AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

InterviewGregor Sebergs Rückkehr an den Sehnsuchtsort Spanien

Reise an verblichene Sehnsuchtsorte: Kabarettist Gregor Seberg ist morgen auf „Staatsbesuch“ in Spanien. im März präsentiert er sein neues Kabarettprogramm "Wuderboi".

Der kleine Staatsbesuch
Gregor Seberg versucht sich in den Straßen Salamancas an einem Flamenco-Tänzchen. © (c) ORF
 

Herr Seberg, im „Kleinen Staatsbesuch“ (ORF eins, 20.15 Uhr) stellen Sie Ihr Spanien vor. Ihre Nähe zu dem Land begann für Sie als 16-Jähriger mit einem Anruf, in dem Sie erfuhren, dass Ihr Vater in Spanien lebt. Wie lange dauerte ihre intensive Spanien-Zeit?
Nach meiner ersten Reise war ich immer wieder dort, wenn ich eben Ferien hatte. Aufgehört hat es mit Mitte 20, weil dann Schauspielschule und andere Interessen kamen.

Inwiefern haben Sie die Aufenthalte geprägt?
Es ist für mich schon ein eine wichtige Zeit gewesen. Zum einen habe ich meinen Vater kennen gelernt, zum anderen war das im Nachhinein surreal, weil ich dort mit einer Herzlichkeit und Wärme in einen Familienverband aufgenommen wurde, von Null auf Hundert. Dabei kannten wir uns vorher nicht, wussten nicht, dass der jeweils andere existiert – also ich zumindest nicht. 

Der kleine Staatsbesuch: Gregor Seberg besucht "sein Spanien"

Mit der Leidenschaft der Spanier für den Stierkampf kann Kabarettist Gregor Seberg wenig anfangen.

ORF

Da versucht er sich schon lieber als Flamenco-Tänzer.

ORF

Klicken Sie sich durch die Bilder.

ORF
ORF
ORF
ORF
ORF
ORF
ORF
ORF
ORF
1/11

Was konnten Sie mitnehmen?
Also zum Beispiel wäre meine so und so nicht vorhandene Fremdenangst spätestens dort abhandengekommen, weil ich habe in dem fremden Land gemerkt, dass die Menschen dort auch auf zwei Beinen gehen und freundlich sind. Und ich habe mir damals gedacht, also später dann, wenn es möglich ist, möchte ich nach Spanien ziehen. Damals war die Lebensfreude eine schon größere war – heute durch die wirtschaftliche Situation vielleicht nicht mehr. Ich habe die Spanier als Menschen empfunden, die ständig nach der großen Freude suchen. Das hat mir sehr imponiert.

Ein Gedanke, den man mitgenommen hat?
Das glaube ich schon. Lange Zeit blieb Spanien ein unglaublicher Sehnsuchtsort für mich. Das Wissen, dass es da dieses Land gibt, wo die Leute viel miteinander reden, lachen, nach Außen gehen, locker sind, aus dem wenigen was sie haben viel machen. Überspitzt gesagt: Als gäbe es in Europa dieses kleine Paradieschen. 

Hat die Idee des Sehnsuchtsorts Spanien Ihrem „Staatsbesuch“ standgehalten?
Also ganz ehrlich gesagt, nein. Ich sehe das heute mit anderen, weniger verklärten Augen. Ich meine das gar nicht despektierlich, aber der ungetrübte Zauber ist weg.

Im März bringen Sie Ihr neues Kabarettprogramm auf die Bühne. Was steckt hinter dem Titel „Wunderboi“?
Das „Wunder“ bezieht sich auf wundern: Ich bin ja jemand, der sich auch wahnsinnig ärgert über Umstände und der sie traurig findet, aber in meiner Ohnmacht vor dem, was in der Welt falsch läuft - die Welt beginnt bei mir - wundere ich mich, wie so etwas überhaupt geht. Und ich stehe wie ein kleiner Bub vor der Tatsache, dass ich die Welt nicht mehr verstehe. Es ist eine Regression, die aber nichts mit einer Verdattergreisung meinerseits zu tun hat. Mit anderen Worten könnte man sagen. Hää? Warum machts ihr das so? Warum macht ihr alles, was man falsch machen kann falsch? Warum seid ihr so konsequent daneben?

Klingt sehr politisch.
Ja, ich komme da nicht raus. Selbst wenn ich mir etwas über das  Mauerblümchen links hinten ausdenke, werde ich am Ende wieder auf die Gesellschaftskritik zurückfallen.

 

 

Zwischen 0 Uhr und 6 Uhr ist das Erstellen von Kommentaren nicht möglich.
Danke für Ihr Verständnis.