ORF-"Sommergespräche" startenLou Lorenz-Dittlbacher: Die Wölfin der Polit-Talks

Lou Lorenz-Dittlbacher beschreibt sich als „eigentlich sehr schüchtern“. Die 46-jährige Anchorwoman weiß aber, was sie in den „Sommergesprächen“ will. Premiere heute um 21.05 Uhr in ORF 2.

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Sommergespraeche 2021
Lou Lorenz-Dittlbacher (46) studierte vor ihrer TV-Karriere Französisch und Latein © ORF
 

Obwohl Lou Lorenz-Dittlbacher schon seit 1999 zum ORF gehört (wohin sie damals vom Privatsender „wien1“ gewechselt war) und in der TV-Information seither fast nichts ausgelassen hat, ist der heutige Abend eine Premiere für die 46-jährige Wienerin. Seit 1981 und damit heuer zum 40. Mal gehören die ORF-„Sommergespräche“ zu den politischen Fixterminen des Landes. 2021 stellen sich die Parteichefinnen und Parteichefs erstmals den Fragen von Lorenz-Dittlbacher als Gastgeberin.


Das sanfte Äußere von Marielouise (so der Taufname) täuscht, wie der „ZiB 2“-Zuschauer weiß, denn die Mutter einer elfjährigen Tochter ist hartnäckig und von einer unverblümten Direktheit. „Ich mag es nicht, wenn ich keine Antworten bekomme“, erklärt die blonde Anchorwoman wenig überraschend in Interviews zu den „Sommergesprächen“.

Denn Lorenz-Dittlbacher, übrigens Royals-Fan, lässt sich kaum davon abbringen, die Message Control ihrer politischen Interviewpartner zu durchbrechen.


Seit nunmehr elf Jahren ist sie als „ZiB 2“-Moderation auf dem Bildschirm, zuvor war sie als Innenpolitikredakteurin und Live-Reporterin bei Wahlen tätig, präsentierte die „ZiB 20“ und „ZiB 24“, war 2014/15 als Karenzvertretung beim „Report“ im Einsatz, führt seither zudem durch „ZiB 2 History“-Ausgaben und stemmte die Politikerduelle vor der Europa- und der Nationalratswahl 2019.

2021 gehört zu ihren Jahren, wird sie doch am 17. September auch mit dem Axel-Corti-Preis ausgezeichnet. „Der Preis wird ihr für hervorragende Recherchen, die klare und präzise Sprache, vor allem aber für die hartnäckige und kritische Interviewführung zugesprochen. Ihre klugen und insistierenden Fragen zusammen mit ihrem engagierten und authentischen Auftreten tragen maßgeblich zu einem kurzweiligen und gehaltvollen Nachrichtenerlebnis bei“, so die Jury in ihrer Begründung.

So überrascht es, dass sie bei Claudia Stöckl im „Frühstück bei mir“ gesteht: „Eigentlich bin ich sehr schüchtern und musste mich erst heranführen an den Beruf.“ Verheiratet ist sie mit ORF-Kollegen Fritz Dittlbacher, den ihr Armin Wolf vorgestellt hat. Er ist heute Chefreporter auf dem Küniglberg, nachdem er in der dritten Ära Wrabetz von Matthias Schromm als TV-Chefredakteur abgelöst worden war.
Gewappnet ist sie jedenfalls bestens für heute Abend, denn „ich bin heftige Reaktionen auf Polit-Talks gewöhnt“.

Der Fahrplan der "Sommergespräche"

Jeweils um 21.05 Uhr in ORF 2, danach wird auf ORF III das Interview in den „Sommer(nach)gesprächen“ analysiert (22.30 Uhr). Gestartet wird heute mit Neos-Chefin Beate Meinl-Reisinger.
16. August: Werner Kogler, Grüne.
23. August: Herbert Kickl, FPÖ.
30. August: Pamela Rendi-Wagner, SPÖ.
Finale am 6. September mit Sebastian Kurz, ÖVP.

Kommentare (1)
lieschenmueller
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Lesenswert?

Das überrascht mich gar nicht, das mit dem Schüchternsein,

und eine "Wölfin" ist Frau Dittlbacher?

Nicht falsch verstehen, sie ist mir sehr sympathisch. Aber als Politiker tät ich eher ein Kerzerl anzünden, von ihr interviewt zu werden und nicht von einem ihrer Kollegen.