PipelifeDoris Strohmaier: "Eine klare Vision haben"

Dieses Mal in der Business Lounge: Doris Strohmaier, Chief Operating Officer bei Pipelife International.

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
© 
 

Von welchem Beruf haben Sie als Kind geträumt?
Flugbegleiterin, Fliegen war für mich damals etwas Besonderes und ich wollte schon als Kind die Welt sehen.

Was haben die Lehrer über Sie gesagt?
Ich war eine lebhafte Schülerin, wenn ich von den Lehrern nicht entsprechend beschäftigt wurde, habe ich wohl etwas viel Übermut an den Tag gelegt.

Auf welche außerschulische Leistung sind Sie heute noch stolz?
Dass ich im Laufe meiner Karriere viele Menschen auf ihrem beruflichen Weg begleiten durfte.

Wer hat Sie am meisten gefördert?
Meine Eltern, die mir eine solide Ausbildung ermöglicht und fast alle außerschulischen Aktivitäten unterstützt haben.

Wo haben Sie das Führen gelernt?
Ich frage mich, was Menschen zu Höchstleistungen animiert und wie man ein Umfeld schaffen kann, in dem jeder sein Bestes gibt. Ich versuche, dementsprechend zu führen.

Auf wessen Rat hören Sie?
Ich höre auf jeden guten Rat aus meiner privaten und beruflichen Umgebung.

Zur Person

Doris Strohmaier, geboren in Deutschlandsberg, ist seit November 2017 als Chief Operating Officer bei Pipelife International für 1350 Mitarbeiter in elf Ländern verantwortlich.
Nach ihrem Studium (USA, Österreich) war sie unter anderem für Chrysler tätig. Von 2007 bis 2016 war sie in der Geschäftsführung der Hobas-Gruppe. Sie ist verheiratet und hat einen Sohn (8).

Was zeichnet einen guten Chef aus?
Ein guter Chef hat eine klare Vision von der Zukunft. Er hat das große Ganze im Blick und er ermöglicht allen Mitarbeitern, ihren Beitrag zu diesem zu leisten. Er kennt und nutzt die Stärken der Mitarbeiter und denkt positiv. Vor allem aber ist er charakterlich integer: Er meint, was er sagt, und handelt auch danach.

Was schätzen Sie an Mitarbeitern?
Ich schätze es, wenn Mitarbeiter Verantwortung übernehmen, den Status quo kritisch hinterfragen und heute besser sein wollen, als sie es gestern waren. Außerdem ist es mir wichtig, Neues voranzutreiben sowie mit- und querzudenken.

Wann haben Sie zuletzt etwas Neues gelernt?
Ich lerne jeden Tag. Sei es durch Gespräche oder das Lesen von Start-up-, Marketing-, Hightech- oder Wirtschaftsnews, aber auch bei der Beschäftigung mit Mint-Themen in der Ausbildung von Kindern.

Wie bewältigen Sie Stress?
Wichtiges von Dringendem trennen, auf das Wichtige fokussieren und sich selbst nicht so wichtig nehmen. Zeit mit der Familie verbringen und wenn es möglich ist, eine halbe Stunde laufen oder schwimmen.

Durch welchen Misserfolg sind Sie gereift?
Da gab es doch einige, da ich ein sehr neugieriger Mensch bin, der sich mit Routine schnell langweilt. Wenn man sich auf Neues einlässt und Wagnisse nicht scheut, gibt es zwangsweise auch Misserfolge. Das ist zwar nicht schön, aber ein Teil des Lebens und der Entwicklung. Zum Glück bin ich ein „Stehaufmännchen“, ich versuche Lehren aus den Fehlern zu ziehen und schaue schnell wieder nach vorne.

Worauf achten Sie bei einer Bewerbung?
Sprachstil, persönliche Note - weil ich Floskeln so gar nicht mag - eine klare Struktur und auf die Rechtschreibung. Im Gespräch geht es mir um Inhalte und darum, Begeisterung zu spüren.

Sind Sie für die Frauenquote in Chefetagen?
Frauen müssen sich behaupten und mit der Qualität ihrer Arbeit überzeugen. Frau-Sein allein reicht nicht aus. Aber es gibt genügend qualifizierte Frauen und wir alle wissen, dass Teams mit einem höheren Anteil an Diversität - sei es Geschlecht oder Nationalität - wirtschaftlich erfolgreicher sind. Da der Anteil an Frauen in Aufsichtsräten oder auf Vorstandsebene extrem niedrig ist, würde eine Quote wahrscheinlich rascher etwas bewegen.

Welches Buch empfehlen Sie?
Derzeit lese ich „Competing Against Time“ von George Stalk.

Was erzürnt Sie als Staatsbürger?
Populismus.

Was ist Ihr Beitrag zur Nachhaltigkeit?
Wir verwenden für gewisse Produkte und Anwendungen „post-consumer waste“ in unseren Rohren und helfen so, des Plastikmülls Herr zu werden. Wir sind unter anderem auch Partner des „The Ocean Cleanup“-Projekts.

Worauf kommt es an im Leben?
Dass man mit sich selbst im Reinen ist. Dass man sich weiterentwickelt, lernt, sich etwas traut, akzeptiert - scheitert und wieder aufsteht; dass man soziale Bindungen eingeht und Glück teilt.