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Große DatenmengenKlimasünde Streaming verursacht immer mehr CO2

Der Streamingdienst Netflix boomt und bekommt bald mächtige Konkurrenz. Doch der Komfort des Streamings geht zu Lasten der Umwelt.

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Netflix dominiert den Markt und bekommt ab November finanzstarke Konkurrenz. © APA/AFP/LIONEL BONAVENTURE
 

Vor nicht allzu langer Zeit stand vor dem Kinoabend zu Hause der Besuch der Videothek. Heute braucht es nur ein paar Klicks, um sich Filme und Serien auf den Bildschirm zu holen. Eine halbe Stunde Streaming verursacht laut Berechnungen des französischen Think Tanks The Shift Project Emissionen, die 1,6 Kilogramm Kohlendioxid entsprechen - etwa so viel wie bei einer Autofahrt von 6,28 Kilometern. Streaming war demnach im vergangenen Jahr für einen Ausstoß von Treibhausgasen verantwortlich, der genauso hoch war wie der Spaniens. Diese Menge werde sich in den nächsten sechs Jahren voraussichtlich verdoppeln, schätzt The Shift Project.

Die Streamingbranche wächst. Immer mehr Menschen haben Zugang zum Internet. Und neue Streamingdienste kommen hinzu: Am 1. November startet Apple TV+, kurz darauf Disney+ und im Mai HBO Max. Netflix, einer der größten Anbieter, expandiert weltweit. Die Einnahmen durch Streaming-Abos stiegen nach Angaben des Unternehmens zwischen 2017 und 2018 um 53 Prozent.

34 Prozent des globalen Datenverkehrs entstehen durch das Streamen von Videos bei Anbietern wie Netflix und Amazon Prime. An zweiter Stelle kommt Online-Pornografie.

30 Prozent mehr Strom für 4K

"Digitale Videos kommen in sehr großen Dateien, und die werden mit jeder neuen Generation von Videos mit höherer Auflösung immer noch größer", sagt Gary Cook von der Umweltschutzorganisation Greenpeace. Die Bildschirme werden ständig größer, die Auflösung und die Dateigrößen dementsprechend auch. Das bedeute einen wachsenden Energieverbrauch, sagt Cook.

Bildschirme mit 4K-Auflösung brauchen laut der Umweltschutzorganisation Natural Resources Defense Council etwa 30 Prozent mehr Strom als solche mit HD-Qualität. Vergangenes Jahr kamen die ersten 8K-Monitore auf den Markt. Einen großen Teil der Energie fürs Streaming verschlingen die Server, auf denen die Video-Dateien liegen.

Um schnelles Streaming ohne Stocken zu garantieren, "werden die Anlagen auf allen Ebenen überdimensioniert", sagt Laurent Lefevre vom französischen Forschungsinstitut Inria. "Die Folge ist eine Verschwendung von Ressourcen auf allen Ebenen."

Die Anbieter bemühen sich in erster Linie um technische Lösungen, um die Umweltbelastung reduzieren - wie etwa eine klimafreundlichere Kühlung der Rechenzentren oder Codierungen, die die Datenmengen verringern. Experten bezweifeln jedoch, dass sich der ökologische Fußabdruck des Streamings dadurch begrenzen lässt. "Denn technologische Verbesserungen schaffen neue Nutzungsmöglichkeiten", sagt Maxime Efoui-Hess von The Shift Project.

Größter Schaden durch Smartphones

Die Konsumenten müssten Druck auf die Anbieter ausüben, ihre Rechenzentren mit erneuerbaren Energien zu betreiben, fordert Gary Cook von Greenpeace. Forscher Lefevre appelliert an jeden Einzelnen, sein Nutzungsverhalten zu ändern: Am schädlichsten sei es, Filme auf dem Smartphone über eine mobile Datenverbindung zu streamen. Sparsamer ist es demnach, Videos in niedrigerer Auflösung im Wlan anzusehen. Auch die Autoplay-Funktion abzuschalten hilft, weil dadurch Mediendateien nicht mehr automatisch abgespielt werden.

Klimabewussten Streamingsfans hilft der "Carbonalyser", eine Browsererweiterung, die The Shift Project entwickelt hat. Der zeigt an, wie viel CO2-Emissionen die Internetnutzung verursacht und rechnet aus, wie vielen Autokilometern sie entspricht.

Kommentare (9)

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eyofaz80
1
8
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Echt jetzt

Kompletter Schwachsinn, jetzt wird’s lächerlich!!!🤣🤣

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Reipsi
1
7
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So ein Blödsinn

heutzutage wollns einem wirklich alles einreden , und a boar rennen mit.

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Dilandau
2
7
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Da kriegt man fast ein schlechtes Gewissen,

als TV Streaming Kunde. Man muss allerdings auch einberechnen, dass früher als die Leute noch zur Videothek gegangen sind, diese oft mit den Auto gefahren sind. Anstelle dessen kommt nun Amazon Prime, Netflix & Co. mit seinen Serverzentren.
Übrigens ich wär zwar jederzeit bereit eine Petition zu unterschreiben, die die Anbieter zu erneuerbaren Energien verpflichtet, werde aber ganz sicher nicht akzeptieren, dass die Mehrkosten dann an die Endverbraucher weiter gegeben werden. Und wieder Anfangen GIS zu zahlen und den ORF mitfinanzieren kommt für mich erst recht nicht infrage obwohl das Antennen TV weniger CO2 Emissionen verursacht.

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joe1406
3
20
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Bin geknickt

wegen mir wird die Welt zugrunde gehen. Ich fliege nie in in Urlaub, habe kein Auto, fahr 98% mit dem Rad, bin aber begeisterter Netflixer. Jetzt muss ich das Internet abmelden um nicht in Depressionen zu stürzen. Dann werde ich auch die "Kleine Zeitung" und solche Artikel online nicht mehr lesen können. Werde deswegen meine Verbrechen an der Umwelt gar nicht mehr erfahren. Ein Teufelskreis.

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fans61
4
19
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Schön langsam wird's lächerlich...

also schafft das Internet einfach ab - und wir haben Vollbeschäftigung.
Kopfschüttel....

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selbstdenker70
5
42
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...

Na dann...zurück in die Steinzeit, und zwar barfuß damit man keinen Feinstaub von den Schuhsohlen erzeugt...ALLES was der Mensch den ganzen Tag macht, sofern er in keiner Höhle lebt, belastet die Umwelt. Auch das verbreiten dieses Artikels über das Internet belastet irgendwo am Ende einer Kette die Umwelt. Also was soll das ganze Theater? Die, die sich jetzt über alles aufregen, hätten einmal in den 70,80iger Jahren genauer schauen müssen. Da hat man zu dieser Jahreszeit über Graz und Umgebung keine Sonne mehr gesehen, aber nicht wegen Feinstaub, sondern weil aus jedem Kamin die schwarzen Kohle Rauchwolken aufgestiegen sind, gepaart mit einem beißendem Geruch, und den ungefilterten Abgasen der Autos. Im Vergleich dazu leben wir heute wie unter einem Sauerstoffzelt. Und zum Thema Energie, ich kann es nicht mehr hören. Auf Teufel komm raus wird die E Mobilität gepuscht, woher die Energie kommen wird fragt niemand. Wenn 50% der weltweiten Mobilität auf Elektro umgestellt ist, laufen wir alle mit einem Windrad am Kopf und Solarzellen um den Hals herum? Na woher wird der Strom kommen und wer hat derzeit Interesse das alles auf Elektro umgestellt wird? Na? Hirn einschalten... JA, es muss sich viel ändern, aber lassen wir dabei die Kirche im Dorf.

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leTal
1
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.

Ihr Kommentar ist Balsam für mein geschlauchtes Gemüt nach dem Lesen dieses Artikels

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Sam125
0
2
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selbstdenker, ihr Beitrag ist auch Balsam für meine Seele!

Danke!

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jaenner61
0
5
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schön geschrieben

Auch ich kann das ganze schön langsam nicht mehr hören!
Was kommt als nächstes? Wann wird das Heizen mit Biomasse verboten, dessen Umstieg heute noch gefördert wird?
Hier ein Ausschnitt aus dem Netz:
Bäume und Wälder sind in der Lage, aus CO2 und Sonnenlicht Biomasse und Sauerstoff zu produzieren und das CO2 dauerhaft zu binden. ... Verrottet oder verbrennt die Fichte, wird das Kohlendioxid, das sie beim Wachstum aufgenommen hat, 1:1 wieder freigesetzt.
Jetzt frage ich mich, wie lange darf ich meine (bis jetzt) umweltfreundliche Pelletsheizung noch betreiben?

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