Neue Staffel"Wastecooking" auf Arte: Was für ein Tang!

Er kocht mit Lebensmitteln, die andere wegwerfen: Foodaktivist David Groß ist mit seiner Dokureihe „Wastecooking“ zurück. Ab heute eine Woche lang um 17.05 Uhr auf Arte.

Frisch gefangener Seetang an der dänischen Küste: Lebensmittelaktivist David Groß (rechts) © © SWR/Mischief Films
 

In Neopren-Latzhosen stehen sie knietief im frischen Salzwasser an der Nordküste Seelands in Dänemark und reißen Seetang aus: der Salzburger Filmemacher und Lebensmittelaktivist David Groß und Anita Dietz. Bereits die Wikinger hätten, erzählt die Expertin, die am Untergrund festgewachsenen Algen gegessen. „Tang wächst spontan. Wenn man ein wenig davon erntet, wächst er einfach von selbst nach, ohne dass man ihn anbauen muss.“ Beide naschen ein wenig davon. Roh.

Seetang also. Was die Kosmetikbranche seit Jahren als wundersame Nährstoffbombe anpreist, würzt schon lange die nordische Avantgarde-Küche. Die Dänin Dietz sieht darin eine nachhaltige Ressource. Ein Aspekt, der David Groß interessiert. Denn: Dänemark gilt als Pionier im Kampf gegen Lebensmittelverschwendung.

800 Mahlzeiten vor dem Wegwerfen gerettet

Deswegen startet die zweite Staffel der Dokuserie „Wastecooking“, die ab Montag in fünf Teilen auf Arte (17.05 Uhr) und ab 24. Oktober im ORF (im Rahmen von „Die.Nacht“) ausgestrahlt wird, auch dort. Groß kocht den geernteten Seetang mit Unterstützung direkt am Strand auf seiner mobilen Mülltonnen-Küche zu einer Muschelsuppe mit Seetang-Streifen und in Tang eingepackten Hecht. In Kopenhagen besucht er den angeblich ersten Waste-Supermarkt der Welt. Dort stehen nur Produkte im Regal, die andere aussortiert haben. Und: Groß trifft auch den Betreiber des ersten Waste-Restaurants, wo kreative Resteküche auf dem Speiseplan steht, oder den Gründer der App „To Good to Go“, die anzeigt, wo man für wenig Geld übrig gebliebenes Restaurantessen abholen kann. Dieses Service ist auch bereits in Österreich verfügbar. 800 Mahlzeiten werden in Dänemark damit täglich vor dem Wegwerfen gerettet.

Rund sechs Wochen lang ist der Aktivist, der auch schon vor dem österreichischen Parlament aufkochte, von Norden nach Süden gereist. In England hat er aus altem Toastbrot Bier gebraut, in Rom hat er sich die urbanen, essbaren Gärten angesehen und in Griechenland besuchte er Krisenkoch Kostas Polychronopoulous, der aus weggeworfenen Lebensmitteln mit Freunden täglich 1000 Mahlzeiten kocht. „Viele glauben, Lebensmittelverschwendung ist ein Wohlstandsproblem, aber das stimmt nicht“, sagt Groß.

Kommentare (1)

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Ichweissetwas
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Lesenswert?

naja, seetang muss man mögen..........

ansonsten wieder eine ganz tolle Sendung, natürlich auf arte.......

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