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SicherheitstippsDie 10 goldenen Pistenregeln

Generell ist die Zahl der Skiunfälle zwar rückläufig, deren Schwere nimmt gleichzeitig jedoch zu: Wer sich an die zehn Pistenregeln hält, ist sicherer unterwegs.

© Jonas Glaubitz/stock.adobe.com
 

Generell ist die Zahl der Skiunfälle zwar rückläufig, deren Schwere nimmt gleichzeitig jedoch zu: Immer besseres Material verleitet zu schnellerem Fahren, was zu immer heftigeren Stürzen führt. Neben dem "klassischen Beinbruch" müssen die Christophorus-Crews des ÖAMTC daher zunehmend schwerste Verletzungen versorgen. Kopf- und Wirbelsäulenverletzungen sowie bedrohliche Schnittwunden sind kein Einzelfall mehr. In diesen Fällen spricht aus medizinischer Sicht vor allem der Faktor Zeit für die Erstversorgung durch einen Notarzthubschrauber. Skihelme, Rückenprotektoren und das Einhalten der Pistenregeln senken das Unfallrisiko jedoch erheblich.

  • Eine angepasste und vor allem beherrschbare Geschwindigkeit fahren: Umsichtige Skifahrer fahren immer auf Sicht und passen ihre Geschwindigkeit dem Können und auch den Schneeverhältnissen an. Glattgewalzte Pisten, extrem harter Schnee und vor allem immer besseres Material führen vielfach zu weit überhöhtem Tempo.
  • Die eigene Kondition richtig einschätzen und Alkohol vermeiden: Ein Sechs-Stunden-Skitag ohne längere Pause ist für viele Hobbysportler zu viel. Aus langjähriger Erfahrung wissen die Crews der ÖAMTC-Notarzthubschrauber, dass die meisten Skiunfälle in der Zeit zwischen 14 und 16 Uhr passieren. Neben Müdigkeit ist dabei manchmal auch allzu heftiger Alkoholkonsum mit im Spiel.
  • Rücksicht auf andere Skifahrer nehmen: Besonders beim Überholen (seitlicher Abstand), beim Hintereinanderfahren (Sicherheitsabstand zum Vordermann) und beim Einfahren in eine Piste (immer Blick nach oben) muss man auf andere Wintersportler achten. Anhalten sollte man nur an gut einsehbaren Stellen und immer am Pistenrand. Speziell bei fahrenden Pistenraupen muss man möglichst große Sicherheitsabstände einhalten.
  • Die Pistenmarkierungen beachten: Leichte Abfahrten sind zumeist blau beschildert, etwas anspruchsvollere Pisten sind rot markiert und auf schwere Abfahrten weisen schwarze Schilder hin. Unbedingt ernst genommen werden müssen die Lawinenwarnhinweise.
  • Abfahrten abseits der markierten Strecken sind zu vermeiden: Dort lauern nicht nur alpine Gefahren. Diese Strecken werden zumeist auch nur sporadisch von den Pisten- und Rettungsdiensten betreut und kontrolliert. Auch die Bergung aus unwegsamem Gelände gestaltet sich in der Regel schwierig. Da der ÖAMTC-Notarzthubschrauber selten direkt an der Unfallstelle landen kann, muss in den meisten Fällen eine Taubergung durchgeführt werden.
  • Innerhalb der kontrollierten Zeiten fahren: Die oft verhängnisvolle "letzte" Abfahrt ins Tal unbedingt bei Tageslicht und vor der letzten Kontrollfahrt des Pistendienstes durchführen. Schon kleine Unfälle in der Dämmerung oder gar bei Dunkelheit können durch die Wartezeit auf den Pistendienst dramatische Folgen haben.
  • Richtige Bekleidung wählen: Gerade im Gebirge kommt es häufig zu sehr raschen Witterungsveränderungen. Jeans und Pullover allein sind für den Wintersport ungeeignet.

 

Die 10 goldenen Pistenregeln

Die zehn Pistenregeln des ÖSV und der FIS, dem internationalen Skiverband, werden bei österreichischen Gerichten auch zur Klärung von Unfallursachen und Schadenersatz-Ansprüchen herangezogen.

  1. Rücksicht auf die anderen: Jeder Skifahrer und Snowboarder muss sich so verhalten, dass er keinen anderen gefährdet, schädigt oder ihn in der Ausübung seiner Tätigkeit einschränkt. 
  2. Geschwindigkeit und Fahrweise: Jeder Skifahrer und Snowboarder muss auf Sicht fahren. Er muss seine Geschwindigkeit und seine Fahrweise seinem Können und den Gelände-, Schnee- und Witterungsverhältnissen sowie der Verkehrsdichte anpassen.
  3. Wahl der Fahrspur: Der von hinten kommende Skifahrer oder Snowboarder muss seine Fahrspur so wählen, dass er vor ihm fahrende nicht gefährdet.
  4. Überholen: Überholt werden darf von oben oder unten, von rechts oder links, aber immer nur mit einem Abstand, der dem überholten Skifahrer oder Snowboarder für alle seine Bewegungen genügend Raum lässt. 
  5. Einfahren und Anfahren: Jeder Skifahrer und Snowboarder, der in eine Skiabfahrt einfahren, nach einem Halt wieder anfahren oder hangaufwärts schwingen oder fahren will, muss sich nach oben und unten vergewissern, dass er dies ohne Gefahr für sich und andere tun kann. 
  6. Anhalten: Jeder Skifahrer und Snowboarder muss es vermeiden, sich ohne Not an engen oder unübersichtlichen Stellen einer Abfahrt aufzuhalten. Ein gestürzter Skifahrer oder Snowboarder muss eine solche Stelle so schnell wie möglich freimachen. 
  7. Aufstieg und Abstieg: Ein Skifahrer oder Snowboarder, der aufsteigt oder zu Fuß absteigt, muss den Rand der Abfahrt benutzen. 
  8. Beachten der Zeichen: Jeder Skifahrer und Snowboarder muss die Markierung und die Signalisierung beachten. 
  9. Hilfeleistung: Bei Unfällen ist jeder Skifahrer und Snowboarder zur Hilfeleistung verpflichtet. 
  10. Ausweispflicht: Jeder Skifahrer und Snowboarder, ob Zeuge oder Beteiligter, ob verantwortlich oder nicht, muss im Falle eines Unfalles seine Personalien angeben. 

 

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