Gewinner und VerliererDie große TV-Quotenbilanz für 2021

Sport und Nachrichten waren 2021 die großen Trümpfe. ORF und Servus TV legen teils kräftig zu, für die P7S1P4-Gruppe lief es immerhin in der Zielgruppe gut.

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FUSSBALL-EM 2021: ITALIEN - OeSTERREICH
Das EM-Achtelfinalspiel der ÖFB-Elf mit Martin Hinteregger sahen im ORF mehr als zwei Millionen Menschen. © APA/AFP/POOL/LAURENCE GRIFFITHS
 

Der ORF kann in Sachen TV-Quoten mit dem abgelaufenen Jahr durchaus zufrieden sein. Die Sendergruppe konnte 2021 ihren Marktanteil bei den über Zwölfjährigen auf 35,5 Prozent (2020: 33,2) steigern und erreichte damit den besten Jahreswert seit 2012, wie der öffentlich-rechtliche Rundfunk am Montag mitteilte. Abseits des ORF war Servus TV der meistgesehene heimische Sender. Die P7S1P4-Gruppe musste zwar ein Minus hinnehmen, konnte aber bei den Jüngeren Rekordwerte erzielen.

Sowohl ORF 1 als auch ORF 2 erzielten im Vergleich zu 2020 ein Quotenplus. ORF 1 verbesserte seinen Marktanteil bei den Zuseherinnen und Zusehern ab zwölf Jahren um zwei Prozentpunkte und erreichte 10,2 Prozent. In der Kernzielgruppe (zwölf bis 49 Jahre) mit einem Marktanteil von 12,3 Prozent betrug der Anstieg 1,8 Prozentpunkte. Ein geringes Plus von 0,1 Prozent gelang ORF 2 (22,1 Prozent), wobei der Kanal in der jüngeren Zielgruppe ein leichtes Minus von 0,3 Prozentpunkten auf 11,3 Prozent hinnehmen musste. Die gesamte ORF-Gruppe baute ihren Marktanteil bei den Jüngeren indes auf 25,7 Prozent (2020: 24,0) aus. Die durchschnittliche Tagesreichweite der Spartensender ORF III und ORF SPORT +, deren Marktanteile der ORF nicht veröffentlicht, wurden mit 899.000 und 263.000 angegeben.

Unter den 2.000 im Jahr 2021 meistgesehenen TV-Sendungen (Basis: Seherinnen und Seher ab zwölf Jahren, Sendungen über fünf Minuten Länge) finden sich 1.989 im ORF ausgestrahlte Produktionen, wie das Unternehmen bekannt gab. Mit 2,044 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauern (60 Prozent Marktanteil) war die "Zeit im Bild" um 19.30 Uhr am 18. Jänner die meistgesehene Sendung des Jahres, gefolgt von der Verlängerung des Fußball-EM-Spiels Italien-Österreich am 26. Juni (2,033 Mio. Zuseher, 65 Prozent Marktanteil) und der zweiten Halbzeit des Fußball-EM-Finales Italien-England am 11. Juli (1,972 Mio. Zuseher, 61 Prozent Marktanteil).

Servus TV legte 2021 zu

Servus TV verzeichnete in Hinblick auf die Quoten sein bisher stärkstes Jahr. Der Salzburger Sender kam in der Gesamtzielgruppe auf 3,7 Prozent Marktanteil (2020: 3,4 Prozent) und war damit im Vorjahr meistgesehener heimischer Sender abseits des ORF. In der Kernzielgruppe erzielte Servus TV 2,7 Prozent Marktanteil, womit auch hier eine Steigerung vorlag (2020: 2,5 Prozent). Die Jahresbestwerte sind unter anderem auf neu erworbene Sportrechte zurückzuführen. So sorgte der übertragene Formel-1-GP in den Niederlanden mit 45,5 Prozent Marktanteil für den höchsten diesbezüglichen Wert im Vorjahr. Aber auch die Vorabendformate des Privatsenders legten zu – etwa die Hauptnachrichten von Servus TV um 19.20 Uhr (7 Prozent Marktanteil). Eigenproduzierte Spielfilme wie der Krimi "Letzter Gipfel" (9,7 Prozent) oder der Mafia-Zweiteiler "Im Netz der Camorra" (8,7 Prozent) trugen ebenfalls zum Anstieg bei.

Die zehn Topreichweiten 2021

  • "Zeit im Bild" um 19.30 Uhr (18. Jänner), 2,044 Millionen Zuschauer/innen, 60 Prozent Marktanteil
  • "Fußball-EM: Italien – Österreich", Verl. (26. Juni), 2,033 Millionen Zuschauer/innen, 65 Prozent Marktanteil
  • "Fußball-EM-Finale: Italien – England", 2. Hz (11. Juli), 1,972 Millionen Zuschauer/innen, 61 Prozent Marktanteil
  • "Bundesland heute" (1. März), 1,922 Millionen Zuschauer/innen, 63 Prozent Marktanteil
  • "Fußball-EM: Ukraine – Österreich", 2. Hz (21. Juni), 1,642 Millionen Zuschauer/innen, 55 Prozent Marktanteil
  • "Fußball-EM: Niederlande – Österreich", 2. Hz (17. Juni), 1,563 Millionen Zuschauer/innen, 55 Prozent Marktanteil
  • "Fußball-EM: Österreich – Nordmazedonien", 2. Hz (13. Juni), 1,504 Millionen Zuschauer/innen, 51 Prozent Marktanteil
  • "Slalom der Herren Schladming", 2. DG (26. Jänner), 1,461 Millionen Zuschauer/innen, 38 Prozent Marktanteil
  • "Fußball-EM: Italien – Spanien", 2. Hz (6. Juli), 1,453 Millionen Zuschauer/innen, 51 Prozent Marktanteil
  • "Fußball-EM: England – Dänemark", 2. Hz (7. Juli), 1,426 Millionen Zuschauer/innen, 50 Prozent Marktanteil

Die vier Österreichsender der ProSiebenSat.1Puls4-Gruppe (Puls 4, ATV, ATV 2, Puls 24) kamen im Vorjahr gemeinsam auf 7,7 Prozent Marktanteil und verloren damit gegenüber 2020 (8,1) leicht. Bei den 12- bis 49-Jährigen, auf die sich die Sendergruppe fokussiert, wurde mit 12,1 Prozent Marktanteil allerdings ein neuer Jahresrekord verzeichnet (2020: 11,9). Auch die Streamingplattform Zappn entwickelte sich mit 2021 zwei Mio. erreichten Downloads zur Zufriedenheit der Sendergruppe.

Puls 4 erreichte bei den über Zwölfjährigen 3,1 Prozent Marktanteil (2020: 3,3). Bei den 12- bis 49-Jährigen steigerte sich der Privatsender auf 5,2 Prozent Marktanteil (2020: 5,1 Prozent) und war somit in dieser Zielgruppe stärkster heimischer Privatsender. Zugleich ist es der Jahresbestwert für Puls 4.

ATV kam bei den über Zwölfjährigen auf 3,0 Prozent Marktanteil (2020: 3,2). In der Kernzielgruppe blieb der Sender mit 4,5 Prozent Marktanteil stabil. Stolz zeigte sich die P7S1P4-Gruppe in einer Aussendung über die Primetime-Werte von ATV (6,1 Prozent Marktanteil). Dort angesiedelte Dauerbrenner wie die Kuppelshow "Bauer sucht Frau", "Teenager werden Mütter" oder "Mein Gemeindebau Österreich" finden 2022 zu einer Fortsetzung.

ATV 2 erreichte in der Gesamtzielgruppe 1,0 Prozent Marktanteil (2020: 1,1). In der werberelevanten Kernzielgruppe egalisierte der Sender den Rekordwert aus 2020 und kam erneut auf 1,5 Prozent Jahresmarktanteil. Puls 24 konnte seinen Marktanteil auf 0,6 Prozent steigern (2020: 0,5). Bei den 12- bis 49-Jährigen wurde mit 0,9 Prozent Marktanteil (2020: 0,8) ein neuer Jahresbestwert erzielt.

Oe24.TV steigerte seinen Marktanteil auf 1,2 Prozent (2020: 0,8). In der jüngeren Zielgruppe legte man gar um 0,5 Prozentpunkte auf nun 1,5 Prozent Marktanteil zu.

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