Wer Mitte Mai 2026 rund 160 Millionen Zuschauer weltweit live vom 70. Eurovision Song Contest begrüßen wird, steht derzeit noch nicht auf der Haupt-Agenda der ORF-Spitze. Im Herbst soll über das Moderations-Trio (oder gar -Quartett) entschieden werden; beim letzten ESC in Wien wurde erst kurz vor Weihnachten 2014 das Team Mirjam Weichselbraun/Alice Tumler/Arabella Kiesbauer mit Conchita als Bonus-Host festgelegt. Der damaligen Programmintendantin Kathrin Zechner war ein weibliches Trio immens wichtig, für 2026 hat zum jetzigen Stand ein Mann die besten Karten: Andi Knoll. Er gilt als fixer Gastgeber 2026. Seine Kommentatoren-Funktion im ORF dürfte Ö3-Kollege Philipp Hansa übernehmen. Knoll kommentiert bereits seit 1999 den Wettbewerb im ORF, diesmal soll „Mister Song Contest“ auch vor die Kameras treten dürfen.
Sollte der ESC in Innsbruck stattfinden, fällt immer öfter der Name Victoria Swarovski; in ORF-Kreisen wird mit der 31-jährigen Tirolerin aber auch hinsichtlich eines ESC in Wien als Moderatorin mit namentlicher Strahlkraft geliebäugelt. Im Wege könnte die 19. Staffel von „Let‘s dance“ auf RTL stehen, denn beim Kölner Privatsender wird auch 2026 getanzt. Ein ORF-Engagement wäre indes nichts Neues: Im Oktober letzten Jahres führte Swarovski an der Seite von Oliver Polzer durch „2 in Tirol – Heimat neu entdecken“ (knapp 450.000 Zuschauer), für diesen Herbst ist im ORF schon eine Fortsetzung mit den beiden fixiert.
Von der „Zeit im Bild“ zum ESC?
Möglich ist laut ORF-Insider auch, dass eine Nachrichtensprecherin zum Einsatz kommt – wie beim ESC in Düsseldorf 2011, wo neben Stefan Raab und Anke Engelke die „Tagesschau“-Lady Judith Rakers durch das Wettsingen führte. In Frage kämen laut ORF-Insider wegen ihrer Mehrsprachigkeit sowohl Nadja Bernhard, Alexandra Maritza Wachter und Raffaela Schaidreiter (Journalistin des Jahres 2024).
Die Schweiz sorgte hingegen mit einer Comedienne für Gesprächsstoff: Hazel Brugger machte womöglich den Weg für Kabarettisten und Kabarettistinnen beim ESC frei. Gesellt sich etwa Malarina, Caroline Athanasiadis, Viktor Gernot oder Paul Pizzera zu Andi Knoll?
Conchita Wurst dürfte wieder eine Aufgabe bei den Interviews mit den Teilnehmern im Green Room zuteil werden. Und kommt der ORF an Mirjam Weichselbraun vorbei? Ausgeschlossen wird allerdings eine Moderatorentätigkeit von Sieger JJ; er wird noch einmal „Wasted Love“ und einen neuen Titel in einer der drei Shows (zwei Halbfinali und das Finale) singen.
Ob Innsbruck oder Wien will der ORF spätestens Mitte August bekanntgeben. Wie berichtet, reichte Wien seine Bewerbung unter dem Motto „Europe, shall we dance?“ ein, Innsbruck warf mit dem Titel „Together on Top“ seinen Hut in den Ring, wirbt mit „alpiner Bühne, urbanem Flair und internationaler Eventkompetenz“. Favorit für das Bühnendesign (ob Stadthalle Wien oder Olympiahalle) ist einmal mehr der Deutsche Florian Wieder. Seine Kreation in Basel bleibt in Erinnerung.