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Kate Winslet brilliert in neuer Serie"Mare of Easttown" oder die Untiefen einer Kleinstadt

In der Serie „Mare of Easttown“ spielt Kate Winslet eine vom Leben gebeutelte Polizistin. Der Mord an einer Jugendlichen reißt in der Kleinstadt alte Wunden auf. Zu sehen auf Sky.

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Kate Winslet in "Mare of Easttown"
Kate Winslet in "Mare of Easttown" © HBO/Sky
 

Mare Sheehan (Kate Winslet) ist geschieden, ihr Sohn hat Selbstmord begangen, sie schaut auf den Enkelsohn, da die Schwiegertochter ein eher gröberes Drogenproblem hat, der unaufgeklärte Fall einer verschwundenen Jugendlichen aus der Stadt bereitet der Polizistin schlaflose Nächte und plötzlich wird eine Schülerin ermordet im Wald aufgefunden ... Das ist eine Shitlist von beachtlicher Länge, die Sheehan da vorzuweisen hat, und da haben wir die emotionalen Verstrickungen dahinter noch gar nicht beleuchtet. Vielleicht fangen wir bei Easttown an: eine Kleinstadt, wo jeder jeden kennt, aber auch jeder von jedem alles kennt. Theoretisch, denn der Mord an Erin McMenamin (Evan Peters) holt unaufgearbeitete Probleme an die Oberfläche, die ohnehin nicht allzu tief vergraben waren.

Zwischen all den emotionalen Irrungen und Wirrungen muss Mare nun einen Mord aufklären, wobei jeder Verdächtige Teil der Gemeinschaft ist, was sie automatisch zur Buhfrau macht. In diversesten Spielarten – von offener Feindseligkeit bis hin zu unausgesprochenen Vorwürfen in der eigenen Familie. Kate Winslet spielt diese Polizistin mit vorgespielter „Fuck-off-Attitüde“ mit Inbrunst, dass es eine Freud ist. Schwere Stiefel, Holzfällerhemd, und ihre emotionale Leidensgeschichte, deren Verdrängung sie vehement verteidigt, ist ihr ins Gesicht geschrieben. Darüber legt sich ein Hauch von latenter Müdigkeit. Doch Mare Sheehan ist auch eine Kämpferin, die immer und immer wieder aufsteht und keinem Kampf ausweicht.

Gegen diese permanente Abwehrhaltung krachen nicht nur ihre Gegner, sondern auch jene, die ihr nahestehen oder es gern würden, aber von ihr auf Abstand gehalten werden. Doch die HBO-Serie ist alles andere als ein Winslet-Festspiel, sie arbeitet auch den Mikrokosmos einer Kleinstadt auf. Die emotionalen Abhängigkeiten innerhalb einer Gemeinschaft. Das düstere Setting erinnert mitunter an „Twin Peaks“: Grau, grau-blau, nass und beständig lauert die Abenddämmerung. Nur den Witz, den wird man hier vergeblich suchen.

Mare of Easttown zu sehen auf Sky

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