Vor allem im Sommer vermehren sich Fruchtfliegen. Bei höheren Temperaturen locken verschiedene Düfte sie bevorzugt in die Küche. Ihre Eier legen sie auf überreifem Obst oder faulenden Kartoffeln ab, auch Essig oder Wein zieht sie magisch an. Will man sie wieder loswerden, gilt es zunächst den Ort der Vermehrung ausfindig zu machen.
Danach sollten in Frage kommende Substanzen weggeworfen, faulende Anteile aussortiert und noch brauchbare Vorräte luftig und trocken gelagert werden. Obst bewahrt man Lebensmittelexperten zufolge am besten im Kühlschrank auf, denn auch bei niedrigen Temperaturen verliert es nicht sein Aroma.
Anderenfalls empfiehlt es sich, das Obst regelmäßig auf weiteren Befall zu untersuchen und abgedeckt aufzubewahren. Auch der Biomüll sollte geschlossen bleiben. Leere Flaschen, die die kleinen Fliegen wegen der Getränkereste aufsuchen könnten, spült man vorsorglich am besten aus und entsorgt sie so rasch wie möglich.
Fallen selbst gemacht
Gegen die Plagegeister hilft es zudem auch, Fallen aufzustellen - und diese sind ganz einfach selbst herzustellen. Einfach ein kleines Gefäß Wasser mit einem Schuss Essig und Apfelsaft sowie einem Tropfen Spülmittel, rät die Zeitschrift „Good Health“. Die Mischung sollte direkt neben dem Obstkorb stehen. Der Säuregehalt sowie die Süße des Safts locken die Fliegen an. Durch das Spülmittel finden die Tierchen keinen Halt auf dem Wasser und ertrinken.
Allerdings ist die Anwendung unter Experten umstritten. Denn auch andere Tiere werden von den Fallen angezogen. Tierfreundlicher sind Düfte, die die Plagegeister nur vertreiben: Nelkenöl, Basilikum, Heiligenkraut und Sandelholz sollen das können.
Die gute Nachricht: Fruchtfliegen sind nicht gesundheitsschädlich. Allerdings können sie dafür sorgen, dass Früchte schneller verderben, da sie Fäulnisbakterien und Hefepilze übertragen können.
Fruchtfliegen haben einen freien Willen
Eine spannende Erkenntnis hatten Forscher vor einigen Jahren: Selbst ein scheinbar einfaches Lebewesen wie die Fruchtfliege verfügt Hamburger Forschern zufolge über einen freien Willen. Die Fliegen seien in der Lage, spontane Entscheidungen zu treffen, denen kein einfacher Ursache-Wirkung-Mechanismus zugrunde liege, schreiben die Forscher: „Selbst Fliegen-Gehirne sind mehr als reine Input-Output-Systeme.“ Die Flugmanöver von insgesamt etwa 40 Tieren - nach rechts, nach links, im Kreis - wurden jeweils eine halbe Stunde lang aufgezeichnet und mit einem ausgeklügelten Rechenprogramm analysiert. Das Ergebnis: Statt der erwarteten zufälligen Verteilung ließen die „Flugprotokolle“ eine klare Struktur erkennen. Das Gehirn der Fliegen müsse also eine Funktion beinhalten, die es ihnen ermögliche, spontan und ohne äußere Ursache ihren Flug zu variieren, schreiben die Forscher.