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Spiegel-SkandalClaas Relotius: Ein Talent und seine erlogene Welt

Der Betrugsskandal um den „Spiegel“-Reporter Claas Relotius erschüttert das Hamburger Medienhaus. Dort sucht man die Flucht in offensiver Transparenz.

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GERMANY ESPIONAGE NSA SPIEGEL
Das "Spiegel"-Hochhaus an der Hamburger Ericusspitze. © APA/EPA/MARCUS BRANDT
 

Am Mittwoch brach in der Hamburger Hafen-City zumindest eine Welt zusammen. Eine auf einem Lügengerüst aufgebaute Welt, in der es sich wohl nicht gut aber zumindest preisgekrönt leben ließ. In einem Konferenzraum des „Spiegel“-Magazins wurde der größte deutsche Medienskandale der letzten Jahre öffentlich: Der „Spiegel“-Reporter Claas Relotius veröffentlichte über Jahre prominente Reportagen, die frei erfunden waren. Ein kaum zu überschätzendes Desaster für das Medium, ein Schock für die Branche. Auch „taz“, „Zeit Online“, das „SZ Magazin“ oder die „Weltwoche“ hatten seine Artikel veröffentlicht.

Kommentare (3)

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pajankharan
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4
Lesenswert?

Claas R. ein Einzelfall?

Claas Retorius, der enttarnte Spiegelreporter, dürfte nur die Spitze eines Eisberges sein. Der Spiegel ist meiner Meinung an sich schon seit Jahren mehr ein literarischer Betrieb als denn ein Nachrichtenmagazin alter Reporterschule. Und viele der Texte haben mich vergnügt und angeregt zum Querlesen in andere, sozusagen hochgelobte Nachrichtenmedien. Dabei erlebte ich viele wundersame Berichte, wie Essays in der belletristischen Form geschrieben und nahm diese Berichte mehr als gute Literatur und nicht als faktencheck orientierte Reportage wahr.
Wahrscheinlich ist es den Dokumentatoren beim Spiegel ähnlich ergangen. Ein reiner Inzuchtbetrieb über die Jahre hat sich dort entwickelt.
Draufgekommen bin ich bei den Reiseberichten der ehrenwerten Reporter. Da stimmte meine eigene vor Ort getätigte Wahrnehmung mit den vorangegangenen Berichten meistens nie überein und veranlassten mich zur Selbstrecherche mit wunderbaren Erlebnissen mit Land und Leuten.
Im alten Orient waren die Märchenerzähler hoch bezahlt und beliebt und man war angehalten, das Körnchen Wahrheit, das in diesen Geschichten steckte, selbst zu finden.
Beim Spiegel und anderen Nachrichtenmedien ist das zum Teil noch heute so. "Sagen, was ist" meinte einst Augstein damals und über die Jahre kollerte der Spiegel vom hohen Sockel. Frage: War er jemals da oben, am Sockel der objektiven Berichterstattung?

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Elli123
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3
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Alles nur geklaut....

Wir wollen doch schöne Geschichten lesen. Wen interessiert die Wahrheit?

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Willi128
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Pressefreiheit

Mich interessiert sie. Auch die Komentare der einzelnen Presseleuten dazu. Nur schöne oder schaurige Geschichten dazu sind nicht zu akzeptieren. Aber ich glaube, dass manche Journalisten - immer auf die Pressefreiheit ausredend - vielleicht Recherchen nicht sorgsam genug durchführen, da ihnen gewöhnlich auf Grund der Pressefreiheit eh nix passieren kann. Pressefreiheit ist ein Gut, dass in unserer demokratischen Welt sehr sehr wichtig ist, aber ich denke, dass viele Journalisten, dadurch die Wichtigkeit der genauen Recherchen nicht ernst genug nehmen. Kritik an ihrer Berichterstattung wird meistens gebetsmühlenartig als Angriff auf die Pressefreiheit gewertet, was meiner Meinung nach nicht richtig ist.

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