölkerung greift zunehmend auf chemische Waschmittel zurück. Das Abwasser wird in dem südasischen Land allerdings aufgrund fehlender Anlagen kaum geklärt.


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