Drei neue Fälle für das ungleiche Duo aus Psychoanalytiker Max und Inspektor Oskar haben dem ORF wieder gute Quoten beschert: Fast 800.000 Zuschauer lockte etwa die Episode „Der Schattenmann“ an. Die im Gegensatz zu den meisten der bisher neun Filme der „Vienna Blood“-Reihe nicht auf einem der Romane von Frank Tallis basierte. Für den „Schattenmann“ schnappte sich Drehbuchautor Stephen Thompson nämlich die Charaktere und Motive aus Tallis’ Büchern und zimmerte selbst einen Fall. Der vorläufige Abschluss „Der Tod und das Mädchen“ erreichte durchschnittlich 719.000 Seher. Für Statistiker: 26 Prozent der österreichischen TV-Bevölkerung ab zwölf Jahren (weitester Seherkreis, d. h. mindestens eine Minute konsekutiv genutzt) schaltete zu den großartigen Schauspielern Matthew Beard und Juergen Maurer.

Der Vergleich macht sicher: Jene Krimis, die nach einem Originalband der „Liebermann-Papiere“ inszeniert wurden, gehören zu den besseren der ohnehin gelungenen und sehr gediegenen Produktionen. Tallis schrieb aber bisher nur neun Bücher mit Freud-Schüler Max Liebermann als Ermittler, der weltweite Erfolg der TV-Reihe verlangt indes nach mehr.
Wobei „Vienna Blood“ seinen Reiz nicht bloß als Whodunit hat; die Besetzung und das Wien-Flair um die Jahrhundertwende gehören zum Erfolgsrezept.

Bei Ersterer stellte man Juergen Maurer seine Lebensgefährtin aus dem echten Leben (Maria Köstlinger) an die Seite – ein kleiner Schmunzler für Insider. Die Wege von Max und Oskar sind jedenfalls noch nicht auserzählt!
„Vienna Blood“ (Folgen 7 bis 9), derzeit in der TVthek des ORF.