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''Zur Hölle damit''Oliver Baier über "seine" neue Show und "Montevideo"-Zeiten

Am Freitag startet die neue ORF-Quizshow "Zur Hölle damit". Die Idee hinter der von Thomas Kamenar moderierten Show stammt von Oliver Baier.

Oliver Baier entwickelte "Zur Hölle damit", die Moderation übernimmt ein anderer (Thomas Kamenar). © ORF
 

"Ein Quiz so fair wie das Leben" lautet der Untertitel einer neuen Quizshow, die ab Freitag im ORF (ORF eins, 21.05 Uhr) zu sehen ist. Als Quizmaster fungiert Ö3-Stimme Thomas Kamenar, entwickelt wurde "Zur Hölle damit" von Oliver Baier, der weiterhin für "Was gibt es Neues" zuständig ist. Zu gewinnen gibt es in jeder neuen Sendung 20.000 Euro, wobei einzelne, zufällig ausgewählte Publikumsgäste die Möglichkeit haben, die Frage zu beantworten und das Preisgeld für die Frage abzuräumen.

Im Interview erzählt Baier über das Prinzip der Show und seine Anfänge mit "Montevideo", die "Show mit dem einen Zuschauer".

Es gibt, in unterschiedlichen Varianten, zahlreiche Quizshows im Fernsehen. Was soll „Zur Hölle damit“ von anderen Formaten abheben, wo steckt das Besondere an der Show?

Oliver Baier: Es gibt zwei Kandidaten, die gegeneinander um denselben Kontostand spielen. Diese können einzelne Fragen samt Gewinn ans Publikum abgeben, um weiterspielen zu dürfen. Der Fragemodus wechselt von Runde zu Runde. Und es gibt einen Zeitdruck von 30 Sekunden pro Frage."

Wie kam es dazu, dass Sie das Format entwickelt haben? Wie darf man sich diesen Prozess vorstellen?

Oliver Baier: Ich fand es spannend, dass Kandidaten, wenn sie eine Frage nicht wissen, keinen Joker einsetzen, sondern das Geld für diese Frage abgeben, um weiterspielen zu dürfen. So ist bei uns das Saalpublikum der „dritte Kandidat“. Zufällig ausgewählte Personen können stellenweise antworten und gewinnen. Der Kandidat bleibt dann zwar auf seiner Position, doch je mehr Geld er abgibt, desto unwahrscheinlicher wird es, am Ende noch den Hauptpreis zu gewinnen.

Zum Spielablauf

Runde 1: „Fragen mit Aussicht“ (Ein lustiges Bild gibt den Hinweis auf die Antwort.)

Runde 2: „Reim Time“ (Beispiel: In Wien da steht der Stephansdom, daneben fließt der ...?)

Runde 3: „Multiple Joys“ (Erste Frage mit zwei Antwortmöglichkeiten, zweite Frage mit drei, usw. bis fünf Antwortmöglichkeiten)

Runde 4: „Buchstabensuppe“ (Beispiel: Eine Jugendsünde ist oft eine... MEHMDUTI)

Runde 5: „Fragen mit Hinweis“ (Ein kurioser Hinweis wird gegeben, danach eine Frage dazu gestellt.)

Am Anfang standen viele Ideen für eine etwas andere Form der Quizshow, am Ende die finanziellen Rahmenbedingungen, und mit dem Ergebnis hat man sich in der goldenen Mitte getroffen.

Nächstes Jahr jährt sich Ihre erste Fernsehsendung im ORF, „Montevideo“, zum 25. Mal. Wie denken Sie heute über dieses Format? Wäre "Montevideo" heutzutage vielleicht eine längere Zukunft vergönnt?

Oliver Baier: Heute wären wir damit hoffnungslos veraltet. Aber 1994 waren wir damit eindeutig zu früh und die innovativen Kräfte im ORF waren nicht stark genug, um uns zu halten. Nur wenige Jahre später waren die ästhetischen Mittel, derer wir uns bedienten, unsere Bildsprache, der Trash-Faktor in allen Jugendsendern gang und gäbe. Alleine die Idee, ein TV Publikum, das dem Klatsch- und Lachzwang ausgesetzt ist, auf eine einzelne Person zu reduzieren, um damit etwas ad absurdum zu führen wird heute in der allgemeinen Wahrnehmung Stefan Raab und seiner ersten Show auf VIVA zugeschrieben.

Die ORF-Sendung "Montevideo" mit Oliver Baier (1994):

Nur im ORF waren wir damit eindeutig früher. Doch, dass Sie mir diese Frage nach 25 Jahren überhaupt stellen, zeigt, dass wir damals eine Duftmarke gesetzt haben, deren dünner Schleier trotz zügigen Durchlüftens nicht ganz aus dem Raum zu bringen ist.

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