Das Mittelmeer ist nicht nur in der Urlaubszeit ein Sehnsuchtsort: sich auf der blauen, glitzernden Oberfläche treiben lassen – der Inbegriff von Entspannung. Doch während unsereins den Kopf über Wasser hält, taucht Birgit Peters aus Leidenschaft ab: Die Moderatorin und Executive Producerin bei Terra Mater war bei der vierteiligen Dokureihe "Unser Mittelmeer" (ab Mittwoch, 22. Juni, 20.15 Uhr) auch Teil des Teams. Die Produktion in seiner Fülle auf einen Nenner zu bringen, ist auch für sie nicht einfach. Die beeindruckenden Zahlen: "Über vier Jahre liefen die Dreharbeiten insgesamt, bis alle Tieraufnahmen drinnen waren. 40 Kameraleute, zwölf Regisseure und 50 Wissenschaftler waren daran beteiligt. Ja, es ist schon sehr bildgewaltig", lacht sie.

Herausforderungen gab es wie Sand am Meer, besonders spannend sei es jedoch gewesen, das scheinbar Vertraute neu zu entdecken: "Auch für mich war das ein ganz neuer Blick. Wir glauben ja, dass wir das Mittelmeer kennen. Aber ich war baff, welche unglaubliche Artenvielfalt es dort gibt."

Naturfilmemacherin Birgit Peters
Naturfilmemacherin Birgit Peters
© Tor Johnson

Der Vierteiler folgt ausgewählten Tieren, wie etwa einer unechten Karettschildkröte, die auf ihrer mehrere Monate andauernden Odyssee zu ihrem Geburtsort Zakynthos zahlreichen Gefahren begegnet. Nicht wenige davon sind vom Menschen gemacht und für sie lebensgefährlich: im Meer treibendes Plastik, das Quallen ähnelt. "Schildkröten fressen sich damit voll, können dann nicht mehr abtauchen und dümpeln wie ein Korken an der Oberfläche, ganz furchtbar", spricht Peters über eine Szene, die auch im ersten Teil zu sehen ist.

Tier und Mensch teilen sich einen Lebensraum, aber die Verteilung ist alles andere als fair
Tier und Mensch teilen sich einen Lebensraum, aber die Verteilung ist alles andere als fair
© Pasquale Vassallo / Biosphoto

Zwischen imposanten Bildern von riesigen Blauflossen-Thunfischschwärmen und Weißstörchen wird der Blick immer auch darauf gelenkt, wie fragil und bedroht – unter anderem durch den enormen Schiffsverkehr – dieses Ökosystem ist, aber auch wie schützenswert: "Man kriegt ein Gespür dafür, welch ein Schatz das Mittelmeer ist." In den nächsten drei Folgen, die jeweils am Mittwoch im Hauptabendprogramm zu sehen sind, begegnet man unter anderem Pottwalen, Mönchsrobben, Flamingos und Delfinen – sie alle eint, dass sie ihren Lebensraum mit den Menschen teilen. Fair ist die Partnerschaft nicht, denn meist müssen sich nur die Tiere anpassen.

In der dritten Folge stehen unter anderem die Mönchsrobben im Mittelpunkt
In der dritten Folge stehen unter anderem die Mönchsrobben im Mittelpunkt
© Panda Photo / F. Di Dominico / Biosphoto