''Im Zentrum''Rundfunkgebühren: Was passiert nach der Schweizer Abstimmung?

Die Abstimmung ist vorüber, die Diskussion geht weiter: Alexander Wrabetz und Gernot Blümel diskutierten bei Tarek Leitner in "Im Zentrum" über die Zukunft des öffentlich-rechtlichen Fernsehens.

© ORF/Screenshot
 

Die Schweizer "No Billag"-Abstimmung sorgte am Sonntag für ein klares Ergebnis: 71 Prozent der Schweizer haben sich für eine Beibehaltung der Rundfunkgebühren ausgesprochen. Den Diskussionen um das öffentlich-rechtliche Fernsehen tut dies keinen Abbruch. In "Im Zentrum" diskutieren Medienminister Gernot Blümel, ORF-Chef Alexander Wrabetz, Corinna Drumm vom Verband der österreichischen Privatsender, Publizist Michael Fleischhacker und der Schweizer Medienunternehmer Roger Schawinski.

ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz gratulierte den Schweizern und verwies eingangs auf die medienpolitischen Interessen einiger Zeitungen und Privatsender, die im Vorfeld der "No Billag"-Abstimmung nicht immer zur Versachlichung beigetragen hätten.

Medienminister Gernot Blümel betonte, was er schon im "Talk im Hangar" am Donnerstag mehrfach hervorhob: Er hoffe, dass die Debatte in der Schweiz auch in Österreich zu mehr Sachlichkeit führe und das die eigentliche Konkurrenz US-Giganten wie Google und Facebook seien. Für die Pluralität brauche es einen starken Öffentlich-Rechtlichen und eine starke Privatmedienlandschaft, erklärte Blümel.

Der Schweizer Medienunternehmer Roger Schawinski sprach von einem "Freudentag", warnte aber davor zu sagen, dass die 71 Prozent, die für die Beibehaltung stimmten, mit der aktuellen Situation zufrieden sind. Er erwartet, dass die SRG einen Reformprozess einleiten wird und muss, weil durch die ab 2019 geltende Haushaltsabgabe die Gebühreneinnahmen sinken.

Corinna Drumm vom Verband der österreichischen Privatsender sagte auf die Frage von Tarek Leitner, sie hätte für die Beibehaltung der Gebühren gestimmt: "Wir brauchen einen unverwechselbaren Öffentlich-Rechtlichen", nicht unbedingt einen starken. "Eine Demokratie braucht eine pluralistische Medienlandschaft", dafür sei ein öffentlich-rechtlicher Rundfunk notwendig, ließ sie wenig Angriffsfläche für Diskussionen.

Nächster Punkt war das duale System in Deutschland: die Aufteilung des deutschen Fernsehmarktes in private und öffentliche Marktteilnehmer. Schawinski verwies darauf, dass Privatsender in kleinen Ländern wie der Schweiz und Österreich nicht stark genug auftreten könnten, weil der Druck aus dem Ausland zu groß sei und gleichzeitig die öffentlich-rechtlichen Sender zu marktdominant seien. Michael Fleischhacker entgegnete, dass die fehlende Dualität eben ein Resultat des langen Fernsehmonopols sei.

Hickhack zwischen Wrabetz und Fleischhacker

"Sie können einladen wie und was Sie wollen", verzichtete Wrabetz nicht auf einen Seitenhieb an Michael Fleischhacker. Am Donnerstagabend hatte Fleischhacker als Moderator von "Talk im Hangar" zur Diskussion auf Servus TV geladen, mit einem klaren Überhang an Gebührenskeptikern. Diesmal durfte sich Wrabetz, wenig überraschend, nicht über die Einladungspolitik beschweren. Einzig Fleischhacker positionierte sich in "Im Zentrum" klar gegen den ORF. Leitner zu Fleischhacker: "Sie haben eh eine Informationssendung, moderieren Sie dort."

Zwischen 22 Uhr und 8 Uhr ist das Erstellen von Kommentaren nicht möglich.
Danke für Ihr Verständnis.

gonde
0
5
Lesenswert?

Na was wohl! Großes aufräumen und ausmisten und bei der GIS die Ländergebühren weg!

.

Antworten
amoruritme
2
4
Lesenswert?

#scheinhöflicher orf

fleischhacker war #fulminant, wrabetz konnte einem in seiner bigotten hilflosigkeit fast schon leid tun...

und wenn tarek L michael F #scheinhöflich/#schweinhöflich indirekt auffordert, er möge doch jetzt endlich die goschn halten, er könne eh in seiner eigenen sendung schwafeln, was er wolle, aber halt hier im ORF nicht, dann ist das wieder einmal #orfisch-unsympathisch...

Antworten
blackdiamond
3
2
Lesenswert?

KZ vom 27.3.2017

Wrabetz selbst kommt auf ein Jahresgehalt von 400.000 Euro; seine Programmdirektorin Kathrin Zechner bezieht im Jahr rund 300.000 Euro. ZiB-Moderator Tarek Leitner kommt monatlich auf 6000 Euro (wie auch Nadja Bernhard), ZiB 2-Lady Lou Lorenz-Dittlbacher auf rund 7000 Euro. Armin Wolf ist Gagenkaiser der Information mit rund 8000 Euro pro Monat. Claudia Reiterer ("Im Zentrum") bezieht monatlich rund 6000 Euro, Kollegin Susanne Schnabl ("Report") die gleiche Summe. Reiterer-Vorgängerin Ingrid Thurnher, zu ORF IIII weggelobt, kommt laut "Krone" monatlich auf 9000 Euro.

Antworten
Lodengrün
1
1
Lesenswert?

Na und @blackdiamond

haben Sie schon die Gehälter der Industrie gesehen. Das was Herr Strache, Hofer, Gudenus verdient? Die Hälfte hat nicht einmal ein abgeschlossenes Studium, Strache rennt mit dem Hauptschulabschluss plus Berufsreifeprüfung herum. Der Neid Diamond ist a Hund.

Antworten
blackdiamond
0
1
Lesenswert?
Antworten
blackdiamond
0
1
Lesenswert?
Antworten
Lodengrün
2
1
Lesenswert?

Mehr oder minder hätte man sich das ersparen können doch

gab es einen Einwurf von Herrn Schawanski, Medienunternehmer aus der Schweiz. Er schilderte was die rechtspopulistische Partei mit dem Sender SRG aufführte und sah da mit Österreich durchaus Parallelen.

Zuerst hat man
beherrschen wollen,
dann bekämpft,
dann benutzt,
letztlich wollte man die Institution
beerdigen
und weil das jetzt nicht gelang
will man den Sender
beschneiden.

Ist es nicht das was Strache, Hofer, Gudenus und Co mit dem ORF machen oder vorhaben?

Herr Fleischhacker gab sich besonders angriffslustig. Er soll eines bedenken. Steht Herr Mateschitz mit dem verkehrten Fuß auf, hat eine Laune auf Servus TV, kann dieser Sender am nächsten Tag, und somit Herr Fleischhacker Geschichte sein.

Antworten
raspel
2
6
Lesenswert?

Vorhersehbar

Dass von den Schweizern keine progressiven Signale kommen, musste man erwarten. Dass es überhaupt eine Abstimmung zu diesem Thema gab, zeigt dennoch, dass der Abgesang der öffentlich-rechtlichen Augauswischerei längst begonnen hat. Die SRG plant wenigstens ein Sparprogramm, beim ORF ist dagegen eine Gebührenerhöhung angedacht. Man sieht, der ORF liegt voll auf der Steuer- und Schuldenlinie der SPÖ.

Antworten
schadstoffarm
2
3
Lesenswert?

:)

die Flüchtlinge hast vergessen. Viel Spaß beim "FREETV" schauen
dass sich eh nur Leut mit Tagesfreizeit leisten können:
"The Revenant" war mit 55 min(!) Produktwerbung aufgedoppelt, die Programmwerbung im Bild fürn Oscar nicht mitgerechnet. Nach 15 min der 1. Werbeblock weil du ja vergessen könntest die das Bier ausm Kühlschrank zu hohlen.

Antworten