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Song Contest 2018Cesár Sampson singt für Österreich in Lissabon

Intern vom ORF gekürt: Cesár Sampson (34) tritt 2018 mit seiner dunklen Soul-Stimme in Lissabon für Österreich beim Song Contest in Portugal an. Er arbeitete bisher hinter den Kulissen, hat aber schon ESC-Erfahrung. Seine Mutter kennen übrigens Millionen.

Die Wahl fiel auf den 1983 in Linz geborenen Künstler, Songwriter und Produzenten Cesar © ORF/Jahmal
 

Ein triumphaler Sieg 2014, null Punkte im Jahr darauf, Platz 13 in Stockholm 2016, heuer ging sich in Kiew ein 16. Platz aus: Wie geht es beim Eurovision Song Contest (ESC) nun weiter? Die Hoffnung liegt auf Cesár Sampson. Er ist unser Mann in Lissabon, im Ö3-Wecker hatte er heute seinen ersten öffentlichen Auftritt als Repräsentant Österreichs  beim weltweit größten Wettsingen, dem ESC in Portugal: Und Cesár  weiß schon, wie es sich anfühlt, auf der großen ESC-Bühne zu stehen – und im Hinterkopf rund 200 Millionen Menschen vor den Bildschirmen zu haben: Der in Linz geborene und in Wien lebende Künstler unterstützte 2016 den Background-Chor beim bulgarischen Beitrag „If Love Was A Crime“ von Poli Genova, womit ein hervorragender vierter Platz erreicht wurde.

>>>Umfrage: Cesár Sampson beim Song Contest: Die richtige Entscheidung?

2018 ist Cesár als Solist nun der Vertreter Österreichs, gekürt durch eine interne ORF-Entscheidung: „Rhythmus, Mensch, Stimme“, freut sich Programmdirektorin Kathrin Zechner, „er weiß genau, wie er seine Stimme einsetzt – und zwar sowohl als Sänger als auch als Mensch!“ Zu seiner Kür als Nachfolger von Zoe und Nathan Trent erklärt Zechner weiters: „Seine Musikalität, sein Brennen für seine Kunst und sein ganzheitlicher Zugang zu seiner Musik sind ansteckend. Er ist gleichermaßen authentisch wie einzigartig – einfach ein großartiger österreichischer Künstler, der unser Land in Lissabon stolz machen wird.“

UMFRAGE

Cesár Sampson beim Song Contest: Die richtige Entscheidung?

Wer nur eine Strophe von ihm hört, wird ihm alles andere als Durchschnitt bescheinigen: „Die Stimme ist mein am weitesten entwickeltes Instrument und das Resultat einer langen Reise. Ich habe schon mit einem guten Instrument angefangen, aber als Kind habe ich das noch nicht richtig verstanden. Ich habe zwar immer gut gesungen, aber mit dem Bewusstsein und der Erfahrung, die ich jetzt habe, ist das schon etwas ganz anderes“, erklärt Cesar.

Cesar Samson vertritt Österreich

Das Lied, das Cesár mit dem Tiroler Sebastian Arman (produzierte u. a. Conchita) und dem Austro-Bulgaren Boris Milanov schrieb, soll voraussichtlich im Februar seine Radio-Premiere erleben. Was darf verraten werden? „Mir als Bariton liegt der dynamische Midtempo-Bereich am besten, dort ist der Titel auch angesiedelt. Thematisch hat er eine spirituelle Komponente, es geht es um die Suche nach der universellen Liebe. Es ist jedenfalls kein Liebeslied an eine bestimmte Person!“

Was hat der Konnex mit Bulgarien aber auf sich? César, der auch Vocal Coach arbeitet, ist Mitglied des internationalen Musikproduzenten-Kollektivs „Symphonix International“. Und das konnte eben mit Wiener Beteiligung Bulgarien 2016 zum vierten und 2017 zum zweiten Platz („Beautiful Mess“) führen.

Österreich beim Song Contest: Die letzten zehn Jahre

Vom ORF intern ausgewählt wurde als Song-Contest-Starter nicht nur Cesar Sampson, sondern in den letzten Jahren regelmäßig. So etwa 2017 Nathan Trent.

APA/AFP

Mit "Running on Air" zog der Tiroler ins Finale ein und wurde dort 16.

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Auch Zoe suchte der ORF mit seinen Juroren aus.

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Mit "Loin d’ici" belegte die Sängerin und Schauspielerin im Finale Platz 13.

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Zum Song Contest in Wien schickte das heimische Publikum in einer Vorausscheidung The Makemakes. Sie gewannen die Quali 2015 vor DAWA und Zoe.

AP

Beim Song Contest in Wien gewannen die Makemakes trotz Heimvorteil nur Erfahrung. Es gab null Punkte.

AP

Conchita wurde 2014 wieder von einer internen ORF-Jury ausgesucht. Sie dankte es mit dem Gewinn des Bewerbs 2014 in Kopenhagen.

ORF

Natalia Kelly gewann 2013 die ORF-Show "Österreich rockt den Song Contest" vor Yela und Falco Luneau.

AP

Beim Wettbewerb in Malmö scheiterte sie im Halbfinale.

ORF

Auch die Trackshittaz entsandte das TV-Publikum nach Aserbaidschan. In der Vorauswahl setzte sich das Duo gegen Conchita Wurst durch. In Baku verpasste man das Finale deutlich.

EPA

Nadine Beiler setzte sich im ORF-Vorentscheid 2011 dank des Publikumsvotings gegen die Trackshittaz sowie Klimmstein durch und zog beim Song Contest in Düsseldorf klar ins Finale ein.

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Dort landete die Tirolerin auf Platz 18.

APA/Kaiser

Aufgrund der Erfolglosigkeit in den Jahren davor, verzichtete Österreich auf die Wettbewerbe 2008, 2009 und 2010. In dieser Zeit gewann den Song Contest etwa Lena - nämlich 2010 in Oslo.

EPA

Vor zehn Jahren sang Eric Papilaya für Österreich (in Helsinki). Dort scheiterte er mit dem offiziellen Life-Ball-Song 2007 "Get a Life – Get Alive" im Halbfinale.

AP

2018 will Cesár Sampson in Lissabon für Österreich punkten.

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Der 34-Jährige arbeitete also bisher eher im Hintergrund, schrieb etwa an Louie Austens Album „What a Comeback“ mit und war auch bei „Dancing Stars“ zu hören– als eine der Stimmen des Ballroom-Orchesters bei der sechsten Staffel. Die Stimme seiner Mutter kennen Millionen: Kathy Sampson sang das Titellied der Erfolgsserie „Kommissar Rex“ („A Good Friend“). Cesàrs Vater, einen britischen Choreografen, der auch in Österreich lebt, lernte Kathy durch die Arbeit bei einem Workshop kennen. Über seine Laufbahn verrät der smarte Musiker: „Ich hatte einen Punkt in meinem Schaffen, an dem ich draufgekommen bin, dass ich nicht nur Künstler sein wollte, sondern einen tieferen Sinn gesucht habe. Ich habe mich dann rund sechs Jahre der Sozialarbeit gewidmet und bin danach mit einem ganz anderen Zugang zur Musik zurückgekommen.“

Xenophobe Erlebnisse in Österreich hat Cesàr „nur in der Kindheit erlebt, da waren einige Kränkungen dabei. Bald habe ich dann für mich entdeckt: Ich werde manchmal anders und ungewöhnlich sein“. Sein Idol ist Prince, privat mag er eine Mischung aus Rock und Soul mit Gospel- und Blueselementen. Angst vor einem Absturz beim ESC im Mai in Lissabon hat er nicht: „Das Risiko nehme ich gerne auf mich. Ich sehe es mehr als Chance. Um diese Aufmerksamkeit und Wertschätzung musst du sonst auf allen möglichen Plattformen buhlen. Ich kann mit meinem Lied total meine Persönlichkeit ausdrücken und nehme den ESC in erster Linie als sehr energetisierend wahr!“

Zum ESC 2018

Wo? Der 43. Song Contest wird in Lissabon ausgetragen, weil Portugiese Salavador Sobral das Wettsingen heuer mit „Amar pelos dois“ gewonnen hat.
Wann? Die Halbfinali finden am 8. und 10. Mai statt. Im Jänner wird ausgelost, durch welches Semifinale Österreich muss. Einen fixen Startplatz im Finale haben nach wie vor die fünf größten Beitragszahler der EBU (England, Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien) und das Gastgeberland. also Portugal.
Finale am 12. Mai 2018.


Ein rumänischer Cezar trat übrigens 2013 in Malmö an: Ein Countertenor dieses Namens mit Z, der die Opera-Popnummer "It´s my Life" interpretierte, erreichte mit 65 Punkten für Rumänien den 13. Platz im Finale.

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