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Programmpläne"Problemkind" ORF 1 soll mehr eigene Identität bekommen

Mehr Eigenproduktionen sollen ORF 1 auf starke, gesunde Beine stellen: Channelmanagerin Lisa Totzauer lässt u. a. neue Unterhaltungsshows und Serien entwickeln. Und startet im September das „Wahlometer“.

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Mein Wahlometer
Soll eine Orientierungshilfe zur Wahl 2019 sein: Totzauer mit Lisa Gadenstätter und Programmentwicklerin Elisabeth Gollackner vor dem „Wahlometer“ © ORF
 

Unter anderem in Velden, Graz, am Attersee und in der Mariahilfer Straße ließ Lisa Gadenstätter das „Wahlometer“ aufpinseln, um Passanten nach ihrem Standpunkt etwa zur Gesamtschule, zur Impfpflicht oder zur Erbschaftssteuer abzuklopfen. Fußgängerzonen wurden mit Farbe und Schablone zum „Spielfeld“; sieben Möglichkeiten gibt es für die Teilnehmer, Ja bzw. Nein in jeweils drei Stärken (eindeutig, etwas abgeschwächt und nicht so wichtig) sowie ein Unentschlossen. Pro Sendung müssen auch die Parteispitzen ihre Standpunkte zu den Themen darlegen.
„Unsere Methodik soll dem Zuschauer zeigen, welche Partei wofür steht und zu ihm passt“, beschreibt Lisa Totzauer, Channelmanagerin von ORF 1, das Konzept. „Wir machen auch sichtbar, wie die Grundposition der Partei bei einem bestimmten Thema aussieht, wo aber dann doch in der Tagespolitik davon abgewichen wird“, ergänzt Moderatorin Lisa Gadenstätter. Sie war erfreut, dass „bei unserer Reise durch die Bundesländer keine Politikverdrossenheit zu spüren war, die Bereitschaft der Passanten war sofort da.“ Nach der „Wahlfahrt“ und dem „Nationalraten“ ist „Mein Wahlometer“ das politische Angebot des ORF-Senders für die jüngere, werberelevante Zielgruppe der Zwölf- bis 49-Jährigen neben dem Marathon auf ORF 2 (Konfrontationen, Elefantenrunde etc.)

Fruehjahrsputz im ORF: Neue ORF-1-Comedyserie ?Wischen ist Macht? (AT)
Ursula Strauss mit ihrem Putztrupp: neue Comedy-Serie "Wischen ist Macht" Foto © ORF

Mit einer Reihe neuer Produktionen will Totzauer ab September einen höheren Marktanteil erreichen, nachdem der Juli katastrophal war – geschuldet vieler Wiederholungen und US-Kaufware. Die Tagesreichweite von ORF 1 bei den „Jungen“ betrug im ersten Halbjahr 12,2 Prozent, im Hauptabendprogramm 15 Prozent. Und der wird ab 16. September mit einer neuen Staffel der „Vorstadtweiber“ bestückt (zehn Folgen, jeweils montags): „Eine sichere Bank“, so Totzauer. Staffel fünf, die derzeit im Entstehen ist, wird ab Jänner 2021 gezeigt. Im Jänner und Februar 2020 gehört der Montag Ursula Strauss – nicht als Ermittlerin, sondern als Putzfrau. Erste Ausschnitte von „Wischen ist Macht“ versprechen köstliche, freche Unterhaltung. Weitere neue Serien seien in der Entwicklung, von „Walking On Sunshine“ läuft die zweite Staffel im Herbst 2020.
Gute Nacht Oesterreich
Vom Schreibtisch aus nimmt er die politische Lage Österreichs unter die Lupe: Satiriker Peter Klien, immer donnerstags Foto © ORF

Spätabends gibt es mit „Gute Nacht, Österreich“ von Peter Klien schon ab 12. September einen Neuzugang; er soll wöchentlich donnerstags (im Anschluss an eine neue Talkshow) mit politischer Satire das Publikum erfreuen. „Da geht uns der Stoff nicht aus“, lacht Totzauer. Unterhaltung ist für sie künftig ohnehin ein wichtiger Punkt.
„Die Menschen wollen sich entspannen, lachen und auch etwas ohne Meta-Ebene angeboten bekommen“, sagt die 49-Jährige, die neben einem noch (titellosen) werktäglichen Quiz am Vorabend ab Dezember mit einer neuen Gesangstalentshow für 2020 kokettiert. „Dancing Stars“ (Saison 13) ist für Herbst 2020 oder Frühjahr 2021 zu erwarten. Die achtteilige Feuerwehrmänner-Challenge „Feuer & Flamme“ (Moderation: Andi Knoll) soll diesen Herbst das Publikum mitfiebern lassen. Zum Quiz sagt sie: „,Quiz ist doch so alt‘, werden manche sagen. Aber die Menschen schauen es gerne. Und wir haben eine einfache Systematik gefunden, die zugleich sehr kommunikativ beim Spielen sein wird.“ Raten also statt US-Serienware.

Mit ORF 1 würde der ORF seine Lebensader verlieren, denn ORF 1 erreicht die Zielgruppen der Zukunft.

Lisa Totzauer

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