Man lernt nie aus. Bis dato ging ich einfach davon aus, dass der Sendername für arte natürlich von der Kunst herrührt. Weil ich aber letztens recherchierte, wann der deutsch-französische Rundfunkveranstalter eigentlich gegründet wurde (1992), las ich erstmals dessen vollständige Bezeichnung: Association Relative à la Télévision
Européenne (Zusammenschluss bezüglich des europäischen Fernsehens).

Dennoch: Der Begriff „Kultursender“ hat sich von Anfang an etabliert, und das völlig zurecht. Eine besondere Kultur des Unternehmens aus Straßburg ist längst auch das üppige Angebot in der Mediathek. Und dort findet man beileibe nicht nur gut abgehangene Schinken, sondern oft hoch Aktuelles. Momentan etwa „Die Pracht der Macht - Kunst und Politik in Ungarn“ oder „Russlands Künstler:innen gegen den Krieg“. Dass man nun sogar Beiträge auf Ukrainisch offeriert, unterstreicht die Güteklasse des Senders.

Jüngst stolperte ich übrigens über die TV-Ausstrahlung eines Porträts von Renaud Capuçon samt Wiedergabe eines Konzerts des Weltklassegeigers mit der großen Pianistin Martha Argerich von den Salzburger Festspielen 2020 (beides bis 9. Mai in der Mediathek). In der Dokumentation sagt der Franzose einen Satz, der ganz simpel ist, aber über jedem Lehrerzimmer affichiert werden sollte: „Meine Schüler sollen sich nicht verändern, sondern entwickeln“.