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Kirchenzeitungen kommen bei ÖBB nicht zum Zug

Einen harten Schnitt setzen die Österreichischen Bundesbahnen nun hinsichtlich der heimischen Kirchenzeitungen: Anders als andere heimische Zeitungen und Magazine werden diese nicht im kostenlosen Online-Kiosk für Bahnfahrer angeboten. Für den Sprecher der Kirchenzeitungen ist dieser Boykott "äußerst bedauerlich".

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Müssen draußen bleiben: ÖBB bietet in ihren Zügen keine Kirchenzeitungen zur Lektüre an
Müssen draußen bleiben: ÖBB bietet in ihren Zügen keine Kirchenzeitungen zur Lektüre an © Markus Leodolter
 

Prinzipiell bieten die Österreichischen Bundesbahnen Nutzern von Smartphones, Laptops und Tablets rund 100 Printmedien aus dem online abrufbaren APA-Kiosk zur kostenlosen Lektüre in den Railjet-Zügen an - nicht jedoch die dort grundsätzlich zugänglichen Kirchenzeitungen. Dass sich im ÖBB-WLAN-Netz ("Railnet") kein religiöses Medium welcher Glaubensrichtung auch immer finde, sei "eine bewusste Entscheidung", teilte Pressesprecher Bernhard Rieder der Kooperationsredaktion der österreichischen Kirchenzeitungen mit. Als öffentliches Unternehmen könnten die ÖBB "keine Bevorzugung beziehungsweise Vernachlässigung von Glaubensrichtungen propagieren". Heinz Finster, als Generalsekretär der Kirchenpresse-Konferenz Sprecher der Kirchenzeitungen, nannte diesen Boykott "äußerst bedauerlich".

Finster wies darauf hin, dass die Kirchenzeitungen weit über innerkirchliche Fragen hinaus bedeutsamste Herausforderungen für die gesamte Gesellschaft wie z.B. den Umweltschutz thematisieren - und dies "in sehr objektiver und fundierter Form". Von einer "nicht unwesentlich auch aus Steuermitteln finanzierten" öffentlichen Einrichtung wie den ÖBB dürfe der Respekt vor allen und die Allianz mit allen in Österreich rechtlich anerkannten Religionsgemeinschaften sehr wohl erwartet werden, betonte der Kirchenpresse-Vertreter. Und wörtlich fügte Finster hinzu: "Nachdem die ÖBB die Kirchenzeitungen nicht in ihrem ÖBB-Railnet-Portal anbieten, fehlt den Leserinnen und Lesern sicher nicht das einzige, aber ein sehr lustvolles Argument für die Entscheidung zum Umstieg auf die Bahn." Mit einer Gesamtauf­lage von rund 160.000 Stück haben die Kirchenzeitungen auf dem Wochenzeitungsmarkt einen erheblichen Anteil.

Sonntagsblatt/Gerd Neuhold Für Kirchenmedien-Sprecher Heinz Finster ist die Entscheidung unverständlich
Für Kirchenmedien-Sprecher Heinz Finster ist die Entscheidung unverständlich © Sonntagsblatt/Gerd Neuhold

Unverständlich bleibt für Heinz Niederleitner von der Kooperationsredaktion, welche anderen Glaubensrichtungen durch die Aufnahme der Kirchenzeitungen in das Railnet diskriminiert würden, da es in Österreich keine den Kirchenzeitungen vergleichbare religiöse Wochenzeitung gibt. Im politischen Bereich habe die ÖBB offenbar keine Bedenken: Österreichs heute einzige Parteizeitung, das in Linz erscheinende Neue Volksblatt der ÖVP, wird den ÖBB-Kunden sehr wohl geboten.

Der Chefredakteur der Eisenstädter Kirchenzeitung "martinus", Franz Josef Rupprecht, fragt sich in der aktuellen Ausgabe, ob in der Entscheidung der ÖBB vielleicht noch "der Ungeist des in der Zwischenkriegszeit blutig ausgetragenen Grabenkampfes zwischen 'Rot' und 'Schwarz' irrlichtert". Er verwies auf die Einwohnerstatistik, wonach hochgerechnet wohl fast zwei Drittel der Bahnfahrer Katholiken seien; "und die Milliarden von Zuschüssen an die Bahn durch die Staatskasse werden sicher auch zum überwiegenden Teil den Taschen der Katholiken im Land entnommen", ärgerte sich Rupprecht. Der "feindselige Grundton" der ÖBB gegen die große Gruppe der Katholiken sei "Bosheit oder nur dumm".

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Killthebill
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Kirchenzeitung

Bin kein Katholik und finde das völlig richtig von der ÖBB. Sie haben dadurch einen Fahrer mehr

homerjsimpson
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Feindselig äußerst sich der Herr Katholik...

..nicht die ÖBB. Und die Verwendung von Steuergeldern (für Bahninfrastruktur und nicht Railjets, er kann gern sein Blatt auf die Gleise legen) anzusprechen ist angesichts der katholischen "Kirchensteuer" vlt auch nicht die beste Idee, immerhin lebt die katholische Kirche gut von Privilegien, die ihr der Staat einräumt und vom Geld vieler Bürger.

paulrandig
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Lustvoll?

Ausgerechnet die Kirchenzeitung?
Wobei ich schon der Meinung bin, dass Ausgrenzung genau der falsche Weg ist. Vielmehr sollten ALLE Zeitungen religiöser Gemeinschaften angeboten werden und zusätzlich noch Lektüre über das Fliegende Spaghettimonster.

hermannsteinacher
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Pastafari erscheinen der Republik nicht so förderungswürdig wie Zeugen Jehovas

oder die Mormonen.

Dieses relig. Zeitungsthema ist nicht aufbauschenswert.