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Beziehung(Keine) Angst vor Nähe

Beziehung bedeutet Nähe. Doch genau das ist der Zustand, den wir am meisten fürchten, zugleich aber auch am meisten herbeisehnen.

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Man kissing woman's forehead.
© denisfilm - stock.adobe.com
 

Immer öfter trügt der Schein: Wer körperlich anwesend ist, muss nicht wirklich nah sein. In der Psychologie wird dieses Phänomen als Dissoziation bezeichnet. Menschen mit einer dissoziativen Identitätsstörung driften ab und sind ganz woanders, fühlen sich als jemand Anderes. Alltägliche Dissoziationen sind vielleicht weniger krass: Wir sehen ein Pärchen eng beieinander sitzen und verknüpfen damit Nähe. Irrtum! In Wahrheit sind die beiden durch Welten getrennt – „dissoziiert“ – und jeder in sein Smartphone vertieft. Und jeder ist real abwesenden Menschen verbundener und näher.

Ein Beispiel: Birgit aus Österreich chattete auf Mauritius mit John in Kanada und gab ihrem Mann Holger gegenüber vor, ihre romantischen Urlaubsfotos für ein Posting auf Social Media zu bearbeiten. In Wahrheit textete sie an den Kanadier über ihre Sehnsucht nach Verschmelzung. John und Birgit kannten sich seit kurzem virtuell und flirteten im Internet-Chat zeitgleich mit Birgits Candlelightdinner mit ihrem Mann. Und Holger warf Birgit vor, „nicht bei ihm und weit weg“ zu sein.
Wir leben im Zeitalter eines paradoxen Vermeidungsverhaltens in Beziehungen, was ein Widerspruch in sich ist. Denn Beziehung bedeutet Nähe. Gerade das ist jedoch der meist gefürchtete und zugleich meist herbeigesehnte Zustand.

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