AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

Alternative Suchmaschinen im AK-TestEs muss nicht immer Google sein

Die Arbeiterkammer hat sechs kleinere Suchmaschinen getestet und kommt zum Schluss: Sie punkten mit guten Ergebnissen und gehen sorgsamer mit persönlichen Daten um. Welche Suchmaschinen einen Versuch wert sind - und wie man Suchanfragen gut gestaltet.

© (c) Gajus - stock.adobe.com (Gaj Rudolf)
 

Auch, wenn echte Herausforderer zum US Suchmaschinengiganten Google nicht in Sicht sind, gibt es sie doch: brauchbare Alternativen, die auf ganz andere Geschäftsmodelle setzen und mit hohen Datenschutzstandards werben. Das Österreichische Institut für angewandte Telekommunikation (ÖIAT) hat im Auftrag der Arbeiterkammer sechs Suchdienste unter die Lupe genommen:

  1. Qwant (Frankreich, Werbung und öffentlich finanziert)
  2. DuckDuckGo (USA, Werbung und Provisionen von Onlinehändlern, wenn Nutzer über den Suchdienst zum Produkt kommen)
  3. Startpage (Niederlande, nicht-personalisierte Werbung)
  4. MetaGer (deutsche Meta-Suchmaschine, die die Ergebnisse anderer Suchmaschinen sortiert; Mitgliedsbeiträge, Spenden, nicht-personalisierte Werbung)
  5. eTools.ch (Schweiz, Mitgliedsbeiträge, Spenden, nicht personalisierte Werbung)
  6. Swisscows (Schweiz, Spenden)

Der AK Test zeigt: Die ausgewählten Suchhilfen treten mit dem Versprechen an, Datenschutz und Privatsphäre ernst zu nehmen. Sie nutzen zwar teilweise Personalisierungen zur Verbesserung der Treffsicherheit der Ergebnisse, sie erheben dabei aber nur die Suchbegriffe, nicht Daten über Nutzer: Suchanfragen werden von der IP-Adresse entkoppelt. Cookies zu Suchpräferenzen werden maximal lokal gespeichert und können vom User auch gelöscht werden. Damit werden auch keine umfassenden Nutzerprofile mit Daten aus anderen Diensten erstellt und persönliche Daten auch nicht weiterverkauft. „Die Ergebnisse unseres Praxistests zeigen: Alternative Suchmaschinen können mit ihrer Qualität durchaus überzeugen“, resümiert AK-Konsumentenschützerin Daniela Zimmer. „Nutzer müssen beim Umstieg zwar eingespielte Gewohnheiten aufgeben, schützen damit aber besser ihre Daten.“

So funktioniert die Nutzung

  • Wählen Sie gute Suchbegriffe: Je genauer Suchbegriffe sind, desto besser sind die Ergebnisse. Also: Weg von der Eingabe von Fragen hin zu durchdachten Suchbegriffen! Probieren Sie mehrere Begriffe aus und vergleichen Sie die Ergebnisse.
  • Nutzen Sie „“: Mit Anführungszeichen erzielen Sie treffsichere Ergebnisse. Sie können besser eingren­zen, wohin die Reise gehen soll. Vor allem bei Namen ist das sehr sinnvoll.
  • Zweite Chance geben: Nicht immer sind die ersten Ergebnisse auch die besten – durchforsten Sie bei Bedarf auch mehrere Ergebnisseiten.
  •  Verwenden Sie Filtermöglichkeiten: Die Suchdienste bieten unterschiedliche Filter an, um Ergebnisse einzuschränken. Von Regionen hin zu Relevanz und themenspezifischen Einordnungen. Es zahlt sich aus, diese Instrumente zu nutzen!

So ändern Sie die Suchmaschine im Browser

In Browsern (Web und mobil) sind Suchmaschinen vorab eingestellt – wenn Sie in der Suchleiste einen Begriff eingeben, wird diese Suchmaschine als Standard genutzt. Wenn Sie nicht die in Ihrem Browser eingestellte Suchmaschine nützen wollen, können Sie dies in wenigen Schritten ändern.

  • Microsoft Edge: In diesem Browser ist Bing die Standard-Such­maschine. Gehen Sie unter „Einstellungen“ unter die „erweiterten Einstellungen“ und ändern Sie den Anbieter.
  • Google Chrome: In diesem Browser ist Google die Standard-Such­ma­schine. Unter den „Einstellungen“ finden Sie unter „Such­ma­schine“ bei „Suchmaschinen verwalten“ die Option vor, bei der Sie andere Suchdienste hinzufügen können.
  • Mozilla Firefox: In diesem Browser ist Google die Standard-Such­maschine. Unter den „Einstellungen“ und „Suche“ können Sie die Standard-Suchmaschine ändern. Es sind nicht alle alternativen Such­dienste, die in diesem Praxistest erwähnt werden, als Option enthalten. Unter den entsprechenden Kapiteln finden Sie, wie Sie über Add-Ons auch Suchdienste wie Qwant installieren können.
  • Apple Safari: In diesem Browser ist Google die Standard-Suchmaschine. Unter „Einstellungen“ und dem Tab „Suchen“, können Sie zwischen Yahoo, Google, Bing und DuckDuckGo wählen. Wollen Sie eine weitere Suchmaschine hinzufügen, können Sie das über die Erweiterungen machen.

Für Smartphone und Tablet

Wollen Sie die Standard-Suchmaschine mobil verändern, können Sie das in den Einstellungen tun – es gibt aber nur wenige wählbare Suchdienste. Für die Suche am Smartphone/Tablet empfiehlt es sich deshalb, die Apps der Suchdienste herunterzuladen. Alternativ kann eine Suchmaschine auch als Startseite im mobilen Browser eingerichtet werden.

Google in Zahlen

Der Weltmarktführer unter den Suchmaschinen bringt es auf 3,5 Milliarden Suchanfragen pro Tag (YouTube-Suche nicht eingerechnet). Google hat in Österreich und Deutschland Marktanteile bis zu 95 Prozent für die Suche mittels PC oder Handy. Rund 80 Prozent der Handys sind mit Googles Betriebssystem Android ausgestattet.

Die EU-Kommission versucht schon seit 2010 gegen Googles Dominanz vorzugehen. Jüngst sanktionierte sie Googles wettbewerbsbehinderndes Verhalten – Handyhersteller, die Zugriff auf Googles Apps-Store haben wollten, mussten etwa die Google-Suche voreinstellen. Für diesen Verstoß gegen EU-Kartellrecht verhängte die EU die – nicht rechtskräftige – Geldbuße von über vier Milliarden Euro.

 

 

Diskutieren Sie mit - posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung! Kommentieren