Barbara Blahas neue Bühnenshow „Funkenschwestern“ trägt den programmatischen Untertitel „Wie Feminismus alles besser macht“. Dass sie damit einen Nerv trifft, zeigte schon die kurzfristige Verlegung vom Dom im Berg in den größeren Saal des Grazer Orpheums. Auch dort war die Veranstaltung nahezu ausverkauft: Über 500 Besucherinnen, dazwischen ein überschaubarer Anteil Männer, folgten Blahas Einladung zur pointierten Einführung in zeitgemäßen Feminismus.
Die Show ist eine lebendige Mischung aus Vortrag, Stand-up, Präsentation und Medienbeiträgen, gewürzt mit viel Selbstironie. Die Themen sind nicht neu, aber dringlich: Frauen tragen immer noch den Großteil der unbezahlten Care-Arbeit, werden im Berufsleben häufiger übergangen und auf ihr Äußeres reduziert. Und während patriarchale Muster oft subtil daherkommen, reichen sie bis zu erschreckenden Formen von Gewalt. Blaha skizziert diese Mechanismen klar und verständlich – von Mansplaining bis zum Matilda-Effekt, der verdeutlicht, wie Frauen in der Wissenschaft systematisch unsichtbar gemacht werden.
Eintrainierte Verhaltensmuster erkennen
Blaha wirbt für Solidarität und kleine Schritte, die sofort möglich sind. Es geht darum, eintrainierte Verhaltensmuster zu erkennen und zu verändern. Etwa die innere Stimme, die Frauen ständig an Haushaltspflichten erinnert – ein mentaler Dauerdruck, der Männer so meist nicht begleitet. Also einfach einmal aufschreiben, wer welche Aufgaben im Haushalt übernimmt – und prüfen, ob das wirklich gerecht ist. Bevor jedoch der Verdacht eines Männerbashings aufkommt, betont Blaha: „Wir Feministinnen hassen keine Männer, wir hassen das Patriarchat.“ In einer feministischen Welt haben alle Männer Platz: nur halt neben und nicht über den Frauen.