Pablo Larraín hat ein Faible für leidende Frauen. Mit „Maria“ legt er nun den dritten Teil seiner sogenannten Trilogie über „Frauen in Stöckelschuhen“ vor. Nach ungewöhnlichen Porträts über „Jackie“ Kennedy und Lady Diana „Spencer“ folgt nun ein Porträt der größten Opernstimme aller Zeiten: Maria Callas. Ihr Name ist auch jenseits der engen bürgerlichen Opernwelt ein Mythos, Pier Paolo Pasolini besetzte sie einst gar als Medea. Über ein halbes Jahrhundert später liegt für Larraín und seinen Drehbuchautor Steven Knight der Reiz darin, den Menschen hinter dem Mythos zu suchen. Der gebürtige Chilene, dessen lateinamerikanische Filme wie „Ema“ ganz anders funktionieren, stellt sich klar auf die Seite seiner Protagonistinnen. Das ist nicht nur zeitgemäß, sondern relativiert auch den männlichen Blick auf die berühmten Frauen. Die Tragik in der Biografie dominiert aber auch den Rückblick auf Maria Callas.
Film der Woche
„Maria“: La Divina leidet göttlich
Kritik.
Angelina Jolie beweist auf den Spuren der großen Maria Callas große Verwandlungskunst und Leidensfähigkeit. Regisseur Pablo Larraín schließt mit „Maria“ seine Trilogie über weibliche Ikonen ab.