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Gala ohne PublikumEmmys als Hohelied auf das Schlachtfeld Familie

Ohne roten Teppich und Stars im Saal fand am Sonntagabend die Verleihung der begehrten US-Fernsehpreise Emmys statt.

Was für eine Familie! "Succession" erhielt sieben Emmys
Was für eine Familie! "Succession" erhielt sieben Emmys © (c) AP (Peter Kramer)
 

Am Ende saßen sie doch fast alle im schicken Abendkleid da - nur eben meistens daheim statt im Staples Center in Los Angeles. Und von dort gab es dann bei den Emmy Awards am Sonntagabend sechs Wochen vor den US-Wahlen viel Kritik an Präsident Donald Trump.

Die drei großen Abräumer des Abends waren das Drama "Succession" (HBO/Sky) um die kaputte Familie eines Medienmoguls, die freundliche Toleranz-Comedy "Schitt's Creek" (erste Staffel auf Amazon zu kaufen, teilweise in der Flatrate von TV NOW) und die auf einem realen Massaker an Schwarzen im US-Süden beruhende Comicverfilmung "Watchmen" (HBO/Sky). Der Emmy Award ist der bedeutendste Fernsehpreis der USA.

Er wolle einigen "Nichtdank" aussprechen, sagte Produzent und Drehbuchautor Jesse Armstrong bei der Bekanntgabe des Preises für die beste Dramaserie an "Succession". Ein "Nichtdank" gehe an das Virus und an Donald Trump und Boris Johnson für deren "lausige und unkoordinierte Antwort" darauf, sagte er. Ein "Nichtdank" gehe auch an alle Nationalisten auf der Welt und "an alle Medienmogule, die sie an der Macht halten", erklärte der Brite.

Jennifer Aniston & Co.: Emmy-Verleihung: In der Einserpanier im Wohnzimmer

Jennifer Aniston, nominiert für ihre Rolle in "The Morning Show" wurde von ihren "Friends"-Kolleginnen Lisa Kudrow und Courteney Cox. Aniston ging jedoch leer aus.

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Gastgeber Jimmy Kimmel hatte hinter der Bühne einen Raum voller Monitore mit Schaltungen zu rund 100 Nominierten. 

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Julia Garner erhielt einen Emmy für ihre Rolle in "Ozark".

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Jeremy Strong kann es nicht fassen, er erhielt einen Emmy für seine Rolle in "Succession".

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ABC shows Talkshow-Host John Oliver freut sich über seinen Emmy für die "Last Week Tonight with John Oliver".

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Smoking und PickUp: David Letterman.

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Uzo Adub bekam ihren Emmy für ihre Rolle in "Mrs. America".

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Catherine O'Hara mit ihrem Emmy für ihre Rolle in "Schitt's Creek".

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Papp-Promis im Auditorium.

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"Watchmen": Regina King erhielt einen Emmy für ihre Hauptrolle.

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Gedenken auch an die ehemalige Richterin Ruth Bader Ginsburg.

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Schauspielerin Zendaya wurde mit einem Emmy für ihre Rolle in "Euphoria" ausgezeichnet.

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Schauspielerin Zendaya wurde mit einem Emmy für ihre Rolle in "Euphoria" ausgezeichnet.

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Reese Witherspoon hielt gleich eine Gartenparty ab. Mit ihrer Produktionsfirma "Hello Sunshine" war sie mit ihren Produktionen gleich 18 Mal nominiert.

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Seine opulent ausgestattete Serie handelt vom alternden Patriarchen Logan Roy und wie dessen Kinder um die Nachfolge in seinem Medienkonzern kämpfen. Sie wurde mit sieben Preisen ausgezeichnet, darunter auch Emmys für Jeremy Strong als bester Hauptdarsteller und Andrij Parekh als bester Regisseur. Dass während der Verleihung des Hauptpreises kurz im Hintergrund das Telefon klingelte, blieb eine der wenigen Pannen - "Zimmerservice, vermutlich", witzelte Armstrong.

Trump ständig ein Thema

Ansonsten war deutlich häufiger der US-Präsident das Thema vieler Gags und ernster Anspielungen. Zu Beginn sprach Moderator Jimmy Kimmel zunächst vor applaudierenden Stars, gab dann aber preis, dass dies Aufnahmen der Vorjahre waren und er nahezu allein auf der Bühne im Staples Center stehen werde. "Natürlich haben wir kein Publikum", sagte der Komiker. "Das hier ist keine MAGA-Rally", ergänzte Kimmel als Seitenhieb auf die "Make America Great Again"-Wahlkampfreden, die US-Präsident Donald Trump trotz Infektionsrisikos während der Corona-Pandemie vor tausenden Anhängern hält.

Danach ging Kimmel hinter die Bühne in einen Raum voller Monitore mit Schalten zu rund 100 Nominierten. Mit der Vergabe des ersten Preises begann dann der beeindruckende Siegeszug von "Schitt's Creek" in den Comedy-Kategorien - über 70 Minuten dauerte es, bis überhaupt irgendeine andere Sendung einen Preis erhielt. Bis dahin gewann in allen sieben wichtigen Sparten die warmherzige Serie über die extravagante Familie Rose, die nach Problemen mit den Steuerbehörden in ein kleines Dorf zieht, das der Vater einst als Spaß dem Sohn geschenkt hatte.

"Im Kern handelt unsere Serie davon, welche Veränderungen Liebe und Akzeptanz auslösen", sagte Daniel Levy, der Preise als Regisseur, Autor und Nebendarsteller erhielt. "Und das ist etwas, das wir heute mehr als je zuvor brauchen", ergänzte er bevor er die Zuschauer engagiert aufrief, am 3. November wählen zu gehen. Außer ihm wurden auch Catherine O'Hara und Eugene Levy für ihre Hauptrollen und Annie Murphy für die beste weibliche Nebenrolle ausgezeichnet. Inklusive der Preise für die beste Comedyserie, sowie für bereits an den Vorabenden vergebenen Preisen für Casting und Kostüme kam "Schitt's Creek" auf neun Awards.

Bei den Emmys für Fernsehfilme und Miniserien war "Watchmen" mit insgesamt elf Preisen der große Abräumer. In ihren Reden am Sonntag erinnerten die Macher hier an ein dunkles Kapitel der US-Geschichte, das der Serie zugrunde liegt: Beim Massaker von Tulsa waren laut mancher Schätzungen im Jahr 1921 bis zu 300 Schwarze umgebracht worden. "Dieses Land vernachlässigt seine eigene Geschichte oft zum eigenen Nachteil", sagten die Drehbuchautoren Damon Lindelof und Cord Jefferson.

Preis für "Unorthodox"

Bei den Preisen für die Miniserien gab es aus deutscher Sicht den überraschendsten Moment des Abends: Die Hannoveranerin Maria Schrader bekam die Auszeichnung als beste Regisseurin für die vierteilige Serie "Unorthodox" (Netflix) beim Streaminganbieter Netflix. Sie erzählt darin die Geschichte der ultra-orthodoxen Jüdin Esther, die vor ihrem Ehemann aus New York nach Berlin flüchtet. "Ich bin sprachlos", sagte die auch als Schauspielerin bekannte 54-Jährige in der Live-Schalte, umgeben von einigen Mitgliedern des Teams.

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