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Österreichische MuseumsszeneDesignexpertin Lilli Hollein wird neue Chefin des Wiener MAK

Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer hat am Montag Lilli Hollein, die Mitbegründerin des Designfestivals "Vienna Design Week", als neue MAK-Chefin präsentiert.

Lilli Hollein wird neue MAK-Chefin © APA/HERBERT NEUBAUER
 

Die Spatzen hatten es bereits von den Dächern gepfiffen, nun ist es fix:  Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer (Grüne) hat am Montag die neue wissenschaftliche und wirtschaftliche Geschäftsführung des Museums für angewandte Kunst (MAK) vorgestellt: Lilli Hollein, die Direktorin und Mitbegründerin der Vienna Design Week. Sie folgt damit  Christoph Thun-Hohenstein nach, dessen zweite Amtsperiode Ende August ausläuft.

Mit Lilli Hollein übernimmt eine ausgewiesene Designexpertin die wissenschaftliche Geschäftsführung des MAK. Die 48-Jährige studierte Industriedesign an der Universität für Angewandte Kunst Wien und war 2007 Mitbegründerin des internationalen Designfestivals "Vienna Design Week", das sie seither leitet. Sie ist Tochter des Architekten Hans Hollein (1934-2014) und Schwester des Chefs des New Yorker Metropolitan Museum, Max Hollein.

Lilli Hollein wurde am 21. Juli 1972 in Wien geboren, studierte an der Universität Wien Psychologie und danach an der Universität für Angewandte Kunst Wien Industriedesign, wo sie 1999 mit ihrer Diplomarbeit "Variables Ausstellungssystem" abschloss. Sie arbeitete (u.a. für die Tageszeitung "Der Standard" und den ORF) als Fachjournalistin zu den Themen Architektur und Design, war Projektmanagerin in der Architekturgalerie Maculan. Danach entwickelte sie als Projektmanagerin und Kuratorin Architektur- und Design-Ausstellungen wie die Ausstellung "AustriArchitektur - sieben Debüts aus Österreich" und "Memphis-Kunst/Kitsch/Kult." u.a. für die Kunsthalle Krems, die Berliner Galerie Aedes oder die Designzone Looshaus.

2007 war sie die Kommissärin des österreichischen Beitrags auf der Architekturbiennale São Paulo und gründete gemeinsam mit Tulga Beyerle (heute Leiterin des Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg) und Thomas Geisler (heute Direktor des Kunstgewerbemuseums der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden) den Verein "Neigungsgruppe Design" und die Vienna Design Week, die sie seit 2013 alleine leitet.

Aufstieg mit der Vienna Design Week

Die Vienna Design Week hat sich zu einer auch international viel beachteten Initiative entwickelt, die zuletzt bei rund 200 Veranstaltungen an die 40.000 Besucher zählte. Jeweils ein Fokusbezirk und ein Gastland sowie wechselnde Festivalzentralen in architektonisch interessanten Gebäuden und "Passionswege" zwischen einzelnen Stationen machten das Programm bunt und abwechslungsreich.

"Im Mittelpunkt steht das vielfältige Schaffen, das die Qualitäten der heimischen Designszene ausmacht: Produkt-, Möbel-, und Industriedesign, Architektur, Grafik- und Social Design, sowie experimentelle und digitale Ansätze. Das Festival arbeitet gezielt daran lokale Potenziale international zu vernetzen, was sich auch im Programm niederschlägt", heißt es im Mission Statement. "Dabei werden übersehene Ecken der Stadt zum Schauplatz für Gestaltung, kritische ebenso wie spielerische Auseinandersetzung, niederschwellige Vermittlung genauso wie fachlicher Diskurs entdecken neue Perspektiven auf die Gegenstände, die uns umgeben, und Entstehungs- sowie Produktionsprozesse werden oft experimentell und direkt vor Ort offengelegt." Die 15. Vienna Design Week soll von 24. September bis 3. Oktober stattfinden.

Lilli Hollein hat bereits mehrfach das Vertrauen des jeweiligen Ministers bzw. Ministerin erhalten: Claudia Schmied ernannte sie zur Kommissärin des Österreich-Beitrags der Architektur-Biennale Sao Paulo, wo sie die junge Architektengruppe "feld72" präsentierte. 2017 wurde sie Mitglied des Kuratoriums des mumok - Museum moderner Kunst Sammlung Ludwig Wien, eine Funktion, die sie nun zurückgelegt, und Anfang 2020 Kuratoriumsvorsitzende des MAK - Museum für angewandte Kunst Wien. Im Jänner 2021 legte sie diese Funktion zurück. Dem "Standard" erklärte sie im Februar, mögliche Interessenskonflikte im Zusammenhang mit einer für 2022 geplanten großen Hans-Hollein-Ausstellung seien der Grund dafür. Die Republik Österreich hatte 2016 unter Kulturminister Josef Ostermayer einen Teil des Hollein-Nachlasses für das MAK angekauft.

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