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Im Interview

Wolfgang Lorenz fordert Neuaufstellung des ORF

Ex-Programmchef geht im Kleine Zeitung-Interview mit dem ORF und seinem Angebot wortmächtig ins Gericht: Der Sender setze durch Beliebigkeit und Angepasstheit seine Relevanz und Glaubwürdigkeit aufs Spiel. Lorenz wünscht sich einen Wechsel an der Spitze des Unternehmens.

Arbeitete 42 Jahre im ORF: Wolfgang Lorenz © APA/Schlager
 

Eine personelle und inhaltliche Neuaufstellung fordert der langjährige ehemalige Programmdirektor des ORF,  Wolfgang Lorenz. Der 72-Jährige sorgt sich in einem Interview mit der Kleinen Zeitung um die Glaubwürdigkeit und Relevanz des Österreichischen Rundfunks, dem er 42 Jahre angehörte.  Lorenz: „Wesentlich ist, dass sich der ORF nicht zum Verbündeten der Politik macht, sondern Verbündeter der Gesellschaft ist. Wenn das nicht passiert, wenn die Parole lautet, wir machen so weiter wie bisher, wenn der öffentlich-rechtliche Rundfunk ein beliebiges Produkt auf dem Markt ist wie alle anderen auch: Dann hat er seine Funktion in der Gesellschaft verspielt. Man braucht ihn dann nicht mehr. Der ORF ist knapp davor.“

Puppentheater

Der Rundfunk sei früher einmal das geistige Leitmedium des Landes gewesen, heute sei er zum „Gleitmedium“ verkommen, weich geworden unter dem Druck der Politik“. Vor allem im Informationsbereich vermisst der Ex-Intendant Mut und Haltung: Es sei ein Fehler gewesen, die Eigenkommentare im Gegensatz zum deutschen Fernsehen komplett zu streichen. Ursache sei mangelnde Konfliktbereitschaft aus einem falschen Ruhebedürfnis heraus: „Niemand hat dort Lust, sich am nächsten Tage dafür zu prügeln, was am Abend davor gesagt wurde. Mit welcher Partei auch immer“. Es sei ein fehlgeleiteter Ehrgeiz gewesen, zum österreichischen Konsens, zu einem Klima der Verträglichkeit beitragen zu wollen, anstatt sich „unverträglich zu verhalten, indem man gesellschaftliche Zustände analysiert und sich durch Diskursbelebung möglicherweise auch selbst riskiert.“  Der Informationsbereich, früher ein Kilimandscharo im ORF, sei heute Puppentheater: „Vorhang auf für Kasperl und Hexe“.

 

ORF-Wahl: Die Generalintendanten

ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz stellte sich am 9. August 2016 seiner Wiederwahl und ging zum zweiten Mal als Sieger hervor. Damit steht 2017 seine dritte Amtszeit bevor - ein Rekord.

APA

... davor war Monika Lindner von 2001 bis 2006 die einzige Frau, die es an die ORF-Spitze geschaft hatte. Ihr verdanken die TV-Konsumenten den Grundstein für junge Formate wie "Starmania" oder "Dancing Stars" ...

ORF

... Von 1998 bis 2001 war Gerhard Weis Generalintendant des ORF, in der Amtszeit des ehemaligen Innenpolitik-Journalisten entstanden die "Barbara Karlich Show" oder der "Report International" ...

APA

... von 1994 bis 1998 war Gerhard Zeiler ORF-Generalintendant. Auf seine Amtszeit geht der 24-Stunden-Sendebetrieb zurück, zudem sorgte der spätere RTL-Geschäftsführer für mehr Kommerzialisierung im Programm ...

APA

... unter Teddy Podgorski (1986 bis 1990) wehte ein kreativer Wind im ORF, er erfand die "Seitenblicke", das "Sportpanorama" oder die Erfolgsformate "Universum" sowie "Bundesland heute". Er löste ...

ORF/Alfred Cermak

... 1986 Gerd Bacher ab und wurde 1990 wiederum von diesem beerbt. "Der Tiger", wie Bacher, auch genannt wurde, absolvierte als  einziger ORF-Chef drei Amtsperioden - und zwar 1967-74, 1978-86 sowie 1990-94 ...

ORF

... unter ihm erhielt Österreich Farbfernsehen (1969), die Radiosender Ö1, Ö2 und Ö3 (1967), mit dem "Morgenjournal" das erste parteiunabhängige Nachrichtenprogramm, "Licht ins Dunkel" (1978), den Teletext (1980) und vieles mehr ...

APA

... von 1974 bis 1978 unterbrach der Jurist Otto Oberhammer die "Herrschaft" Gerd Bachers. Was unter ihm passierte? Der Einzug auf den Küniglberg, die erste "Zeit im Bild 2" sowie der "Club 2". Dazu: "Mundl", "Alpensaga" sowie "Kottan ermittelt" ...

ORF

... der erste Generalintendant wurde 1960 installiert, es war Josef Scheidl. Damals gab es nur einen Sender, unter Scheidl ging die erste "Zeit im Bild" auf Sendung und erstmals wurden Ausschnitte vom "Villacher Fasching" gezeigt.

ORF
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Für Wechsel an der Spitze

Befragt zum rot-schwarzen Schaukampf zwischen Alexander Wrabetz und Richard Grasl im Vorfeld der Wahl zum Generaldirektor am 9. August spricht sich der Erfinder von Formaten wie „Donnerstagnacht“ oder „Liebesg'schichten“ für einen Wechsel an der Spitze aus: „Ich traue Grasl eine Neuaufstellung des ORF zu, und zwar dann, wenn er umsetzt, was er ankündigt: vier Direktoren als Programmdirekten für TV-Information, TV-Programm, Radio und Digital zu installieren“. Das wäre ein mutiges Zeichen, so Lorenz. Dem neu eingeführten Frühstücksfernsehen kann der frühere Programmdirektor wenig Positives abgewinnen. Lorenz: „Für 15 Millionen Euro im Jahr schrumst jetzt ein Marketender-Fernsehen durch die Gegend. Es ist zum Schreien“.

 

Kommentare (26)

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perplesso
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ich bin zwar kein Freund vom Herrn Lorenz,

aber wo er recht hat, da hat er recht. Ein Wechsel an der ORF-Spitze ist mehr als überfällig, zumal der ORF derzeit an einem nie gekannten Tiefpunkt angelangt ist und Herr Wrabetz sicher nicht in der Lage sein wird, eine Kurskorrektur durchzuführen. Neue Ideen braucht das Land !

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reininghaus2000
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Der Tiger

war der BESTE!

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Knut Ogris
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Jo mei, der St.Eirer im ORF.

Haselsteiner wird brüderlich reagieren. Der rauhe Stein wird weiter behauen.
Der Wrabetz ist nicht fähig, weil er von Medien keinerlei Ahnung hat. Alles schiefgelaufen. Seine PowerPointsPräsis im Stiftungsrat sehen nur die Quote - das hat aber ein öff.-rechtl. Sender nicht notwendig, wenns amal weniger ist...
Grasl ists auch nicht, weil der keinerlei Weitblick beweist - 4 Direktoren bestellen wollen...naja, SPÖVPFPÖGRÜNE - jeder einen? was soll das bringen? Weniger Verantwortung für den Chef? DER oder DIUE muss aus einem anderen HOLZ geschnitzt sein, hoffentlich - derdie Gebühernzahlinnen danken es.
Zechner wird eh von Lorenz verschwiegen - die kanns ja überhaupt nicht. Was erwartet man von im Schnitt 5oJährigen, die nur politisch antichambrieren können und ansonsten keinerlei Ausbildung in dem TV-Beruf geniessen oder genossen haben, das beweisen jene jeden Tag, seit vielen und mehreren Jahren.
Der RETTER oder die Retterin muss von aussen kommen - der/die rigoros journalistisch, managementtechnisch und künstlerisch durchgreift. Auskenner, echte KÖnner und Gönner sind gefragt.
Echte ProduzentInnen Persönlichkeiten, die es nur ausserhalb des ORF gibt. Man muss die suchen. Man lässt sich, sollte man solche Fertigkeiten haben, nicht von politischen Kleinparteien abschasseln. Die haben nun wirklich überhaupt keine Ahnung, was Medien sollen. Es herrscht eher der ERDOGANISMUS bei denen:Bewunderung für dessen Massnahme, Radio, Zeitungen und TV abzuschalten. Wer suchet der findet.

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DavidgegenGoliath
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Der ORF, ist zum niveaulosen SPÖ,

Parteifunk, verkommen!

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HE HU
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Jeder kann-wenn er will!!

Parteifunk geht nur weil man es zuläßt . Die unzähliegen Wiederholungen und uralt Filme locken doch keinen Hund hinter dem Ofen hervor. Die GIS-Gebühren gehören mindestens HALWIERT genau so die Gehälter der der Verantwortlichen Angestellten!!!!!!

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Shiba1
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orf

Was ist das?
Meide ich seit mehr als 20 Jahren und interessanterweise fehlt er mir nicht

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Gosu
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Donnerstag Nacht

Das war damals noch richtig lässig. Vor allem vermisse ich die Sendung ohne Namen. Ich verfluche den ORF jeden Tag seitdem und wenn ich sehe wie mir 1x alle 2 Monate die GIS abgebucht wird, kommt mir das Kotzen. Vor allem, weil ich damit die Gehälter von Wolf und Konsorten bezahle.

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gluca
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naja Herr Lorenz

wie war Ihr Wirken beim ORF und in Graz zum Jahr 2003?
Einsicht und Demut wäre angebracht!

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morbidangel
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Merkwürdig schnell

von der "Titelseite" der Online KlZ verschwunden, der Artikel. Keine Kritik am ORF bitte! :-P

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xnots1109
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Als

Erstes unbedingt die GIS drastisch reduzieren. Ein bisschen wäre ich sogar bereit zu zahlen wenn die Formate passen, aber aktuell ist es einfach zu viel. EM zum Beispiel hab ich beim ORF geschaut. Aber der ORF1 ist speziell am Wochenende zu einem Sportsender verkommen.
Weiters wäre eine Absetzung von Wolf und Thurnher zu begrüßen. Aber bitte nicht den Raffreider :-)

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Das liebe ich.

Herr Lo.renz zählt zu den größten Profit.euren. Sitzt mit einer fett.en Pension und macht einen auf Altk.lug. "Mut und Haltung" hat er bewiesen als er 2003 im Kulturhaupt.stadt.jahr doppelt kassierte und darüberhaunaus 3s.at zum medienpjartner machte und nicht den OR.F direkt etc. Bitte liebe im 5stelligen Bereich Rente kassierende Pen.sionisten, verschon.t uns mit euren Weish.eiten.

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der orf ist sowieso ein frechheit

und wenn es jemals einer schafft, diesen "verein" in die schranken zu weisen und die zwangsgebühren abzuschaffen, dann hat derjenigen vermutlich 95% der österreicher hinter sich!

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tturbo
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ARD und ZDF haben so tolle Informationssendungen

Wenn sowas der ORF machen würde, wäre der General wie bei Erdogan wohl schnell entmachtet.

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sowasvon2014
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Re: ARD und ZDF haben so tolle Informationssendungen

volle zustimmung! aber auch die spartensender vom ZDF, wie zB neo, festival, kultur, ... sind eine klasse für sich. die ganze em übertragung war in den deutschen 100x professioneller!
und nicht unerwähnt möchte ich die oberklasse des fernsehens lassen: ARTE
also, einfach zappen.

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Ja

der Mann ist wirklich ein Visionär, deshalb untauglich für den ORF!

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Umbau?

Abschaffen!

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ORF?

frag mal Jugendliche was ORF ist. Es ist kaum ein Begriff sonst nichts. Bei uns zu Hause die Kindern sind auf Fernsehen nicht interessiert. Wenn was geschaut wird nur deutsche oder USA/uk/Italien Programme. Sonst mit tablets Handys Laptop nur Instagram whatsup YouTube etc. Es gibt so viel Angebot da draußen und ORF gehört nicht dazu. Sorry

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Ihre Kinder sind wahrscheinlich "am" Fernsehen nicht interessiert...

Aber wenn "... was geschaut wird nur deutsche oder USA/uk/Italien Programme. ", werden sie es boldun gsmäßig sicher einmal besser haben als Sie!
Ironie Ende.

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Zeitgenosse
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schalte

Radio Kärnten ab 9 Uhr ein und eigentlich nur um Landesnachrichten zu hören.
Das Frühprogramm ist nicht nach meinen Geschmack, ab 9 geht's , nur auf die Frau Anja freue ich mich immer, diese wunderbare Stimme mit niveauvoller Moderation!!

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Legatus
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Ja, das wäre dringend notwendig. Ansonsten Zwangsgebühren weg.

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dukostmi
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Was hilft ein Wechsel an der Spitze?

Es wird ohnehin nur jemand den Job bekommen, der dem Stiftungsrat (also der Partei) genehm ist. Hab auch gar nichts gegen Parteifernsehen, schau mir ohnehin nur die Regionalnachrichten an. Allerdings sollt es dann kein Pay-TV mehr sein.

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schteirischprovessa
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Das, was der ORF anbietet,

nimmt ihm jegliche Legitimität, als öffentlich-rechtlicher Rundfunk mit Pflichtgebühren aufzutreten.
Er ist nicht unabhängig, wie er sein sollte sondern am Gängelband der Parteien, die Programmgestaltung, das zum guten Teil aus ausgelutschten und zum guten Teil verblödeten Serien besteht, hat nichts mit einem öffentlichen Auftrag zu tun.
Allein die durchschnittliche Qualität der Kommentatoren (klar gibt es Ausnahmen) ist weit unter jener der privaten Sender + öffentliche BRD. Fußball schaut man sich im ORF an, wenn es in keinem anderen Sender übertragen wird.

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schteirischprovessa
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Der ORF gehört als erstes einmal komplett entpolitisiert.

Mein Vorschlag wäre, dass man einen größeren Aufsichtsrat einsetzt, der sowohl die leitenden Positionen besetzt wie auch die groben Richtlinien vorgibt.
Als Aufsichtsrat soll sich jeder Österreicher bewerben können, der ein festzulegendes Mindestmaß an Wissen und Erfahrung nachweisen kann. Aus den Bewerbern sollen die Aufsichtsräte durch Los ermittelt werden, ich bin sicher, dass die Qualität dieses Gremiums höher ist als in einem politisch besetzten. Die Funktion soll für 4 Jahre gelten, jedes Jahr werden 25% ausgetauscht.
Ein aufrechtes politisches Amt oder eine Tätigkeit bei einem der Sozialpartner soll aus Ausschlussgrund gelten.

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morbidangel
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Frechheit

Der ORF ist eine reine Frechheit und Schwei.nerei gegenüber dem Bürger. Kein Bildungsauftrag mehr, viel zu viel Promi chauffieren, Bühne für Selbstbeweihräucherer (zb Wolf), total politisiert - ich würde sogar schon das Wort Propaganda verwenden, viel zu viel und zu hoch bezahltes Personal (Kollektivvertrag online), GIS Zwang, Sprungbrett für Politiker (Freund, Broukal)...Liste ist ja fast endlos fortzusetzen. Der mündige Bürger sollte sich eine totale Neuausrichtung wahrlich wünschen!

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Das wird allerding

von keinem der Zuständigen in ORF und Politik gelesen werden.

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joschi41
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Kritik

Die Kritik von W. Lorenz am ORF hat sich gewaschen. Und was besonders auffällt ist, dass er sich mit dem allgegenwärtigen, in allen möglichen Gremien aufscheinenden Herrn Haselsteiner anlegt.

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