Es ist ein Stück Wahnsinn, den jene brauchen, die sich freiwillig in eine Realityshow begeben, die eklige Prüfungen, Hunger und Borniertheit als Markenkern hat. Noch ein bisschen mehr Wahnsinn braucht es, um sich dieses Martyrium ein zweites Mal anzutun. Ab heute zeigt RTL die Veteranenausgabe von „Ich bin ein Star“ – vulgo „Dschungelcamp“. Dreizehn Teilnehmer vergangener Staffeln begeben sich dafür noch einmal an das TV-Lagerfeuer.
„Dschungelcamp“, dieses Phänomen des deutschen Privatfernsehens kommt ohne einen nicht aus, der mit dem Schmonzes eigentlich nichts zu tun haben müsste: Robert McCarron, in einschlägigen Kreisen bekannt als Dr. Bob. Der wichtigste Nebendarsteller im Promizirkus hat im Gegensatz zu den meisten Kandidaten eine interessante Biografie vorzuweisen. 1950 in London geboren, fand er als Maskenbildner in die Filmindustrie und zu Großproduktionen wie „Mad Max II“ oder das Filmdrama „Das Piano“. Zupass kam dem Engländer schließlich seine Ausbildungen als Rettungssanitäter und Wildbiologe: „Ich habe bei dem Film ‚The Matrix‘ gearbeitet und die Schauspieler medizinisch betreut“, erzählte er der „Bild“ über seinen ungewöhnlichen Karriereweg, „ein Producer hat mich am Filmset gesehen und mir angeboten, bei der Dschungelshow mitzumachen“. Dr. Bob war geboren.
Sein Job als Maskenbildner verschaffte ihm nicht nur eine ungewöhnliche Karriere, auch privat fand er hinter der Kamera das Glück: Seine Frau Annie, mit der er heute 200 Kilometer südlich von Sydney lebt, hatte damals noch als Perückenmacherin gearbeitet. Im „Guilty Pleasure“-Erlebnis „Dschungelcamp“ ist der vierfache Großvater zwar kein echter Mediziner, in der aufgeladenen Stimmung überforderter C-Promis hat der 74-Jährige seit 2004 aber eine heilsame Wirkung. Beim großen Wahnsinn hilft manchmal auch ein Pseudo-Doktor.