Für die Bühne war er immer noch zu haben, für gut gebuchte Lesungen und Podiumsgespräche. Seine letzte Theaterrolle aber spielte er schon vor Jahren an seiner geliebten Josefstadt: den greisen Diener Firs in Tschechows „Kirschgarten“, der, als im Stück alles verloren, und das Gut seiner alten Herrschaft versteigert worden ist, allein in deren Haus zurückbleibt: vergessen, eingeschlossen, dem Tod ergeben. Schenk nahm mit diesem Part Abschied vom Theaterpublikum, das ihn ein letztes Mal frenetisch feierte. 2021 war das; das Gehen fiel ihm damals bereits zusehends schwer. „ In der Rolle“, stellte er kurz danach in einem Interview trocken fest, „hab ich das noch benützen können: durch eine Welt taumeln, die es für mich kaum mehr gibt.“
Trauer um eine Legende
Bühne und Publikum ließen ihn nie los: Otto Schenk ist tot
Einer der letzten Publikumslieblinge ist gegangen. In Otto Schenks Vortragskunst verbanden sich Weisheit und Burleskes, das Geistreiche und das Banale. Dem international gefeierten Opernregisseur blieb die Musik ein Leben lang die „große Retterin und Helferin“.
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