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Kabinett BierleinAußenminister als Kulturminister erntet massive Kritik

Durch die Einsparung des Kanzleramtsministers, übernimmt Alexander Schallenberg in der neuen Übergangsregierung auch Kunst, Kultur und Medien.

Alexander Schallenberg hat auch die Kultur- und Medienagenden über
Alexander Schallenberg hat auch die Kultur- und Medienagenden über © APA/HELMUT FOHRINGER (HELMUT FOHRINGER)
 

In der türkis-blauen Regierung waren die Bereiche Kunst, Kultur und Medien beim Kanzleramtsminister Gernot Blümel (ÖVP) angesiedelt. Das neue Kabinett von Brigitte Bierlein jedoch, verzichtet auf zwei Ministerposten, darunter auch jenen des Kanzleramtsministers. Die Agenden Kunst, Kultur und Medien fallen bis zur Bildung einer neuen Regierung, in das Ressort von Außenminister Alexander Schallenberg. Der enge Wegbegleiter von Ex-Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) arbeitete bis zuletzt als Leiter der Europasektion im Bundeskanzleramt. 

Alle weiteren Informationen zur neuen Übergangeregierung finden Sie hier.

Ins Außenamt kam der Diplomat bereits vor mehr als 20 Jahren. Mit dem Aufstieg von Sebastian Kurz ins Bundeskanzleramt gelang dem langjährigen Pressesprecher mehrerer Außenminister auch sein größter Karrieresprung. Zuletzt leitete Schallenberg die EU-Koordinationssektion im Bundeskanzleramt. Lesen Sie hier das Porträt von Alexander Schallenberg.

 Dass Schallenberg nun auch die Kultur- und Medienagenden übernimmt, stößt in der Kulturszene auf Kritik. Sowohl die IG Autorinnen Autoren als auch die IG Kultur Österreich beklagen den aus ihrer Sicht deutlich gewordenen geringen Stellenwert von Kunst und Kultur. Wiens Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ) sieht Gesprächen mit Optimismus entgegen.

Kritisch zeigte sich Gerhard Ruiss von der IG Autorinnen Autoren: Erstmals seien Kunst und Kultur bei den Auslandsagenden beheimatet. "Wenigstens gibt es damit eine Ministerkompetenz", erklärte Ruiss im Gespräche mit der Austria Presse Agentur. "Welche Folgen das hat, wissen wir jetzt aber gar nicht. Ich sehe im Moment für Kunst- und Kulturfragen keine Verbesserung. Es ist eine Notlösung, damit Kunst und Kultur nicht gesamthaft untergehen." Wichtig sei aus seiner Sicht, "dass die Entscheidungsstruktur intakt erhalten bleibt".

Wie diese konkret aussehe, sei allerdings unklar. Dass ein Außenminister, der auch für die Themenbereiche EU und Medien verantwortlich zeichnet, viel Zeit für die Kultur haben werde, glaubt Ruiss jedenfalls nicht. "Ehrlich gesagt ist das auch für uns jetzt völliges Neuland, wie die Entscheidungsprozesse ablaufen werden." Diese Zuordnung der Kultur ist aus seiner Sicht "unsinnig und ärgerlich. Die Kultur kann und soll dort nicht bleiben. Es ist eine Degradierung und eigentlich beleidigend."

Alexander Schallenberg
Alexander Schallenberg bei der Angelobung durch Bundespräsident Alexander Van der Bellen Foto © APA/HELMUT FOHRINGER (HELMUT FOHRINGER)

Ähnlich äußerte sich die IG Kultur Österreich. "Der kulturpolitische Stillstand der vergangenen eineinhalb Jahr droht damit in die Verlängerungsrunde zu gehen", meinte Geschäftsführerin Yvonne Gimpel gegenüber der APA. "Die viel zitierte Kulturnation Österreich misst den Kulturagenden keinen Stellenwert bei." Kunst und Kultur stünden somit "quasi im Kleingedrückten, keine weitere Erläuterung wert". Die Chance, in der Übergangsregierung einen Experten für den Kulturbereich zu ernennen, wurde aus Gimpels Sicht vertan.

Dabei gebe es genügend Themen, derer man sich annehmen müsste: von der sozialen Absicherung und fairen Entlohnung bis zur Aufstockung der Mittel für die freie Szene oder mehr Planungssicherheit in der Kulturförderung. "Die Liste an offenen kulturpolitischen Baustellen wird kontinuierlich länger", so Gimpel. Es werde sich zeigen, ob durch das freie Spiel der Kräfte im Parlament "die Parteien ihre Versprechen einlösen und Kunst und Kultur ernst nehmen - oder unter 'ferner liefen' mit 'bitte auf später warten' auf Wahlversprechen reduzieren".

Die Wiener Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ) wird mit dem neuen Kulturminister, Außenminister Alexander Schallenberg, "selbstverständlich" das Gespräch suchen, wie es auf APA-Anfrage in einem Statement aus ihrem Büro heißt. So werde sich die Stadträtin etwa weiterhin für die Subventionserhöhung für das Volkstheater einsetzen: "Ich werde nicht müde, für das Volkstheater zu kämpfen."

Auch die Sanierung des Theaters der Jugend, die Einrichtung eines Film Preservation Centers sowie die Besetzung von Beiräten mit Experten und die soziale Absicherung der Kunstschaffenden seien Themen, die der Stadt Wien am Herzen lägen. Die Stadträtin sehe dem Gespräch mit dem neuen Minister mit Optimismus und Zuversicht entgegen.

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Danke für Ihr Verständnis.

bimsi1
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Minister Andreas Reichardt hat lt. Presseberichten an rechtsextremen Wehrsportübungen mitgemacht.

Gemeinsam mit Strache. Ich kann das nicht bestätigen - war nicht dabei.

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Planck
2
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Wieso nicht?

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Estarte
13
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KUNST UND KULTUR

Ich bin mir sicher, dass die Kunst und Kultur in diesen Monaten nicht untergeht !
Der geringe Stellenwert liegt teilweise bei den Künstlern selbst !
Es sollte um QUALITÄT und nicht um QUANTITÄT gehen !
Das einzige Problem ist, dass Kunst nicht mehr von Können kommt,sehr bedauerlich, wie man sieht und hört und liest, und ALLES ! auch höchst Entbehrliches gefördert wird,weil niemand weiß,was Kunst ist.
Einige wenige "Künstler"sahnen dauerhaft ab, für den Rest ,die eventuell wirklich etwas können, bleibt kein Geld.

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49erkorl
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Das Bühnenbild ...

... zeigt Nirgendwo und die Spieler bleiben stumm.
Auch eine Form von geförderter künstlerischer Narrenfreheit.
Da fragt sich der Dachdecker bei 35° im Schatten: "Warum muss ich bei diesem Sch... mitzahlen?"

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Planck
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Meine Güte, was ein Unsinn.

Angenommen, Kunst käme von 'Können', was ist denn das?
Perspektive? Drei Fluchtpunkte?
Demnach wären ägyptische Wandmalereien in Pharaonengräbern Stümperarbeiten?
Im Gegensatz zu Ihnen weiß JEDER Experte, was Kunst ist.
Denn (Alarmstufe III, allerhöchste Geistesgegenwart) Kunst entsteht aus dem Spannungsverhältnis des Künstlers zu seiner Umwelt, die er versucht, in einem FÜR IHN positiven Sinn zu verändern. Immer und ausnahmslos.
Insofern ist natürlich jeder, der einen Nagel an der einen Stelle der Wand einschlägt und nicht an einer anderen, Künstler. Weil er seine Umwelt künstlich verändert.

Was Sie in Wirklichkeit meinen, ist der Kunstmarkt. Kunst an sich und Kunstmarkt bedingen einander, weshalb man -- salopp gesagt -- beispielsweise gute zeitgenössische Kunst daran erkennt, dass jeder denkt, das könnte er auch, wenn er nur deppert genug wäre, es auch zu tun.

Wenn Sie gerne Kommerzialisierung der Kunst hätten, nur zu. Dann gibt's im Opernhaus 'Cats' bis zum Abwinken, im Schauspielhaus 'Die Mausefalle', alternierend mit dem 'Haus in Montevideo', Gabalier und die 'Original Hohlen Randfichten' geben Volkskunst zum Besten, das war's dann en gros und en détail, danke auch schön.

So ist es aber nicht, und Kunst kommt auch nicht wirklich von 'künstlich'.
Denn in letzter Konsequenz kommt Kunst von Kunst, aber das verstehen Sie garantiert nicht mehr *gg

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helmut1948
11
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Auf Kommando

rechts rum od. links rum, wie jetzt, hab beim BH auch immer "rechts rum", bin ich jetzt ein NAZI (Nationalsozialist)

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Lodengrün
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Bitte

was hat denn der Blümel zu bieten gehabt. Der war nur für die Agenden des abwesenden Herrn Kurz zuständig.

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burgring0
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Den Künstlern..

...kann’s nicht links genug sein....

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X22
12
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Sagt der Odin Wiesinger zum Gabalier

:)

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homerjsimpson
6
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Was glauben die Kultur-Funktionäre....

...dass eine Übergangsregierung in 3 Monaten machen wird? Kritik ist was Netter, aber mit mehr Realitäts-Sinn und Verstand wäre sie besser platziert gewesen dort wo sie hingehört, und das ist nicht eine Übergangsregierung.

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