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"Liebesg'schichten"Die Erben der Elizabeth T. Spira

Nach dem Tod der Kupplerin und Chronistin setzen frühere Kollegen ihr Werk fort. Am Montag beginnen die ersten Vorstellungsrunden.

'Liebesg´schichten und Heiratssachen' - Das Geheimnis des Erfolgs
© ORF
 

Wer es vorher nicht wusste, wird es danach auch nicht wissen. „Eine Sendung von Elizabeth T. Spira“ ist am Montag (ORF 2, 20.15 Uhr) im Vorspann der „Liebesg'schichten“-Episode zu lesen. Nichts deutet darauf hin, dass Spira nicht mehr an der Endfertigung der Sendung beteiligt war. Es ist trotzdem ihr Werk: Alle gezeigten Interviews wurden von der im März verstorbenen Grande Dame des österreichischen Fernsehens geführt. Nach ihrem Tod gedreht wurden bloß die Einspieler, in denen die Kandidaten ihre Hobbys vorstellen, erklärt Cutterin Claudia Linzer. Die Filmeditorin arbeitete seit 2016 mit Spira zusammen.

Acht neue Episoden

Gemeinsam mit ihren Kolleginnen Stefanie Speiser und Natalie Wimberger brachte sie Spiras letztes Werk zu Ende: Schnitt, Montage und Endfertigung. 42 Interviews standen ihnen zur Verfügung, aus diesen wurden acht neue Episoden über die schwierige Suche nach der Liebe.

Liebesg'schichten und Heiratssachen: Sie suchen nach der neuen Liebe

Ulla aus Graz

Die 62-jährige Pensionistin gebürtige Finnin und sucht einen Partner. Sie lebt seit fast sieben Jahren in Österreich, die Liebe hat Ulla nach Graz verschlagen. “Es war eine Parallelbeziehungen. Ich war blind und sehr verliebt.” Fast acht Jahre dauerte die Verbindung an, dann entschied sich Ulla dazu, die Beziehung zu beenden. Sie blieb in Österreich, seit fünf Jahren lebt sie jetzt alleine. Der neue Mann, den sie sich an ihre Seite wünscht, soll gebildet sein und so wie sie eine Affinität zu Theater, Literatur und Kunst und Musik haben. “Ich möchte auch gerne den Alltag teilen, ich habe nie mit einem Mann zusammen gelebt.” Ulla ist unabhängig, das ist sehr wichtig für sie denn sie sucht keinen Bankier. “Die Liebe kann man nicht kaufen.” Die emanzipierte Finnin tut sich manchmal mit den Männern etwas schwer: “Österreich ist ein Macholand. Die Männer in meinem Alter wollen alle 15 Jahre jüngere Frauen.”

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Karin aus Wien

Karin, 49 Jahre jung, sucht “einen netten Mann.” Seit zwei Jahren ist Karin geschieden, die Ehe dauerte 13 Jahre und es war eine dramatische Trennung. Von einem neuen Mann an ihrer Seite wünscht sich Karin eine gewisse Offenheit und “dass man nicht immer um Nähe kämpfen muss. Das ist langweilig und anstrengend.” Ein Gentleman der alten Schule wäre schön. “Ich würde gerne eine harmonische Beziehung führen.”

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Ewald aus Wien

Der 69-jähriger Pensionist hat vor zwei Jahren seine Frau verloren. Sie hat ihm gewünscht, dass er wieder glücklich werden soll und so versucht er es über die Sendung.“Ich habe durch den Verlust erst gemerkt, wie stark liebesfähig ich bin. Das habe ich nicht für möglich gehalten.” Ewald wünscht sich von seiner neuen Partnerin, dass sie alle seine Sehnsüchte erfüllt, sie soll eine Freundin, Partnerin, eine lebenskluge Frau sein und bereit und offen sich voll einzulassen. “Sie soll noch Spaß am Leben haben und Optimismus, das wäre auch gut!” Gerne würde er noch einige Länder mit ihr bereisen. Sie soll zwischen 55 bis Anfang 60 sein. “Die Damen sollen es probieren und sich nicht von meinen 69 abschrecken lassen.”

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Jacky aus Graz

Jacky, 63-jähriger Pensionist aus Graz sucht “eine Partnerin, die zu mir passt und mit mir ein paar Dinge macht.” Jacky ist seit zwei Jahren alleine, denn “die Scheidung ist eingetroffen.” Jetzt fühlt er sich bereit sich neu zu verlieben wenn eine kommt, die ihn will. Mit einer neuen Partnerin würde Jacky gerne wandern gehen, auf Urlaub fahren an die Adria oder Radfahren. Seine große Leidenschaft ist das Schnapsen, aber das müsste die neue Dame an seiner Seite nicht mit ihm teilen. “Sonst muss man sie auch noch gewinnen lassen.” Am Abend ist Jacky besonders einsam, “da geht einem schon etwas ab, das kann einem der Fernseher auch nicht ersetzen.”

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Susi aus Wien

Die 68- jährige pensionierte Lehrerin hätte gern jemand an ihrer Seite, denn „das alleine Leben ist nicht so lustig.“ Seit 20 Jahren ist Susi alleine, aber sie war mit Gartenarbeit, den Kindern und Tennis spielen beschäftigt. Ihre Ehe hielt 11 Jahre. Der Mann war Workaholic und Susi verliebte sich in einen um 16 Jahre jüngeren Mann. Sie war damals 33 Jahre alt und dachte „die große Liebe kann alle Schwierigkeiten überdauern.“ Als der junge Mann sie verließ, dauerte es Jahre, bis sie die Trennung verarbeitet hat. Nun möchte Susi gefunden werden. Der neue Mann kann jünger sein, “aber nicht so, dass es in Stress ausartet. Zumindest jung geblieben soll er sein.“

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Otto aus Niederösterreich

Der 74-Jähriger Pensionist sucht eine Dame “die zu mir passen würde.” Otto hat nicht zu hohe Ansprüche aber “sie soll nicht zu klein und nicht zu groß, nicht zu dick und nicht zu dünn sein und vor allen Dingen gesellig.” Zwei Mal war Otto verheiratet, das erste Mal verließ er seine Frau und das zweite Mal war es umgekehrt. Im November hat ihn seine letzte Partnerin nach vier Jahren verlassen, die genauen Gründe kennt er nicht. “Jetzt bin ich ganz alleine. Wenn man einen Partner gerne hat dann fällt es einem noch schwerer, dass man über das hinwegkommt.” Er würde mit einer neuen Dame an seiner Seite gerne Schwammerl suchen gehen, Sport machen und wandern, “wichtig ist, dass man sich versteht. Keppeln soll sie nicht dauernd.”

ORF
1/6

Die Zusammenarbeit mit Spira beschreibt Linzer als angenehm. Die TV-Kupplerin sei bis zum Schluss offen für neue Ideen gewesen: „Wir waren auf einer Wellenlänge, wenn es darum ging, zu bewerten, was ist interessant, was ist lustig, was ist traurig - was also in der Sendung bleiben sollte. Nicht immer einer Meinung waren wir, wenn es um die Musik ging“, schmunzelt sie. Trotz der Musik-Differenzen: Am Konzept der Sendung wurde nach Spiras Tod nichts geändert, die „Liebesg'schichten“ in ihrem Sinn fortgeführt: „Natürlich denkt man bei der Arbeit darüber nach, was ihr gefallen würde.“

Wie soll es mit der Sendung weitergehen? „Die Entscheidungsträger vom ORF haben sich vorbehalten, die Entscheidung erst im Herbst zu treffen, und ich finde das gut“, begrüßt Linzer die Vorgehensweise. „Es ist eine Wertschätzung gegenüber Frau Spira, ihre Staffel zu Ende zu bringen und erst danach zu entscheiden, ob es in der gleichen Form, einer anderen Form oder gar nicht weitergehen wird.“

Kommentare (1)

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Ichweissetwas
4
0
Lesenswert?

Dann wird es jemand anderer weiter führen,

oder man stellt sie ein, die Liebesgschichten.

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