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Dauood-Ausstellung im Greith-HausDie Flut und der Karneval des Todes: Gerhard Roth über den Maler Adel Dauood

Schriftsteller Gerhard Roth über den Maler Adel Dauood, dem die diesjährige Sommerausstellung im Greith-Haus gewidmet ist.

Die Sommerausstellung ist bis 6. September zu sehen. Im Bild: Adel Dauood. © KK
 

Adel Dauood war mir unbekannt, bis ich im Jahr 2018 seine Bilder auf Fotografien sah. Doch von da an gingen sie mir nicht mehr aus dem Kopf. Auf den ersten Blick weckten die feinsinnigen Farbkompositionen meine Neugier. Dann erst erinnerten mich die Bilder an Ängste aus meiner Kindheit nach dem Zweiten Weltkrieg und die Bedrängnisse meiner Schulzeit und ich dachte: Hieronymus Bosch! Allerdings entdeckte ich keinen religiösen Hintergrund in den Abbildungen. Fast gleichzeitig fiel mir aber die Sintflut ein. Und als nächstes ein Filmstreifen vom Tsunami in Thailand aus dem Jahr 2004. Dann wiederum kamen mir die „Wimmelbilder“ von Pieter Brueghel d. Ä. in den Sinn, wie „Die niederländischen Sprichwörter“ und „Die Kinderspiele“ und ebenso meine Phantasien bei Nachrichten über ertrunkene Flüchtlinge im Mittelmeer. Gleich darauf waren es andere Gemälde, diesmal von Alfred Kubin und Zoran Music, die vor meinem inneren Auge „auftauchten“.

Kommentare (1)

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zweigerl
3
0
Lesenswert?

weil sie endlich sichtbar geworden sind

Dieses Sichtbarwerden wird leider nicht dem Leser dieser seltsamen Bildbetrachtung zuteil. Auch was Neues: Der Schriftsteller macht die Werke eines Malers sichtbar, und seine Ergriffenheit, die man selbst nicht visuell nachvollziehen kann, scheint auch nicht der Gefälligkeitsdienst des ortsansässigen Gerhard Roth an die einen Steinwurf entfernte Galerie zu sein.